Kriegstagebuch 19. April 1915

Anthony Fokker

Anthony Fokker, der brilliante Holländer, welcher so viel zur deutschen Militärluftfahrt beitrug.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. April 1915:

Luftkrieg

Westfront: Der Morane L-Jäger von Leutnant Roland Garros wir vom deutschen Schützen Schlenstedt beim Bahnhof von Courtrai beschädigt und muß eine Notlandung hinter den deutschen Linien in der Nähe von Ingelmunster machen. Versuche, das Flugzeug abzubrennen, scheitern und das GEHEIME UNTERBRECHERSYSTEM AUS STAHLPLATTEN AM PROPELLER FÜR DAS MG fällt in deutsche Hände. Garros erzählt bei seiner Gefangennahme, daß er damit 5 Flugzeuge seit dem 1. April abgeschossen hat.
Deutschland: Die von Garros Flugzeug erbeutete gepanzerte Luftschraube wird eiligst nach Döberitz bei Berlin schickte. Feldflugchef Thomsen befiehlt sie zu kopieren, aber ein erster Versuch durch Brunnhuber scheitert. Daraufhin wird sie an Anthony Fokker weitergegeben. Innerhalb von 6 Tagen entwerfen die Fokker-Ingenieure Luebbe, Heber und Leimberger in Schwerin ein MECHANISCHES UNTERBRECHERSYSTEM, welches das MG nur auslöst, wenn die Propellerblätter sich aus dem Schussfeld befinden. Dieses Fokker-Gerät (für welches Anthony Fokker sich die Urheberschaft anrechnen läßt) unterscheidet sich völlig von dem erbeuteten Gerät und basiert eigentlich auf einem System des deutschen Ingenieurs Franz Schneider, welches am 15. Juni 1913 patentiert wurde.
Bei Döberitz wird ein Fokker M 5 K (EI/15) Eindecker mit einem Parabellum-MG, dem Fokker-Unterbrechergetriebe und verstellbarer Kopfstütze ausgestattet und erfolgreich getestet. Fokker EI Jagdeinsitzer, bewaffnet mit einem 7,92-mm-08-MG, werden von Fokker bestellt.
Besetztes Belgien: Leutnant LG Hawker in einer BE2 wirft Bomben auf Zeppelin-Hallen bei Gontrode.
Dardanellen: Squadron-Commander Mackworth der 1. Ballon-Abteilung des Royal Navy Air Service leitet das Feuer der Schlachtschiffe mit bemerkenswerten Erfolg. Ein türkisches Feldlager wird zerstört, das türkische Schlachtschiff Turgud Reis muß sich am 25. April zurückziehen, ein Munitionslager explodiert am 26. April und die als Truppentransporter und Nachschubsfähre eingesetzte Skutari wird am 27. April versenkt.

Westfront

Sir J. French weist deutsche Vorwürfe zurück, dass die Briten Giftgas eingesetzt hätten.
Flandern: Kämpfe um den Hügel 60 bis zum 29. April.

Südfronten

Serbien: Österreich-ungarischer Monitor beschießt Sep in der Nähe vom Eisernen Tor (rumänische Grenze).

Seekrieg

Japan: Die Kaiserliche Marine stellt 2 weitere Schlachtkreuzer in Dienst und verfügt jetzt über 4 Stück.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Cevdet Bey befiehlt die Vernichtung der Armenier in der Provinz Van. 55.000 werden ab dem nächsten Tag ermordet.
Großbritannien: Rekordtag im Londoner zentralen Rekrutierungsbüro für Freiwillige zum Militärdienst.

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