Fletcher-Klasse US-Zerstörer

Amerikanische Fletcher-Klasse, bester Zerstörer im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

 Zerstörer der Fletcher-Klasse
Ein Zerstörer der Fletcher-Klasse während des Zweiten Weltkrieges im Pazifik. Hinter ihm dampft ein Flugzeugträger der Essex-Klasse.

Fletcher-Klasse

Fletcher-Klasse (119 Schiffe, plus 62 verbesserte Fletcher).
Typ: US-Zerstörer.

Überblick

Die Kriegsschiffe der Fletcher-Klasse waren eine Klasse von Zerstörern, die von den Vereinigten Staaten während des Zweiten Weltkriegs gebaut wurden. Die wichtigsten Fakten sind:

Bauzahl: Die Fletcher-Klasse war mit 175 Schiffen, die zwischen 1942 und 1944 gebaut wurden, die größte von der US-Marine bestellte Zerstörerklasse.

Werften: Sie wurden in 11 verschiedenen Werften in den Vereinigten Staaten gebaut.

Namensgeber: Die Klasse wurde nach Admiral Frank F. Fletcher benannt, der die US-Atlantikflotte in den ersten Jahren des Ersten Weltkriegs führte.

Bewaffnung: Die Schiffe waren mit fünf 127-mm-Kanonen, zehn 40-mm- und sieben 20-mm-Flugabwehrkanonen und zehn 530-mm-Torpedoro-Rohren bewaffnet.

Dienst: Die Zerstörer der Fletcher-Klasse wurden in allen großen Marineoperationen des Pazifikkriegs, vom Guadalcanal-Feldzug über den Okinawa-Feldzug bis zur Schlacht im Golf von Leyte, eingesetzt.

Verluste: Neunzehn Zerstörer der Fletcher-Klasse gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren, sechs weitere wurden irreparabel beschädigt.

Nachkriegszeit: Viele Zerstörer der Fletcher-Klasse dienten nach dem Krieg weiter in der US Navy, einige wurden an andere Länder übergeben, darunter Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Griechenland, Italien, Japan, Mexiko, Peru, Südkorea, Spanien, Taiwan, die Türkei und an die junge Bundesreplik Deutschland.

Die Zerstörer der Fletcher-Klasse waren bekannt für ihre Zuverlässigkeit, ihre Langlebigkeit und ihre starken Flugabwehrfähigkeiten, die sie während des Pazifikkrieges zu wertvollen Einheiten machten.

Geschichte

Nach einer längeren Unterbrechung beim Entwurf neuer Zerstörer, welche durch die im Ersten Weltkrieg und Folgejahren in Massen produzierten Glattdeck-Zerstörern entstanden war, begann man in den USA erstmals 1932 wieder mit der Farragut-Klasse neue Schiffe dieses Typs zu bauen.
Diese auf Kiel gelegten Farragut-Zerstörer trugen überhöhte Geschütze in Position B und E und hatten eine geschlossene Brücke. Anschließend wurden 10 weitere, verschiedene Klassen gebaut, von denen einige größere und andere kleiner waren, während sie zwei oder nur einen Schornstein hatten.

Mit dem Bau der Fletcher-Klasse wurde kurz vor Kriegseintritt der USA im Jahr 1940 begonnen und bis 1945 wurden 119 dieser Zerstörer gebaut, sowie ab 1943 zusätzlich 62 verbesserte Fletcher-Klassen.

Nach den Bestimmungen der Abrüstungsverträge war die US-Marine zu diesem Zeitpunkt von der maximalen Tonnage-Begrenzung befreit und konnte neue Zerstörer in der Größe des japanischen ‚Sondertyps‘ der Fubuki-Klasse in Auftrag geben.
Der ursprüngliche Konstruktionsentwurf für die Fletcher-Klasse war somit ein 1500-Tonnen-Schiff mit gleicher Bewaffnung wie die früheren Klassen Benson und Bristol. Die Bedeutung der Einsatzeichweite führte zu einer Vergrößerung um zusätzliche etwa 500 Tonnen, aber dieser zur Verfügung stehende Platz wurde zum Einbau einer verstärkten Flugabwehr-Batterie verwendet und auch nicht für zusätzliche artilleristische Waffen zur Seezielbekämpfung.

