Churchill-Panzer

Churchill III

Serienmäßiger Churchill III mit Kettenlaufwerkabdeckung und überarbeiteten Seiteneinlauf-Lamellen. Das Modell erschien im März 1942 und war das Erste mit der 6-Pfünder-Kanone.

A 22 Churchill – englischer schwerer Infanteriepanzer Mark IV.

A22 Churchill
Typ: schwerer Infanteriepanzer Mark IV

Geschichte:

Bei Ausbruch des 2. Weltkrieg im September 1939 gab es die vorherrschende Meinung im britischen Kriegsministerium, daß die Bedingungen an einer neuen Westfront denen von 1914 bis 1918 sehr ähnlich sein werden. Daher ergab sich der Bedarf für einen schweren Infanteriepanzer, welcher unverwundbar gegen die vorhandenen Panzerabwehrwaffen sein sollte, mit einer sehr großen Grabenüberschreitfähigkeit, und welcher in der Lage sein sollte, ein durch Artilleriefeuer aufgewühltes Trichterfeld zu durchfahren. Diese Spezifikation wurde vom Vorsitzenden für die Panzerbeschaffung, Woolwich, als A20 bezeichnet und die Firma Harland&Wolff wurde gebeten, ein Pilotmodell zu bauen. Eine 80-mm-Panzerzung, eine Geschwindigkeit von 25 km/h, eine Kletterfähigkeit von 1,50 m und eine Besatzung von 7 Mann wurden als weitere Charakteristiken gefordert.

Im Wesentlichen war der A20 eine Verfeinerung der ‘Rauten’-Tanks (Mark I bis V) welche die Engländer 1916-1918 gebaut hatten. Verschiedene Bewaffnungskombinationen wurden in Erwägung gezogen, einschließlich der 2- und 6-Pfünder, der französischen 75-mm-Kanone und 3-inch-Haubitze. Letztlich wurde die 2-Pfünder für den Turm ausgewählt und eine weitere sollte vorne eingebaut werden. Dazu Maschinengewehre an den Rumpfseiten und der Vorderseite. Vier Prototypen wurden im Februar 1940 bestellt. Der erste Prototyp begann mit Tests im Juni 1940 und wurde von Gebtriebe-Problemen geplagt. Die Ergebnisse der Tests zeigten jedoch, daß um die geforderte Leistung einzuhalten, die Bewaffnung auf eine einzige 2-Pfünder-Kanone reduziert werden mußte.

Das ganze fiel zeitlich mit der Evakuierung von Dünkirchen zusammen, nach der England weniger als 100 Panzern für die Verteidigung seiner Insel übrig blieben. Die Firma Vauxhall (der britische Ableger der US-Firma GMC) wurde daher aufgefordert, den Entwurf des A20 zu überarbeiten, ihn etwas zu verkleinern und so schnell wie möglich in die Produktion zu nehmen – wenn möglich, innerhalb eines Jahres.

Vauxhall wurde vor allem deswegen gewählt, weil deren Vauxhall-Bedford Zwillings-6-Zylinder-Motor für den A20 vorgesehen war. Der A20-Prototyp und die Pläne wurden an Vauxhall weitergereicht, zusätzliche Technische Zeichner vom englischen Mechanisation Board gestellt und ein neues Pilotmodel – genannt A22 Infanteriepanzer Mark IV – wurde im November 1940 fertig.

Die ersten 14 Serienmodelle wurden im Juni 1941 ausgeliefert, von einer Bestellung von 500 Exemplaren direkt vom Zeichenbrett.
Wegen des gehetzten Entwicklungsprogramms gab es zahlreiche Konstruktionsmängel, welche zu häufigen Pannen mit den ersten Marks führten. Dies erforderte erhebliche Überarbeitungsprogramme 1942-1943, die von Vauxhall-Techniker bei den Einheiten welche mit dem neuen Panzer ausgerüstet waren durchführten. Dabei gab es zahlreiche Detailverbesserungen an mechanischen Komponenten.

Als Churchill benannt, wurde der A22 in großen Mengen von einem Firmen-Konsortium aus Broom&Wade, Birmingham Carriage & Wagon, Metropolitan Cammell, Charles Roberts, Newton Chambers, Gloucester Railway Carriage, Leyland, Dennis und Harland&Wolff – alle unter dem Vorsitz von Vauxhall – gebaut.

Der Churchill war eine Verbundkonstruktion, bestehend aus einer 1,2-cm starken Innenhaut aus Weichstahl mit einer Außenhaut aus Panzerplatten, welche in ihren Positionen verschraubt oder vernietet wurden. Zunächst wurde ein Guß-Turm verwendet, aber spätere Modelle hatten größere Türme, welche gegossen, geschweißt und in Verbundkonstruktion hergestellt wurden. Der Motor und Antrieb befanden sich im Heck. Die Laufketten mit den kleinen, gefederten Laufrollen oben und unten ermöglichten Stauräume für Munition, Vorräte und Gepäck zwischen dem oberen und unteren Kettenlaufwerk. Dies machte den Churchill zu einem ungewöhnlich geräumigen Kampffahrzeug. Notausgänge für die Besatzung wurden an jeder Seite angebracht. Die Kraftübertragung erfolgte durch das neue Merritt-Brown-Vier-Gang-Getriebe mit gesteuerter Differentiallenkung, wodurch der Churchill der erste englische Panzer mit einer derartigen Schaltung war.

