Kriegstagebuch 1. Juli 1915

französischer Wachsoldat

Ein französischer Wachsoldat mit dem neuen Adrian-Stahlhelm.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Juni 1915:

Westfront

Höhepunkt der Stärke der französischen Armee mit 4.978.000 mobilisierten Soldaten und 152.000 weitere, welche für die Industrie und die Landwirtschaft freigestellt sind, aber jederzeit abgerufen werden können.
Im Juli werden die ersten 180.000 französischen Stahlhelme geliefert (die Produktion erreicht 55.000 Stück pro Tag im August).
Flandern: Die preußische Garde-Kavallerie-Division wird nach Polen verlegt.

Ostfront

Die russischen Verluste haben jetzt 3,8 Millionen Soldaten erreicht. Im Juli zieht die deutsche Kavallerie das Schwert als Waffe offiziell zurück, lediglich die Lanze wird noch als Schockwaffe geführt. Die den meisten deutschen Kavallerie-Einheiten sind nun im Osten.
Polen: Mackensen nimmt die Festung Zamosc im Süden. Die österreich-ungarische Vierte Armee verliert die Zweite Schlacht von Krasnik (bis 9. Juli). Die Russen bilden heute die Dreizehnte Armee mit Hauptquartier in Kowel.
Galizien: Die Südarmee überschreitet den Fluß Gniia Lipa und erreicht Zlota Lipa am 4. Juli, wird aber zwischen dem 9. und 11. Juli zurückgeschlagen und wird in einen Stellungskrieg bis zum 27. August verwickelt. Der bayerische Graf Bothmer ersetzt am 6. Juli Linsingen als deren Oberbefehlshaber, welcher die neue Bug-Armee übernimmt.

Südfronten

Im Juli tritt der 58-jährige sozialistische Abgeordnete Leonida Bissolati den 4. Alpini als freiwilliger Unteroffizier bei. Er wird zweimal verwundet und dient trotzdem bis Juni 1916, als er zum Minister ernannt wird.
Trient: 15 italienische Angriffe werden in den Dolomiten bis zum 20. Juli zurückgeschlagen, trotz einer zahlenmäßigen Überlegenheit von 3:1.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Birdwood schlägt eine Landung in der Bucht Keim Suvla vor.

Afrikanische Fronten

Südwestafrika: Oberst Brits berittene Brigade erreicht den Eisenbahnknotenpunkt Otavi und die südafrikanische Infanterie trifft am 4. Juli ein. Die deutschen Truppen ziehen sich 16 km nach Norden zurück.

Seekrieg

Erste britische Versuche mit Wasserbomben.
Nordsee: Im Juli wird das britische Schlachtschiff Centurion mit der Geschütz-Stabilisierung von Henderson ausgestattet und ist das einzige Schiff, welches in der Seeschlacht von Jütland damit ausgerüstet ist.
Mittelmeer: Die d​eutsche U-Boot-Halb-Flottille wird in Pola gebildet.
Kanal: Der britische Leyland-Liner Armenian wird vor Cornwall torpediert.
Adria: Das erste von 7 italienisch Q-Schiffen (U-Boot-Fallen) wird in Dienst gestellt, die Gallinara.

Luftkrieg

Westfront: Im Juli wird Leutnant Bishop von den Canadian Mounted Rifles zum Royal Flying Corps versetzt und beginnt als Beobachter bei der 21. Staffel.
Gallipoli: Im Juli werden die türkisch-deutschen Luftaktivität bemerkbar, als sich 8 Flugzeuge (zuvor nur 4) im Einsatz befinden. Alle werden von deutschen Piloten geflogen, allerdings gibt es auch 2 türkische Beobachter.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Der österreich-ungarische Botschafter teilt Talaat Bey mit, daß die Massendeportationen der Armenier ‘kaum gerechtfertigt scheinen.’ Trotzdem befiehlt Taalat, auch die islamisierten Armenier nach Süden zu schicken.
Frankreich: Die Unterstaatssekretäre für Kriegsversorgung und Gesundheit werden ernannt.

Bookmark the permalink.

Leave a Reply