Zum Zeitpunkt des japanischen Überfalls auf Pearl Harbor waren erst 24 Schiffe der Klasse fertig, aber Einhundert weitere Fletcher-Klassen-Zerstörer wurden anschließend sofort bestellt, sowie zwei experimentelle Versuchsschiffe.


Schiffe der ursprünglichen Fletcher-Klasse

Zerstörer 'Nicholas' (DD-449) der Fletcher-Klasse
Zerstörer ‚Nicholas‘ (DD-449) der Fletcher-Klasse auf Probefahrt.

Die Fletcher-Klasse beinhaltete die folgenden Schiffe: DD-445 Fletcher, DD-446 Radford, DD-447 Jenkins, DD-448 La Vallette, DD-449 Nicholas, DD-450 O’Bannon, DD-451 Chevalier (ex Pringle), DD-452 Percival, DD-465 Saufiey, DD-466 Waller, DD-467 Strong, DD-468 Taylor, DD-469 De Haven, DD-470 Bache, DD-471 Beale, DD-472 Guest, DD-473 Bennett, DD-474 Fullam, DD-475 Hudson, DD-476 Hutchins, DD-477 Pringle, DD-478 Stanly, DD-480 Stevens, DD-481 Leutze, DD-482 Watson, DD-498 Philip, DD-499 Renshaw, DD-500 Ringgold, DD-501 Schroeder, DD-502 Sigsbee, DD-503 Stevenson, DD-504 Stockton, DD-505 Thorn, DD-506 Turner, DD-507 Conway, DD-508 Cony, DD-509 Converse, DD-51O Eaton, DD-511 Foote, DD-512 Spence, DD-513 Thatcher, DD-515 Anthony, DD-516 Wadsworth, DD-517 Walker, DD-518 Brownson, DD-519 Daly, DD-520 Isherwood, DD-521 Kimberly, DD-522 Luce, DD-523 unnamed, DD-524 unnamed, DD-525 unnamed; DD-526 Abner Read, DD-527 Ammen, DD-528 Mullany (ex­ Beatty), DD-529 Bush, DD-530 Trathen, DD-531 Hazelwood, DD-532 Heermann, DD-533 Hoel, DD-534 McCord, DD-535 Mil­ler, DO-536 Owen, DD-537 The Sullivans (ex Putnam), DD-538 Stephen Potter, DD-539 Tingey, DD-540 Twining, DD-541 Yarnell, DD-542 unnamed, DD-543 unnamed, DD-544 Boyd, DD-545 Bradford, DD-546 Brown, DD-547 Cowell, DD-548 unnamed, DD-549 unnamed, DD-550 Capps, DD-551 David W. Taylor, DD-552 Evans, DD-553 John D Henley, DD-554 Franks, DD-555 Haggard, DD-556 Hailey, DD-557 Johnston, DD-558 Laws, DD-559 Longshaw, DD-560 Morrison, DD-561 Prichett, DD-562 Robinson, DD-563 Ross, DD-564 Rowe, DD-565 Smalley, DDS-566 Stoddard, DD-567 Watts, DD-568 Wern, DD-569 Aulick, DD-570 Charles Ausburn, DD-571 Claxton, DD-572 Dyson, DD-573 Harrison, DD-574 John Rodgers, DD-575 McKee, DD-576 Murray, DD-577 Sproston, DD-578 Wickes, DD-579 William D. Porter, DD-580 Young, DD-581 Charrette, DD-582 Conner, DD-583 Hall, DD-584 Halligan, DD-585 Haraden, DD-586 Newcomb, DD-587 Bell, DD-588 Burns, DD-589 Izard, DD-590 Paul Hamilton, DD-591 Twiggs, DD-592 Howorth, DD-593 Killen, DD-594 Hart (ex Mansfield), DD-595 Metcalf, DD-596 Shields, DD-597 Wiley.

