Deutscher Panzer mit Infanterie im Angriff in Russland   Englische Hurricane und Spitfire-Jagdflugzeuge

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Lancaster Bomber Spezial und Mk II
schwerste Bombenflugzeuge auf dem europäischen Kriegsschauplatz


Lancaster Bomber Mk II

Lancaster Bomber Spezial und Mk II
Typ:
schwerstes Bombenflugzeug auf dem europäischen Kriegsschauplatz im 2. Weltkrieg.
Geschichte:
Eine Serie von 300 Lancaster Bomber wurden als Mk II mit den kräftigeren Bristol-Herkules Sternmotoren ausgerüstet. Sie hatten vergrößerte Bombenkammern (durch Ausbeulungen erkennbar) und einen Waffenstand unter dem Rumpf.

Unter Verzicht auf die 'Radarbeule' unter dem Rumpf war der Mk II und Mk I Spezial darauf eingerichtet, Luftminen mit 5443 kg und Sprengbomben mit 5443 kg und 9979 kg Gewicht aufzunehmen.

Beladen Lancaster Bomber mit 5400 kg Bombe
Die erste der großen Bomben, welche durch Lancaster-Bomber verwendet wurden, war das 12.000lb-HC-Gerät (5443 kg). Die wichtigsten Abschnitte wurden mit Torpex gefüllt. Die Bombe benötigt ein Team von vier Mann für die Vorbereitungen und das verbolzen - eine Prozedur, die zwei Stunden und fünfzehn Minuten in Anspruch nahm, und das Laden hat weitere 35 Minuten gedauert.

Die Flugzeuge der 617. Staffel (Dambusters) waren dafür ausgerüstet, die Wallis-Lufttorpedos abzuwerfen und zum Einsatz zu bringen.

Abwurf Wallis-Lufttorpedos durch Dambuster Lancaster Bomber
Ein Wallis-Lufttorpedo wird während Übungen in Reculver, Großbritannien, von einem Dambuster-Bomber abgeworfen.

Möhne-Damm zerstört nach englischen Dambuster-Angriff 1943
Die Zerstörungen an der Möhnetalsperre am Tag nach dem Angriff vom 16. auf den 17. Mai 1943.

Sie transportierten eine schwerere Ladung und größerer Bomben als jedes andere Flugzeug auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Die panzerbrechenden 5443 kg-Bomben wurden eingesetzt, um die Tirpitz zu versenken und mittels 9979 kg-Bomben letztlich das stabile Viadukt in Bielefeld im März 1945 zerstört.

Schlachtschiff Tirpitz kiel-oben nach Luftangrff
Das gekenterte Schlachtschiff Tirpitz nach dem Angriff vom 12. November 1944 durch 31 Lancaster-Bomber. Das Schiff wurde von mindestens sechs 5443-kg schweren Tallboy-Bomben getroffenen, von denen eine eine Explosion in einem der Magazine auslöste.

Bielefeld Viadukt nach Zerstörung im März 1945
Das stabile Bielefeld-Viadukt nach dem Angriff durch Lancasters der 617.Staffel, welche eine Grand-Slam-Bombe (9979 kg) und mehrere Tallboys (5443 kg) am 14.März 1945 abwarfen. Die großen Krater sind von den Tallboys, während die Grand Slam ein kleineres Loch in den Boden bohrte um tief im Untergrund zu explodieren.

Der Befehlshaber des englischen Bomberkommandos, genannt Bomber Harris, faßte folgendes über die Avro Lancaster zusammen: 'Man kann eine Lancaster vier Halifax-Bomber vorziehen. Die Halifax erleidet viermal soviele Verluste für die gleiche abgewurfene Bombenmenge. Niedrige Flughöhe und kürzere Reichweite machen sie zu einer Verlegenheitslösung bei der Planung von Angriffen zusammen mit der Lancaster.'
Tatsächlich aber erlitten die Lancaster eine höhere Verlustquote als der Halifax während der Tagesangriffe, welche gegen Ende des 2. Weltkrieges vorherrschten. Außerdem kamen im Verhältnis mehr ihrer Besatzungsmitglieder ums Leben, wenn ihr Flugzeug abgeschossern wurde. Es wird auch vielfach vermutet, daß die Besatzungen von Lancaster-Bombern aufgrund der größeren Flughöhe und ihrer unkomfortabelen Ausstattung letztlich ihre Bomben ungenauer abgeworfen haben. Schließlich, obwohl es die größere Bombenmenge tragen konnte, war die Lancaster weniger nützlich als Mehrzweck-Flugzeug als die geräumige Halifax, und war auch weniger gut für Einsätze in den Tropen geeignet.

