Schlachtschiff HMS King George V - Klasse (5 Schiffe: King George V, Prince of Wales, Duke of York, Anson, Howe)
Typ: Schlachtschiff
Geschichte: Zwar wurden Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre eine Reihe von Entwürfen für Schlachtschiffe vorbereitet. Die meisten davon sollten aber nur Aufschluß darüber geben, ob die vorgeschlagenen verschiedenen Begrenzungen hinsichtlich Größe und Bewaffnung 'sinnvoll waren. Nach dem Washington-Vertrag wurde die Typverdrängung für Schlachtschiffe auf 35.560 t, das größte Geschützkaliber auf 40,6 cm beschränkt. Die ersten Entwürfe für die King George V Klasse wurden 1934 gefertigt. Sie sahen ziemlich langsame Schiffe mit schwerer Artillerie von neun 38,1-cm-Geschützen in Drillingstürmen und eine aus 15,2-cm-Geschützen gebildete Mittelartillerie vor. Letztere wurde beinahe sofort in
12-cm- Doppeltürme geändert; der endgültige Entwurf enthielt dann die 13,3-cm-See/LuftzielDoppeltürme der leichten Kreuzer der Dido- Klasse.
Die 1935 vorgelegten Entwürfe sahen schnellere Schiffe vor, aber das im selben Jahr abgeschlossene Flottenabkommen legte ein größtes Kaliber von 35,6 cm unter der Voraussetzung fest, daß alle Signatarstaaten des Washingtoner Vertrags dieses Abkommen ratifizieren würden. Großbritannien hatte Anfang der 30er Jahre bereits 35,6-cm-Geschütze in Auftrag gegeben; ihre Verwendung wurde von der Admiralität mehr nach praktischen Erwägungen als im Hinblick auf das Abkommen beschlossen. Japan ratifizierte indessen das Abkommen mit dieser Auflage nicht, so daß nach April 1937 40,6-cm-Geschütze zugelassen waren. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich schon zwei Schiffe der King GeorgeV -Klasse in Bau. Als Sicherheitsvorkehrung gegen eine mögliche Nichtratifizierung der Bestimmung und zum Schutze vor rivalisierenden fremden Schiffen wurde die King George V -Klasse gegen 40,6-cm-Granaten gepanzert, wodurch sie viel besser geschützt war als ausländische Zeitgenossen.
Die ursprüngliche Bewaffnung sollte sich aus zwölf 35,6-cm-Geschützen in drei Vierlingstürmen zusammensetzen; Turm B wurde jedoch als Doppelturm ausgeführt um mit dem eingesparten Gewicht den Panzer zu verstärken, so daß der horizontale Schutz ausreichte. Wie die Nelson-Klasse hatte auch die King George V - Klasse eine 'Alles-oder-nichts'-Panzerung. Allerdings wurde bei ihr der schräggestellte Binnengürtel weggelassen, weil er im Falle einer Beschädigung zu schwierig zu reparieren war; und ein Außengürtel gewährleistete einen größeren gepanzerten Reserveauftrieb. Ferner hatten sie einen verbesserten Horizontalpanzer und Schutz für die Schiffsenden. Das
Hauptpanzerdeck lag auf dem tiefen Gürtel auf und alle Fernmeldemittel des Schiffes waren unter diesem Deck untergebracht.
Die Bestückung mit im Vergleich zu ihren ausländischen Widerparten kleineren Geschützen war nicht besonders wichtig; denn die 35,6-cm-Granaten konnten fast jeden Schlachtschiffpanzer auf die meisten Kampfentfernungen durchschlagen.