DD-445 bis DD-448 und DD-465 bis DD-466 sowie DD-498 bis DD-502 wurden von Federal Shipbuilding, Kearny, gebaut.
DD-449 bis DD-451 und DD-507 bis DD-517 von Bath Ironworks.
DD-470 und DD-471 sowie DD-518 bis D-522 von Bethlehem, Staten Island.
DD-472 bis DD-476 und DD-581 bis DD-586 von der Boston Navy Yard.
DD-477 bis DD-481 und DD-587 bis DD-591 von der Charleston Navy Yard.
DD-523 bis DD-541 von Bethlehem in San Francisco.
DD-544 bis DD-549 von Bethlehem in San Pedro.
DD-550 bis DD-553 von Gulf Shipbuilding in Chickasaw.
DD-554 bis DD-568 von Seattle­-Tacoma Shipbuilding.
DD-569 bis DD-580 von der Con­solidated Steel Corporation in Orange.
DD-592­ bis DD-597 von Puget Sound Navy Yard in Bremerton.
DD-5O3 bis DD-506 und DD-542 bis DD-543 wurden nicht vergeben.

Mehrere Schiffe wurden storniert. Fünf bisher unbenannte Schiffe, DD-523 bis DD-525 und DD-542 bis DD-543, wurden im Dezember 1940 gestrichen, bevor sie an einzelne Werften vergeben wurden.
Im Februar 1941 wurden Stevenson, Stockton, Thorn und Turner (DD-503 bis DD-506) annulliert.

Die Percival (DD-452) und Watson (DD-482) waren im Grunde dem allgemeinen Entwurf ähnlich, waren aber experimentelle Prototypen, um fortgeschrittenere Antriebsmaschinen zu testen. Die Percival sollte Hochdruckkessel haben, während die Watson einen 32-Zylinder-General-Motors-Dieselmotor erhalten sollte. Keines dieser Schiffe wurden auf Stapel gelegt und sie wurden für die Dauer des Krieges zurückgestellt und schließlich im Januar 1946 storniert.

Die sechs Einheiten Hutchins, Pringle, Stanly, Stevens, Halford und Leutze (DD-476 bis DD-481) waren dafür vorgesehen, anstelle der Torpedorohre ein Wasserflugzeug und ein Katapult zu tragen. Dies war ein Versuch, die niederländische Praxis zu kopieren, Zerstörern die Möglichkeit der Aufklärung hinter dem Horizont zu geben.
Ein Kingfisher-Wasserflugzeug sollte von einem Kran gehalten werden, der von einem Samson-Pfosten am zweiten Schornstein befestigt wurde. Versuche mit den ersten drei Schiffen Halford, Pringle und Stevens, zeigten, dass der Einsatz eines Wasserflugzeugs in den relativ kleinen Kriegsschiffen nicht möglich war und sie wurden wieder zur Standardbewaffnung umgerüstet. Die andere drei Schiffe Hutchins, Stanly und Leutze wurden erst gar nicht modifiziert.

Die Flugabwehr-Bewaffnung wurde schnell verstärkt und die 28-mm-Vierlings-Stellungen zwischen den 127-mm-Geschützen Nummer 3 und 4 wurden durch 40-mm-Zwillings-Bofors ersetzt, während die 20-mm-Oerlikon-Kanonen in einigen Fällen auf vier reduziert wurden, während es auf anderen Schiffen der Klasse bis zu 11 Stück gab.
Als mehr Bofors-Kanonen verfügbar wurden, wurde eine weitere Zwillingsstellung am Heck hinzugefügt, mit zusammen vier oder sechs 20-mm-Geschützen.
Die vierte Flak-Konfiguration gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren drei 40-mm-Zwillingsstellungen und 10 oder 11 Oerlikon-Kanonen. Aber unter der zunehmenden Bedrohung durch Kamikaze-Flieger beendeten viele Fletcher-Zerstörer den Krieg mit nicht weniger als fünf 40-mm-Zwillings-Kanonen, unterstützt durch sieben 20-mm-Einzel-Flugabwehrgeschützen. Dies konnte erreicht werden, ohne dafür Torpedorohre zu opfern, was ein bemerkenswerter Beweis für den Spielraum bei der Stabilität des ursprünglichen Entwurfs war.

