Kriegstagebuch 30. Juni 1915

Kolonne italienischer Bersagliari-Infanterie

Eine Kolonne italienischer Bersagliari-Infanterie zieht in der ersten Schlacht am Isonzo durch ein Dorf zur Front.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Juni 1915:

Südfronten

Isonzo: Der Hauptangriff der italienischen Infanterie beginnt entlang einer 35 km breiten Frontlinie. Es gelingt aber nur die Gewinnung eines kleinen Brückenkopf östlich des Flusses bei Sagrado bei fürchterlichen Verlusten.

Westfront

Argonnen – deutscher Angriff bei Bagatelle: Leutnant Rommels 124. Infanterie-Regiment stürmt in der vordersten Linie, unterstützt durch schwere Mörser.
Aisne: Im Juni werden zwei Soldaten des französischen 8. Infanterie-Regiment durch elektrisch geladenen Stacheldraht in Bois de la Mine in der Nähe von Berry-au-Bac getötet. Sie sind die ersten Opfer dieser neuen Technik, welche von beiden Seiten in begrenzten Frontabschnitten verwendet wird.

Ostfront

Galizien: Die Südarmee überquert den Fluss Gnila-Lipa. Die Deutschen behaupten, 150.650 russische Kriegsgefangene im Juni genommen zu haben.

Mittlerer Osten

Gallipoli – Helles-Brückenkopf: General Bailloud wird durch General Gouraud ersetzt, dem eine Verletzung seinen Arm gekostet hat.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Die britischen Hauptstreitkräfte bestehen aus 2.747 Soldaten und 723 Kranken. 9 alliierte Kriegsschiffe halten eine Blockade aufrecht und im Südosten besetzen 470 französische Soldaten Ngangela.

Seekrieg

Adria: 4 italienische Panzerkreuzer werden nördlich von Venedig stationiert, um die Bodentruppen zu unterstützen.
Im Juni versenken deutsche U-Boote die neue Rekordzahl von 29 britischen Handelsschiffe (76.497t und 78 Menschenleben) sowie 58 Fischereifahrzeuge (17 Menschenleben verloren). Es ist der schlimmste Monat des Krieges für die britischen Fischereiflotte (in den Monaten Juli und August werden jeweils 36 versenkt). Insgesamt haben die deutschen U-Boote bisher 114 Schiffe mit 115.291 t versenkt.

Politik

Der kanadische Premierminister tritt eine Schiffsreise nach England an.
US-Exporte nach Deutschland im Geschäftsjahr 1914/15 nur 28 Millionen gegenüber 344 Millionen US-Dollar 1913/14. Dafür steigen die Exporte nach Großbritannien auf 911 Millionen 1914/15 gegenüber 594 Millionen US-Dollar 1913/14 an. Der britische Rückstand bei Krediten für Munitionskäufe beläuft sich auf fast 1 Milliarde US-Dollar.

Call of War
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