Schlachtschiff HMS King George V als Flaggschiff von Admiral Tovey bei der Versenkung der Bismarck.
Das Problem beim Versenken des deutschen Schlachtschiff Bismarck ist darin zu sehen, daß die King George V und Rodney gezwungen waren, zu dicht heranzugehen, um Treffer zu gewährleisten, bevor ihr Brennstoff verbraucht war.
Das Gefecht mit der Bismarck und spätere Operationen im Pazifik unterstrichen den kleinen Fahrbereich der King George V -Klasse. Diese Wahl war indes mit voller Absicht getroffen worden, um sicherzustellen, daß die Schiffe ein ausreichendes offensives und defensives Potential bei begrenzter Verdrängung besaßen. Sie waren zwar nicht so manövrierfähig wie die amerikanischen Schlachtschiffe der Washington-Klasse, wiesen aber gegenüber der Nelson-Klasse erhebliche Verbesserungen auf.
Ihre ungünstigste Eigenschaft war der beschränkte Freibord am Bug, dessen Ursache die militärische Forderung an Turm A für Bugfeuer bei Gegnerlage 0° war. Die Vierlingstürme hatten einige Kinderkrankheiten durchzumachen (die sich am meisten auf der Prince of Wales während des Gefechts mit der Bismarck bemerkbar machten), aber diese waren wie bei jedem komplexen Turm unvermeidlich und bald überstanden.
Die Prince of Wales erlitt, obwohl sie von mehreren Granaten der Bismarck (die meisten davon Blindgänger) getroffen wurde, nur geringfügige Schäden. Ihr Verlust sieben Monate später ging vor allem auf den Mangel an neuen Erfahrungen mit Erschütterungsschäden zurück. Bei Angriffen durch japanische Bomben- und Torpedoflugzeuge vom Typ Mitsubishi vor Malaya wurden ihre Hilfsmaschinen durch den Druck von Nahtreffern aus ihren Fundamenten gerissen, so daß bei den Fla-Waffen und Pumpen die Antriebsenergie ausfiel. Die restlichen Schiffe der Klasse wurden später so geändert daß eine Wiederholung ausgeschlossen war.
Die King George V war eine Zeitlang Flaggschiff der Home Fleet, hatte teil an der Versenkung der Bismarck und ging später wie Howe und Anson in den Pazifik. Die beiden letztgenannten Schiffe wiesen einige Verbesserungen auf, die aus den ersten Kriegserfahrungen resultierten. Alle verbliebenen Schiffe wurden mit Radar ausgerüstet und erhielten gegen Ende des 2. Weltkriegs eine deutlich verbesserte leichte Fla-Bewaffnung; ihre Flugzeuge gaben sie zwischen 1943 und 1944 von Bord.
Vier abgeänderte Versionen mit neun 40,6-cm-Geschützen wurden als Lion- Klasse auf Kiel gelegt, aber 1940 storniert. Ein letztes Schlachtschiff, die Vanguard, wurde in der letzten Hälfte des 2. Weltkrieg gebaut. Zur Beschleunigung des Baus erhielt sie u.a. vier alte 38,1-cm-Doppeltürme. Sie wurde ein größeres und seetüchtigeres Schiff.
Benutzer: britische Marine (Royal Navy). |

Schlachtschiff HMS King George V mit seitwärts gerichteten 356-mm-Geschützen. Das Schiff ging bei der Bombardierung der japanischen Hauptinsel Honshu im Juli 1945 verloren.
King George V |
| Wasserverdrängung |
36.566 t
(1945: 40.090 t) |
| Einsatzverdrängung |
41.646 t
(1945: 45.496 t) |
| Länge zwischen Loten |
213,7 m |
| Länge über alles |
227,5 m |
| Breite |
31,5 m |
| Tiefgang |
10,5 m |
| Haupt-Bewaffnung |
10 x 35,6 cm L/45 Geschütze |
| Sekundär-Bewaffnung |
16 x 13,3 cm Mehrzweck |
| Flak |
48 (1945: 96) x 4 cm-Flak,
16 x 12,7 cm, 1945 stattdessen 55 x 2 cm-Flak
|
| Flugzeuge |
3 |
| Panzerung Seite (Gürtel) |
114 - 381 mm |
| Panzerung Hauptdeck |
127 - 152 mm |
| Panzerung Unterdeck |
63 - 127 mm |
| Panzerung Hauptartillerie |
152 - 330 mm |
| Panzerung Barbetten |
280 - 330 mm |
| Panzerung Mittelartillerie |
25 - 38 mm |
| Kessel |
8 x Admiralty-3-Trommel-Kessel |
| Maschinen |
Parsons-Einfach-getriebeturbinen mit 4 Wellen |
| Gesamtleistung |
125.000 PS |
| Heizöl |
3.760 t |
| Geschwindigkeit |
29,5 kn |
| Fahrbereich |
11.770 sm bei 10 kn |
| Besatzung |
1644 |
| Bauzeit |
King George V: 1.1.1937 - 1.10.1940
(Verlust Juli 1945)
Prince of Wales:
1.1.1937 - 31.3.1941
(versenkt 10.12.41)
Duke of York:
5.5.1937 - 4.11.1941
Anson:
20.7.1937 - 22.6.1942
Howe:
1.6.1937 - 29.8.1942 |
| Stückpreis |
? (US North-Carolina-class battleship mit 45.500 t ca. 60 Millionen US-Dollar = ca. 135 Millionen Reichsmark) |

3D-Modell Schachtschiff King George V

Das zur King George V -Klasse gehörende Schlachtschiff HMS Duke of York dampft mit äußerster Kraft voraus und mit feuerbereiter schwerer Artillerie.

Schlachtschiff Howe und ein Schwerer Kreuzer der Country-Klasse im Eismeer.
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