Die Flachdeck-Schiffshülle erwies sich als sehr widerstandsfähig und war ein großer Fortschritt gegenüber der vorhergehenden Bristol-Klasse. Die Fletcher-Klasse waren somit die besten Vielzweck-Zerstörer, welche im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.


Verbesserte Fletcher-Klasse

Fletcher' McNair (DD-680)
3d-Modell der ‚verbesserten Fletcher‘ McNair (DD-680).

Im Jahr 1942 wurden weitere 56 Bestellungen für eine verbesserte Fletcher-Klasse in Auftrag gegeben, welche als Later Fletchers (’spätere Fletcher‘) bezeichnet wurde.
Diese Schiffe waren identisch zum ursprünglichen Entwurf, hatten aber eine niedrigere Brücke und einen Feuerleitturm. Die meisten wurden mit schwerer Flugabwehr-Bewaffnung fertiggestellt, welche bei den ursprünglichen Schiffen in den Jahren 1943/1944 zwischenzeitlich üblich war. Dazu zählten fünf 40-mm-Zwillings-Kanonen und sieben 20-mm-Flak, wenn auch einige weniger 40-mm-Kanonen erhielten.

Die Schiffe der besserten Fletcher-Klasse waren: DD-629 Abbot, DD-630 Braine, DD-631 Erben, DD-642 Hale, DD-643 Sigoumey, DD-644 Stembel, DD-649 Albert W. Grant, DD-650 Caperton, DD-651 Cogswell, DD-652 Inger­soll, DD-653 Knapp, DD-654 Bearss, DD-655 John Hood, DD-656 Van Valken­burgh, DD-657 Charles J. Badger, DD-658 Colaham, DD-659 Dashiel, DD-660 Bullard, DD-661 Kidd, DD-662 Bennion, DD-663 Heywood L. Edwards, DD-664 Richard P. Leary, DD-665 Bryant, DD-666 Black, DD-667 Chauncey, DD-668 Clarence K. Bron­son, DD-669 Cotton, DD-670 Dortch, DD-671 Gatling, DD-672 Healy, DD-673 Hic­kox, DD-674 Hunt, DD-675 Lewis Hancock, DD-676 Marshall, DD-677 McDermut, DD-678 McGowan, DD-679 McNair, DD-680 Melvin, DD-681 Hopewell, DD-682 Porterfield, DD-683 Stockham, DD-684 Wed­derburn, DD-685 Picking, DD-686 Halsey Powell, DD-687 Uhlmann, DD-688 Remey, DD-689 Wadleigh, DD-690 Mertz, DD-792 Callaghan, DD-793 Cassin Young, DD-794 Irwin, DD-795 Preston, DD-796 Benham, DD-797 Cushing, DD-798 Monssen, DD-799 Jarvis, DD-800 Porter, DD-801 Colhoun, DD-802 Gregory, DD-803 Little, DD-804 Rooks.

DD-629 bis DD-644, DD-650 bis DD-653 und DD-688 bis DD-690 wurden von Bath Ironworks gebaut.
DD-649­ bis DD-653 und DD-665 von der Charleston Navy Yard.
DD-654 bis DD-656 von Gulf Shipbuilding in Chick­asaw.
DD-657 bis DD-658, DD-685 bis DD-687 und DD-796­ bis DD-798 von Bethlehem, Staten Island.
DD-659­ bis DD-661 und DD-666 bis DD-680 von Federal Shipbuild­ing, Kearny.
DD-662 bis DD-664 von der Boston Navy Yard.
DD-681 bis DD-682 und DD-792 bis DD -795 von Bethlehem in San Pedro.
DD-683 bis DD-684 von Bethlehem in San Francisco.
DD-799 bis DD-804 von Todd Pacific in Seattle.

Allen-M.-Sumner-Klasse

Der Fletcher- folgte die Allen-M.-Sumner-Klasse, die einen etwas breiteren Fletcher-Schiffskörper verwendete und die sechs 12,7-cm-L/38-Geschütze in drei Doppeltürmen führte.

