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Schlachtschiff Bismarck
und Tirpitz


Schlachtschiff Bismarck

Schlachtschiff Bismarck - Klasse
(2 Schiffe: Bismarck, Tirpitz)
Typ:
Schlachtschiff
Geschichte:
Die nach dem Ersten Weltkrieg erzwungene Einstellung der Entwurfs- und Erprobungsarbeiten wirkten sich auf alle deutschen Schiffsbauten des 2. Weltkriegs aus. Den deutschen Kriegsschiffbauern war es nicht nur verwehrt gewesen, die hinsichtlich der Entwürfe von Kriegsschiffen im 1. Weltkrieg erteilten Lektionen richtig auszuwerten, ihnen fehlte auch die für neue Konzeptionen unerläßliche durchgehende Praxis. Außerdem konnten sie nicht wie die Alliierten in den frühen 20er Jahren mit fremden Schiffen Vergleichsversuche, Bewertungen und bis zur Vernichtung führende Erprobungen vornehmen.

Die Bismarck bei Seeerprobung
Die Bismarck während der See-Erprobung. Es fehlen noch die Feuerleitgeräte auf der vorderen Brücke, im Topp des Turmmasts und auf den achteren Aufbauten. Mittschiffs wird gerade ein Boot ausgesetzt.

Ende der 20er Jahre begannen die deutschen Schiffbauer also mit einem erheblichen Nachholbedarf gegenüber ihren Berufskollegen bei anderen Großmächten. Beim Entwurf der Gneisenau- Klasse konnten sie noch auf den aus dem 1.Weltkrieg stammenden Entwurf für die Mackensen zurückgreifen. Für ein modernes, ausreichend schnelles Schiff der gewünschten Größenordnung gab es jedoch keinen geeigneten Entwurf aus dem 1.Weltkrieg. Während die der Gneisenau-Klasse vergleichbaren fremden Schiffe entweder kleiner (wie die französische Dunkerque-Klasse) oder im 1. Weltkrieg gebaut worden waren, sollte das neue Schlachtschiff jedem Rivalen überlegen sein, von denen die meisten das Ergebnis jahrzehntelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeiten waren, die den Deutschen einfach fehlten. Sie hatten auch nicht die Zeit, diesen Vorsprung aufzuholen. Theoretische Studien für ein Schlachtschiff waren 1933 aufgenommen worden.

Der englisch-deutsche Flottenvertrag vom 18. 6. 1935 räumte den Deutschen genügend noch verfügbare Schlachtschifftonnage ein um drei Schlachtschiffe von je 35.000 t Typverdrängung zu bauen. Die Bauaufträge für zwei Einheiten wurden Anfang 1936 vergeben. Unter dem Zeitdruck verwendeten die deutschen Schiffbauer als Grundlage für die neuen Schiffe den Entwurf der Baden aus dem 1.Weltkrieg. Der Plan mußte vergrößert werden, um der Forderung nach einer um 6 kn gesteigerten Geschwindigkeit, der gewaltigen Verstärkung der Fla-Bewaffnung sowie einem verbesserten Torpedoschutz zu genügen. Bei der zuletzt genannten Eigenschaft kam den Planern zustatten, daß sie wegen der flachen deutschen Küstengewässer den Tiefgang so niedrig wie möglich halten mußten. Wie bei der japanischenYamato­Klasse verbreiterten sie deshalb den Schiffskörper, so daß ein hervorragender Torpedoschutz in die Schiffe eingearbeitet werden konnte.

Kriegsschiff Bismarck läuft zum Unternehmen Rheinübung aus
Das Schlachtschiff Bismarck läuft von Bergen zur letzten Fahrt aus.

Obgleich das Ergebnis ein unbestritten kampfstarkes Schiff war, hätte das Schlachtschiff Bismarck doch noch schlagkräftiger ausfallen können. Der Mangel an Forschungsarbeiten über Schutzsysteme hatte zur Folge, daß im Gegensatz zu fremden Rivalen, bei denen das Hauptpanzerdeck unmittelbar oder dicht über dem Panzergürtel saß und damit die Fernmeldeeinrichtungen schützte, es bei der Bismarck nahe dem Schiffsboden lag. Ihre Fernmeldemittel waren buchstäblich ungeschützt, ein Umstand, der zu ihrer schnellen und leichten Vernichtung durch die englischen Schlachtschiffe Rodney und King George V beitrug.