Aber in Arthur Harris strategischem Bombenkrieg waren lebende Bomberbesatzungen in deutschen Kriegsgefangenenlagern nicht mehr nützlich als die Gefallenen, und ein zwar etwas ungenauerer, aber dafür richtig dichter Bombenteppich um das Ziel, das ja immerhin die Größe einere ganzen Stadt hatte, viel wichtiger.
Die Tatsache, daß ein durchschnittlicher Lancaster 154 Tonnen Bomben in seinen 27,2 Einsatzleben abwerfen und auch Ziele hinter Berlin erreichen konnte, war eher nützlich als eine kürzere Reichweite der Halifax mit ihren durchschnittlichen 100 Tonnen. Mit diesen Vorteilen von einem Flugzeug, daß zudem auch noch billiger in der Herstellung war, war es unvermeidlich, daß die Lancaster in größerer Zahl als jeder andere Bomber gebaut wurde und auch die Hauptlast des Luftkrieges trug.
Sie wurden während des 2.Weltkrieges auf 156.192 Einsätze geschickt, bei denen 3.836 verloren gingen. Diese Einsätze beinhalteten 107.085 Angriffe auf Deutschland (23.204 davon bei Tag) wobei 2.508 Lancaster verloren gingen (179 bei den Tagesangriffen), was fast die Hälfte aller Verluste des englischen Bomberkommandos entspricht.
Die Optimierung der Lancaster auf die einzige Rolle als strategischer Bomber war weitgehend eine Konsequenz des Krieges. Die Halifax- und Stirling-Bomber waren in Friendenszeiten für einen voraussichtlichen Kriegsbedarf entwickelt worden, während die Lancaster im Lichte der tatsächlichen Ereignisse entstanden ist. Ein Mehrzweck-Kampfflugzeug war nicht erforderlich, es kam vielmehr auf leichte und wirtschaftliche Herstellung an, weniger auf Komfort für die Besatzungen oder die bestmögliche Sicherheit für deren Überleben im Falle eines Abschuss.

Benutzer: England (RAF mit englischen, kanadischen und polnischen Staffeln), Australien, Kanada, Neuseeland.
(Angaben für alle Versionen)

Avro Lancaster wird mit Tallboy-Bombe beladen
Das Bodenpersonal belädt eine Lancaster mit einer 5443-kg-Tallboy-Bombe. Die auf dem Rumpf der Lancaster gemalten Bomben geben die Anzahl der bisher geflogenen Bombeneinsätze an.

Technische Daten und Statistik:
Avro 683 Lancaster Mk II
Typ
schwerer Bomber
Antrieb

4 x Bristol Hercules VI 14-Zylinder-Doppelstern-Motoren mit je 1.650 PS

Besatzung
8
Spannweite
31,10 m
Länge über alles
21,10 m
Höhe über alles
5,97 m
Leergewicht
16.705 kg
Startgewicht
30.800 kg
Höchstgeschwindigkeit

462 km/h
in 3.500 m

Marschgeschwindigkeit
338 km/h
Steigleistung
auf 6.095 m in 41 Minuten (mit Höchstladung)
Dienstgipfelhöhe
7.467 m
Reichweite

2.675 km
(mit 6.350 kg Bomben), bis zu 4.320 km

Bewaffnung

10 x 7,7-mm Browning MG, davon je 2 in elektrisch angetriebenen Türmen im Bug, auf und unter dem Rumpf, Heckstand mit vier MGs.

bis zu 9.979 kg Bomben
Stückpreis
40.000 £
= 420.000 Reichsmark
Erstflug (Mk I)
9.Januar 1941

Truppenlieferung (Mk I)

September 1941
(Mk II nicht später als Oktober 1942)
Erster Kampfeinsatz (Spezial)
Mai 1943
Endlieferung
2.Februar 1946
Truppenverwendung bis
Februar 1954
Stückzahl (alle)

Insgesamt: 7.366
(davon 300 Mk II, 3.425 Mk I und 3.039 Mk III)

Einsätze im 2.Weltkrieg (alle)
156.192
(davon 148.403 als Bomber)
Verluste (alle)
3.832
(40,76 Einsätze je Verlust)
Bombenmenge auf Ziele (alle)
608.612 t
(4,1 t je Bombereinsatz)

3D-Modell Lancaster Bomber Mk II
3D-Modell Avro Lancaster Mk II

Lancaster Bomber Mk II
Lancaster Bomber Mk II der 61.Staffel, verwendet seit Oktober 1942.

U-Boot-Bunker durch Grand Slam-Bombe zerstört
Ein Bild von dem was die Grand Slam-Bombe (9979 kg) bei U-Boot-Bunkern anrichten konnte: eine 5 m dicke Stahlbetondecke glatt durchschlagen.

Bomben der RAF
Die Bomben der RAF: von 20 kg (40 lb) bis 10.000 kg (22.000 lb).

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