Die Zerstörer der Allen M. Sumner-Klasse waren eine Weiterentwicklung der früheren Fletcher-Klasse und sollten die Feuerkraft, die Stabilität und die Flugabwehrfähigkeiten verbessern. Sie wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Dienst gestellt und dienten bis weit in den Kalten Krieg hinein.

Überblick
– Typ: Zerstörer
– Betreiber: United States Navy (später auch an andere alliierte Seestreitkräfte abgegeben)
– In Dienst gestellt: 1944-1945 (Zweiter Weltkrieg)
– Anzahl gebaut: 58
– Benannt nach: Allen Melancthon Sumner, einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Kapitän des U.S. Marine Corps

Spezifikationen
– Verdrängung: ~2.200 Tonnen (Standard); ~3.200 Tonnen (Volllast)
– Länge: 114,8 m
– Breite: 12,52 m – breiter als die Fletcher-Klasse für bessere Stabilität
– Tiefgang: ~ 4,78 m
– Antrieb: 60.000 PS, 2 Propeller, Getriebedampfturbinen
– Geschwindigkeit: 34 Knoten (63 km/h)
– Reichweite: ~6.500 nautische Meilen bei 15 Knoten
– Besatzung: ~336 Mann

Bewaffnung (wie ursprünglich gebaut)
– Hauptgeschütze: 6 × 5-Zoll (127 mm)/38-Kaliber-Zweizweckgeschütze in 3 Zwillingslafetten (gegenüber 5 Einzelgeschützen auf Fletcher)
– Torpedos: 10 × 21-Zoll-Rohre (zwei Fünffach-Lafetten)
– Flugzeugabwehr: 12 × 40 mm Bofors (in Doppellafetten) + 11 × 20 mm Oerlikon-Kanonen (in Einzellafetten)
U-Boot-Abwehr: Wasserbombenwerfer + K-Werfer

Huaptsächliche Verbesserungen gegenüber der Fletcher-Klasse:
1. Drei 5-Zoll-Zwillingskanonen: ermöglichten mehr Feuerkraft bei gleichbleibender Schiffslänge.
2. Breiterer Rumpf: verbesserte Stabilität, insbesondere mit schwereren Flak-Waffen.
3. Verbesserte Flak-Aufstellung: optimiert für die zunehmende Luftbedrohung gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.
4. Verbesserte Feuerkontrollsysteme: besseres Radar und Geschütz-Feuerleitung für den Nachtkampf.

Einsatzgeschichte:
– Für die meisten der großen Pazifikschlachten des Zweiten Weltkriegs zu spät in Dienst gestellt, aber einige kamen in den letzten Kriegsmonaten zum Einsatz.
– In den 1950er und 1960er Jahren wurden sie im Rahmen des FRAM-Programms (Fleet Rehabilitation and Modernization) für den Einsatz im Kalten Krieg umfassend modernisiert.
– Viele wurden an Verbündete wie Taiwan, Südkorea, die Türkei und Argentinien übergeben.

Einen weiteren Fortschritt bedeutete die Gearing-Klasse, bei der eine 4,3 m lange Rumpfsektion in den Schiffskörper der Allen-M.-Sumner-Klasse eingefügt wurde. 7,6-cm-Geschütze ersetzten eine Anzahl 4-cm-Rohre, und spätere Schiffe erhielten einen Hedgehog-Wasserbomben-Werfer.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs annullierten die Amerikaner 49 Einheiten und vier wurden vor ihrer Fertigstellung wieder abgewrackt. Aber die 33 bis in die 1970er Jahre noch bei der US Navy im Dienst stehenden Schiffe zeugen von der Güte dieses Entwurfs.


Einsätze

Ihre Feuertaufe erhielten sie bei den Kämpfen bei den Salomon-Inseln im August 1942.
Chevalier, Strong, De Haven und Brownson gingen dabei während der chaotischen Kämpfe nach der Landung auf Guadelcanal verloren.


