Messerschmitt Bf 110
Typ: schweres Jagdflugzeug, Zerstörer, Nachtjäger, Jagdbomber
Geschichte: Das Reichsluftfahrtministerium forderte 1934 - wie die Luftwaffen in fünf anderen Ländern auch - einen neuen Jagdflugzeugtyp mit zwei Motoren und außergewöhnlicher Reichweite. Der Zerstörer sollte sowohl Bombenflugzeuge als auch einsitzige Jagdflugzeuge bekämpfen können und die eventuell geringere Wendigkeit durch höhere Feuerkraft ausgleichen. Mit großer Reichweite sollten sie Bomber bei ihren Angriffen aufs feindliche Hinterland begleiten können.

Eine Messerschmitt Bf 110 C-1 vom Zerstörergeschwader 76 mit dem Haifischmaul im Sommer 1940.
Mit den neuen DB-600-Motoren erreichte der Prototyp mit 509 km/h eine recht gute Geschwindigkeit, war jedoch schwer zu steuern und kaum wendig. Die ersten Serienflugzeuge, Messerschmitt Bf 110 B-1 bewaffnet mit zwei Kanonen, kamen für den Test im spanischen Bürgerkrieg zu spät. Sie wurde bald durch die C mit dem neuen DB 601 Motor mit Direkteinspritzung und besserer Leistung in allen Höhen ersetzt.

Eine Messerschmitt Bf 110 C-4 vom Zerstörergeschwader 76 wirbelt im Winter 1941/42 den Sand der libyschen Wüste auf.
Zu Beginn des 2. Weltkrieges verfügte die deutsche Luftwaffe über 195 Bf 110 C, die im Polenfeldzug vornehmlich zur Erdkampfunterstützung eingesetzt wurden, jedoch auch jedem Gegner in der Luft gewachsen waren. Ebenso ging es in den Blitzkriegen gegen die Niederlande, Belgien und Frankreich, bei denen 350 eingesetzt wurden. Nur in der Luftschlacht um England erlebten die Bf 110 eine Niederlage, weil sie für die Spitfire und selbst für die Hurricane - kein Gegner waren. So mußte denn bald die Messerschmiitt Bf 109 den Begleitjäger begleiten.

Zwei Bf 110 D-1 vom ZG26 mit sandgelben Tarnanstrich über dem Mittelmeer, 1941.
Doch die Produktion der mit Radar, Nachtjagdausrüstung und dem neuen DB 605 Motor ausgestatteten Nachtjäger-Versionen wurde 1943 praktisch verdreifacht Diese Leistung wurde auch 1944 durchgehalten. Diese G- und H-Modelle spielten 1943-45 bei den nächtlichen Schlachten über dem Reichsgebiet eine erhebliche Rolle.

Zwei Nachtjäger vom Typ F mit schwarzem Nachjagdttarnanstrich vom Nachtjagdgeschwader 4
Ein Trio von Bf 110 D vom ZG 26, welches gerade nach Nord-Afrika verlegt wird.

Zerstörer Messerschmitt mit erdbraunen Tarnanstrich und gelben Erkennungsband über der Ostfront.
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Messerschmitt Bf 110 D vom Zerstörergeschwader 26 im Steigflug über Sizilien, um sich mit Bombern zum Angriff auf Malta zu treffen (1942).
Messerschmitt Bf 110 C-4 |
| Typ |
Zerstörer und Jagdbomber |
| Antrieb |
zwei 1200 PS flüssigkeitsgekühlter V-12-Motor Daimler-Benz DB 601N Motoren |
| Besatzung |
2 |
| Spannweite |
16,25 m |
| Länge über alles |
12,10 m |
| Höhe über alles |
3,50 m |
| Leer-Gewicht |
4.500 kg |
| max.Startgewicht |
7.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit |
562 km/h in 7.000m |
| Marschgeschwinidgkeit |
490 km/h in 5.000m |
| Steigleistung |
5500 m in 8 min. |
| Dienstgipfelhöhe |
10.000 m |
| Reichweite |
850 km (ohne Abwurftanks) |
| Bewaffnung |
zwei 20 mm Oerlikon MG FF Kanonen [je 540 Schuss/min.] und vier 7,92 mm MG 17 [je 1200 Schuss/min., 765 m/s Mündungsgeschw.] starr im Bug
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ein 7,92 mm MG 15 manuell im hinteren Cockpit. |
Aufhängungen für bis zu vier 250-kg-Bomben. |
| Erstflug |
12.Mai 1936
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| Indienststellung Bf 110 C-1 |
April 1939 |
| Serienproduktion Bf 110 F |
Anfang 1941 |
| Produktionsbeginn Nachtjäger F-4 |
1942 |
| Endlieferung Bf 110 H |
Februar 1945 |
| Stückzahl (alle) |
6.050 |
| Übernommen von Luftwaffe 1/39-12/44 |
5.904 |
| Produktion 1939 |
156 |
| Produktion 1940 |
1.081 |
| Produktion 1941 |
784 |
| Produktion 1942 (ohne Nachtjäger) |
580 |
| Produktion 1943 (ohne Nachtjäger) |
791 |
| Produktion 1944 (ohne Nachtjäger) |
128 |
| Bestand am 1.9.39 |
195 |
| Bestand am 20.9.42 |
405 |
| Bestand am 31.12.42 |
405 |
| Bestand am 10.1.45 |
395 (alles Nachtjäger) |

3D Modell Messerschmitt 110

Mechaniker arbeiten an einem Langstrecken-Begleitjäger Bf 110 D mit Dackelbauch, einem abwerfbaren Treibstoffbehälter.
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