Kriegstagebuch 1. Februar 1915

Bezugsscheine für die deutsche Bevölkerung

Bezugsscheine für die deutsche Bevölkerung. Zwar deckte 1914 die Getreideernte 90% des Verbrauchs, bis 1917 ging sie aber auf 50% zurück. Bei den pflanzlichen Fetten mußten 5/6 aber importiert werden, was die britische Blockade jedoch unmöglich machte.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. Februar 1915:

Heimatfronten

Deutschland: Der Reichskanzler erklärt sich bereit, den uneingeschränkten U-Boot-Krieg des Generalstabschef der kaiserlichen Marine, Pohl, zu befürwortet.
Brot und Mehlrationierung in Berlin, 1,9 kg pro Woche (in ganz Deutschland von Juni an). Kriegsbehörde für die Metallindustrie eingerichtet.
Österreich-Ungarn: Im Februar wird die ‘Metall-Zentral-Gesellschaft’ gegründet, um Schrott zu requirieren.
Großbritannien: Ende des Streik-Friedens in der Industrie. Daraufhin 47 Streiks mit 209.000 verlorene Arbeitstagen im Februar. 15,6% der Beschäftigten sind jetzt gewerkschaftlich eingetragen. 126.000 t Kohle pro Tag, welche normalerweise mit Schiffen transportiert werden, müssen jetzt auf der Schiene transportiert werden.

Westfront

Die französische Artillerie setzt Anfang Februar die ersten Schallmesstechnik-Geräte ein (das Britische Expeditionskorps experimentiert mit diesen erstmals im Ypern-Abschnitt im Oktober 1915).
Flandern: Die britische 2. Division erstürmt deutsche Gräben in der Nähe von Cuinchy.
Champagne – Dritte Schlacht von Perthes: Die deutschen Angriffe werden bis zum 3. Februar zurückgeschlagen.

Ostfront

Polen: Mackensen 100.000 Mann starke Neunte Armee greift bei Bolimow an und nimmt 3 Dörfer nach einem Vorstoß über 10 km, aber sibirische und andere Reserve-Truppen (insgesamt 3 Divisionen) können sie zurückerobern und die Front bis zum 6. Februar stabilisieren. Die deutschen Verluste belaufen sich auf 20.000 Mann, die russischen Verluste auf 40.000 Mann.
Karpaten: Brusilows russische Truppen machen Fortschritte vor dem Dukla-Pass zum Oberen San. Die Russen räumen Tucholka und die Beskiden-Pässe, aber rücken in in der Nähe des Uzsok-Pass bis zum 3. Februar vor.

Afrikanische Fronten

Uganda und Kongo: Anglo-belgisches Abkommen über die Uganda-Kongo-Grenze. Brigade-General Malleson eröffnet militärische Gespräche in Ruchuru am 14. Februar.
Cyrenaica: Während des Februars wird Nuri Pascha (Enver Paschas Halbbruder) aus Syrien eingeschmuggelt, um die Senussi zu unterstützen.

Seekrieg

Großbritannien: Die britische Admiralität verbietet neutralen Fischerboote in Häfen einzulaufen, aufgrund der unbegründeten Angst der Grand Fleet, dass sie Minen legen könnten. Im Februar erhält Scapa Flow weitere Schutzeinrichtungen.
Arktis: Im Februar läuft der alte Vor-Dreadnought Jupiter der Royal Navy nach einer Rekordfahrt in Archangelsk ein, um dort bis Mai als Eisbrecher eingesetzt zu werden.

Luftkrieg

Westfront: Im Februar schreibt das zukünftige französische und alliierte Top-Jagdflieger-Ass Fonck an Saint-Cyr, um eine Flugausbildung zu erhalten. Die französischen Luftstreitkräfte führen das Dorand-Bombenvisier ein.
Osmanisches Reich: Eine deutsche Militärmission wird nach Konstantinopel geschickt, um das türkische Armee-Fliegerkorps zu reorganisieren.
Ostfront: Die russischen schweren Bomber werden mit Abwehrbewaffnung ausgestattet, welche schrittweise erhöht wird.

Politik

Bulgarien: Duc de Guise versucht in Sofia, Zar Ferdinand zu überreden, sich den Alliierten anzuschließen.

Neutrale

USA: Die US-Army verwendet nun Filme zum Anschauungsunterricht bei der Ausbildung.

Call of War
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