Bewaffnet war der Mark I mit der 2-Pfünder-Kanone und einer 3-inch (76mm) Haubitze in der Frontwanne. Veränderte taktische Anforderungen führten jedoch während der Produktionszeit ständig zu einer veränderten Bewaffnung. Gemeinsam mit den englischen Kreuzerpanzern wurde die 6-Pfünder-Kanone im Jahr 1942 eingeführt, was einen größeren Turm (Mark III) erforderlich machte.

Die Erfahrung des Wüstenkriegs 1941/42 ließen das englische Kriegsministerium annehmen, daß Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit wichtiger sind als starke Panzerung. So wurde beschlossen, die Churchill-Produktion 1943 auslaufen zu lassen, wenn die neuen A27-Kreuzerpanzer Cromwell zur Verfügung stehen würden.

Jedoch waren die ersten Kampfeinsätze des Churchill bei der Britischen 1. Armee in Tunesien sehr überzeugend – insbesondere, da sie in dem dortigen Gelände nahezu jeden Hügel erklimmen konnten, den andere Panzer bisher nicht angreifen konnten. So erhielt der Infanteriepanzer nochmals eine Gnadenfrist. Im Jahr 1943 wurde der Churchill wieder anders bewaffnet, diesmal mit der neuen englischen Version der 75-mm-Kanone.

Zur selben Zeit wurden wesentliche Entwurfsverbesserungen vorgenommen. Da das Fahrzeug zu einer Zeit entworfen wurde – wie auch alle anderen englischen Kampfpanzer -, als die britischen Einschränkungen für die Eisenbahnladeflächen eingehalten werden mußten, litt der Churchill ebenso unter dem Nachteil, daß er zu eng war, um einen größeren Turm für die 17-Pfünder-Kanonen erhalten zu können. Aus diesem Grund war er im Vergleich zu seinen deutschen Rivalen 1944/45 unterbewaffnet, was aber zu einem gewissen Umfang durch die dicke Panzerung des Fahrzeuges ausgeglichen wurde.

Benutzer: Großbritannien.


Bilder vom Churchill-Panzer


Spezifikationen für Churchill-Panzer, Infanteriepanzer Mark IV, A22

Spezifikationen
Churchill Mark VI Spezifikation
Typ schwerer Infanteriepanzer
Antrieb wassergekühlter Bedford 12-Zylinder-Motor mit 350 PS
Getriebe Merritt-Brown 4-Gang-Getriebe
Besatzung insg. 5
Turm-Besatzung 3
Länge7,44 m
Breite2,75 m / 3,25 m
Höhe3,21 m
Gewicht39.574 kg
Straßengeschwindigkeit 25 km/h
Geländegeschwindigkeit 13 km/h
Verbrauch/100 km ?
Kraftstoffvorrat ?
Straßen-Fahrbereich 144 km
Gelände-Farbereich ?
Kletterfähigkeit0,81 m
Graben-überschreitung3,05 m
Watfähigkeit1,11 m
Wendekreis ?
Steigfähigkeit ?
Panzerung
Churchill Mark VI mm Winkel
Details unbekanntMaximum 102 mm, Minimum 16 mmunbekannt
Bewaffnung und Ausrüstung
Churchill Mark VI Spezifikation
HauptbewaffnungOQF 75-mm-Kanone Mark V
Schuß 84
Schwenkbereich360°
Höhenbereich?
Mündungsgeschw. APC 619 m/s
Mündungsgeschw. APCBC 808 m/s
Granatgewicht6,23 kg (andere Quellen: 6,52 kg)
Maximale SchußweiteExplosiv: 10.000 m; Nebel: 4.500 m; Panzerbrechend: 2.000 m
Sekundär-Bewaffnung2 x 7,92-mm-BESAG-MG
Funkgerät?
Zieloptik?
Durchschlagskraft mm auf 30° Panzerplatte der OQF 75-mm-Kanone Mark V
Entfernung APC APCBC
Durchschlag 100 m ? ?
Durchschlag 500 m 68 mm 103 mm
Durchschlag 1.000 m 61 mm 94 mm
Durchschlag 1.500 m 54 mm 86 mm
Durchschlag 2.000 m 47 mm 78 mm
Herstellung
Churchill Mark VI Angaben
Herstellungseit November 1943, indem vorhandene Mark IV etwa auf den Standard des neuen Mark VI gebracht wurden
Ersteinsatzin Nordwest-Europa 1944/45
Stückpreis ?
Stückzahl (alle) 5.640
Einsatzstatistik für Churchill-Panzer
Jahr Bestand Produktion Verluste
vor 1939
1939
1940
1941 ?
1942 ? ? ?
1943 ? ? ?
1944 ? ? ?
1945 ? ? ?
Insgesamt 5.640 ?

Animation 3D-Modell Churchill VI

KretaTipp
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