 

Hoel und Johnston sanken bei der heldenhaften Verteidigung von Spragues Geleitträger-Verband gegen die japanische Flotte vor Samar im Oktober 1944.
Spence und Abner Read wurden durch Luftangriffe nach den Landungen im Leyte-Golf versenkt.
Die größten Verluste traten jedoch während der Kämpfe um Okinawa ein, als Kamikaze-Flieger und Artilleriefeuer Hutchins, Pringle, Leutze, Thatcher, Luce, Bush, Evans, Haggard, Longshaw, Morrison, William D.Porter, Bell, Twiggs, Callaghan, Halligan, Colhound und Little zerstörten.


Nachkriegszeit

US-Zerstörer 'Nicholas' (DD-449)
US-Zerstörer ‚Nicholas‘ (DD-449) nach dem zweiten Modernisierungsprogramm von 1960 mit verbesserter Flak und VDS-Sonar am Heck.

Die Fletchers bildeten das Rückgrat der Nachkriegszerstörer der US-Marine, obwohl mehr als die Hälfte eingemottet blieb. Diejenigen, die im aktiven Einsatz waren, wurden allmählich in den 1950er Jahren modernisiert, mit einem schweren Stativ-Fockmast, um neue Radargeräte mit sich zu führen. Der vordere Satz Torpedorohren wurde entfernt und ebenso das dritte 127-mm-Geschütz. Dies ermöglichte den Einbau von drei automatischen 76-mm-Zwillingskanonen, von denen eine nach hinten feuerte und zwei zwischen den Türmen standen.

Im Rahmen des Programms von 1948 wurden neun zu Geleit-Zerstörern (DDE) umgewandelt, um ihre Anti-U-Boot-Bewaffnung für den Einsatz als Konvoi-Eskorte zu verbessern. Alle Torpedorohre wurden entfernt und der Anti-U-Boot-Raketenwerfer, bekannt als Waffe Able/Alfa, wurde in der B-Position auf einigen der Schiffe installiert, obwohl andere zwei Hedgehog hatten.
Drei weitere Zerstörer wurden unter dem 1949er-Programm und sechs weitere unter dem 1950er-Programm umgebaut, aber die Aufträge an der Anthony (DD-515) und Charles Ausburn (DD-570) wurden storniert.
Saufley wurde als EDDE-465 klassifiziert, aber die anderen wurden zu den Geleitzerstörern DDE-445, DDE-446, DDE-447, DDE-449, DDE-450, DDE-466, DDE-468, DDE-470, DDE-471, DDE-498, DDE-499, DDE-507, DDE-508, DDE-510, DDE-517, DDE-576 und DDE-577. Ab Juni 1962 wurden sie alle wieder als ‚DD‘ (Zerstörer) bezeichnet.

Im Laufe der Jahre wurden viele Fletcher-Klassen-Zerstörer an verbündete Flotten abgegeben.


 

Der massive Flotten-Wiederaufbau und Modernisierung im Rahmen des FRAM-Programms führte zu Umbauten von vielen der Schiffe der Fletcher-Klasse. Die anderen wurden ab 1965 verschrottet und bis 1975 war der letzte dieser großartigen Zerstörer verschwunden, obwohl Anstrengungen unternommen wurden, um die Sullivans als ein Zerstörer-Museum zu bewahren.
Einige wurden auch als Zielschiffe verwendet.
Ammen wurde im Jahre 1960 bei einer Kollision mit Collett vor Newport Beach schwer beschädigt und wurde anschließend verschrottet, während Monssen während eines Sturms, angetaut vor Beach Haven Inlet, im Jahre 1962 zerstört wurde.

Benutzer: US Navy (im 2. Weltkrieg, später auch an viele anderen Marinen abgegeben).


Animation 3d-Modell US-Zerstörer DD-680 McNair der verbesserten Fletcher-Klasse


Mehr darüber:

[amazon_auto_links asin=’B00061HIPS, 1472855124, B09Q6CZ1TM‘ template=’ProductGrid‘ store=’egamesportal-21′ marketplace=’DE‘]