Genau wie es sich bei den deutschen Schiffen 25 Jahre zuvor in der Schlacht vor dem Skagerrak bemerkbar gemacht hatte, fehlte der Bismarck der nötige Schutz der Ruderanlage, was ihr das Entkommen unmöglich machte. Mangelhafte Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Mehrzweckwaffen mittlerer Kaliber führten dazu, daß die Bismarck getrennte mittlere und schwere Fla-Batterien erhielt, wodurch sie wiederum für ihre Bewaffnung viel zu groß ausfiel. Nicht vorgenommene Forschungsarbeiten bedeuteten auch, daß die deutsche Panzerung sich mit den britischen oder amerikanischen Normen nicht messen konnte. Ihr gepanzerter Kommandoturm, der theoretisch gegen Treffer durch Schlachtschiffartillerie geschützt war, wurde zu einem frühen Zeitpunkt des Gefechts von einer britischen 20,3-cm-Granate ausgeschaltet. Wie die meisten schweren deutschen Einheiten des 2. Weltkriegs hatte die Bismarck, gemessen an ihrer Größe, schlechte See-Eigenschaften. Schließlich und endlich gab es bei den deutschen Geschossen zu viele Blindgänger, lediglich eine der Granaten, die die HMS Prince of Wales trafen, detonierte wie vorgesehen.

Der Entwurf der Bismarck besaß indes auch seine guten Seiten. Die Feuerleitung war ziemlich, die für die Fla-Geschütze besonders gut. Außerdem verfügte sie über Funkmeßgerät für die Artillerie. Es erwies sich als außerordentlich schwierig, sie zum Sinken zu bringen (obgleich dies viel weniger wichtig war als die Leichtigkeit, mit der sie außer Gefecht gesetzt werden konnte). Erst nachdem die Besatzung Sprengladungen gezündet und die HMS Devonshire Torpedotreffer erzielt hatten, sank sie schließlich doch.

Schlachtschiff Tirpitz beschiesst Spitzbergen 1943
Das Schlachtschiff Tirpitz beschießt 1943 Spitzbergen. Der Schiffskörper ist deutlich zu erkennen. Bei den Kuppeln mittschiffs und auf den achteren Aufbauten handelt es sich um Fla-Feuerleitgeräte.

Die Tirpitz war der Bismarck sehr ähnlich, der Hauptunterschied lag in ihrem größeren Fahrbereich sowie den anders aufgestellten Bordkränen und den Turmmast. Sie wurde am 22.9.1943 durch britische Kleinst-U-Boote schwer beschädigt und niemals wieder richtig instand gesetzt. Sie überstand mehrere Bombenangriffe. Durch 5,6-t- Bomben wurde sie schließlich bei Tromsö versenkt.

Deutsches Schlachtschiff Bismarck im Gefecht mit Hood
Das Schlachtschiff Bismarck im Gefecht mit dem englischen Schlachtkreuzer Hood. Das Foto wurde von dem Kreuzer Prinz Eugen aus aufgenommen.

Schlachtschiff Bismarck
Wasserverdrängung
42.344 t
Einsatzverdrängung
50.996 t
Länge zwischen Loten
241,5 m
Länge über alles
251 m
Breite
36 m
Tiefgang
9 m
Haupt-Bewaffnung
8 x 38 cm L/47 Geschütze
Sekundär-Bewaffnung
12 x 15 cm L/55
Flak
16 x 10,5 cm L/65,
16 x 3,7 cm Flak,
12 x 2 cm Flak
(Tirpitz 1944: 58)
Torpedorohre
nur Tirpitz:
24 x 53,3-cm
Flugzeuge
6
(Tirpitz: 4)
Panzerung Seite (Gürtel)
145 - 323 mm
Panzerung
Oberdeck
50 mm
Panzerung Hauptdeck
30 mm
Panzerung
Panzerdeck
80 - 120 mm
Panzerung Hauptartillerie
130 - 360 mm
Panzerung Barbetten
220 mm
Panzerung Mittelartillerie
20 - 100 mm
Kessel
12 x Wagner-Kessel
Maschinen
Blohm&Voß-Einfachgetriebe-Turbinen mit 3 Wellen
Gesamtleistung
150.000 PS
Heizöl
7.461 t
Geschwindigkeit
30,1 kn
Fahrbereich
9.280 sm bei 16 kn
Besatzung
2092
(Tirpitz: 1905)
Bauzeit Bismarck: 1.7.1936 - 24.8.1940
(Versenkt 27.5.1941)
Tirpitz:
26.10.1936 - 25.2.1941
(versenkt 12.11.1944)

3D Modell vom Schlachtschiff Bismarck
3D-Modell Schachtschiff Bismarck

Strategiespiel WW2 Total
Dieses 3D-Modell ist aktueller Bestandteil vom Strategiespiel WW2 Total. Die Daten für Produktion, Bewegung und Kampf der Einheiten befinden sich hier !

Schlachtschiff Bismarck in Norwegen
Die Bismarck, im norwegischen Fjord vor ihrer letzten Fahrt.

Die Bismarck am 20.5.1941
Die Bismarck vom Kreuzer Prinz Eugen aus fotografiert, am Anfang ihrer letzen Fahrt am 20.Mai 1941. Um ihre Silouette zu verschleiern, befindet sich ein Tarnanstrich auf dem Rumpf.

Die Bismarck im Kiel von Prinz Eugen
Die Bismarck läuft hinter Prinz Eugen.

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