Spezifikationen verbesserter Fletcher

Spezifikationen:

verbesserter Fletcher
Spezifikation
Typ
Zerstörer
Wasserverdrängung
2.083 t
Einsatzverdrängung
3.089 t
Länge in der KWL
112,6 m
Länge über alles
114,5 - 114,6 m
Breite
12 - 12,1 m
Tiefgang
5,4 m (maximum)
4 Babcock & Wilcox oder Foster Wheeler
Maschinen
General-Electric oder Westinghouse-Doppelgetriebe-Turbinen mit 2 Wellen
Gesamtleistung
60.000 PS
Brennstoffvorrat
500 t (Heizöl)
Geschwindigkeit
37-38 kn
Fahrbereich
5.211 sm bei 15 kn (einige der 'normalen' Fletcher hatten bis zu 533 t Heizöl für bis zu 6.500 sm bei 15 kn)
Besatzung
319

Bewaffnung:

verbesserter Fletcher
Spezifikation
Haupt-Bewaffnung
5 x 12,7-cm L/38 Geschütze
Sekundär-Bewaffnung
-
Flak
5 x Zwillings-40-mm-Bofors, 7 x 20-mm Oerlikon
Torpedorohre
12 x 53,3-cm
Minen
-
U-Abwehr-Waffen
6 Wasserbombenwerfer, 2 Wasserbomben-Abwurfschienen
Flugzeuge
-

Panzerschutz:

verbesserter Fletcher
Dicke
Seite (Gürtel)
19 mm
Oberdeck
-
Hauptdeck
-
Panzerdeck (über Maschinen)
13 mm
Hauptartillerie
-
Barbetten
-
Mittelartillerie
-

Einsatzstatistik:

Fletcher
Angaben
Fertigstellung
Fletcher-Klasse (119 Schiffe): 1942-1945; verbesserte Fletcher-Klasse (62 Schiffe): 1943-1945
Stückpreis
ca. 2.400.000 $ = ~ 5.300.000 RM (Reichsmark)
Verbleib Fletcher
21 versenkt im 2. Weltkrieg, 32 an andere Marinen abgegeben, restliche Schiffe abgewrackt bis 1975
Verbleib verbesserter Fletcher
3 versenkt im 2. Weltkrieg, 15 an andere Marinen abgegeben, restliche Schiffe abgewrackt bis 1975


Quellenangaben und Literatur

Fighting Ships of the World (Antony Preston)
Kriegsschiffe von 1900 bis heute – Technik und Einsatz (Buch und Zeit Verlagsgesellschaft)
The Illustrated Directory of Warships from 1860 to the present day (David Miller)
Flotten des 2. Weltkrieges (Antony Preston)
Kriegsschiffe 1939-45 (Heyne-Bildpaperback)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)

Weitere interessante Beiträge:
Fiat CR42 Falco
Stärke und Organisation der Regia Aeronautica und Regia Navale beim Kriegseintritt Italiens im Juni 1940. Regia Aeronautica und Regia Navale Read more
Totenkopf Soldaten
Einsätze der 3. SS-Panzer-Division Totenkopf (T) von 1944 bis 1945 (Teil IV). In Russland 1944 und der Endkampf in Ungarn Read more
Deutsche Infanterie Strassenkampf
Organisation der Formationen und Verbände der deutschen Wehrmacht vom Polenfeldzug 1939 bis zum Unternehmen Barbarossa 1941. Organisation der deutschen Heereseinheiten Read more
Steiner Wiking-Division Befehlsausgabe
Aufstellung, Kommandeure und Einsätze der 5. SS-Freiwilligen-Panzer-Division Wiking 1941 bis 1945: Unternehmen Barbarossa, im Kaukasus, Ostfront und Ungarn. 5. SS-Panzer-Division Read more
Tokarew TT-33
Russische Nagant-Revolver und automatische Tokarew-Pistolen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. Russische Revolver und Pistolen Read more
Schlachtschiff Kaiser WoWs
Die deutschen Schlachtschiffe Kaiser, Nassau und König aus dem Ersten Weltkrieg und in World of Warships. Geschichte im 1. Weltkrieg, Read more

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen

Einen Moment bitte noch - das hier ist bestimmt auch interessant:

Typ XXI U-Boot
U-Boot Typ XXI, das erste wirkliche Unterseeboot der Welt. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen und Bilder. Hier zum Vorgänger Hochsee-U-Boot Typ Read more

VIELEN DANK FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT!