Avro Lancaster
Typ: englischer schwerer Bomber der RAF.
Geschichte: Der Avro Lancaster, zweifellos eines der wichtigsten Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges und eines der großen Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte, verdankt seine Entstehung den Unzulänglichkeiten seiner Vorgänger. Mit der Spezifikation P.13/36 hatte das Luftwaffenkommando einen sehr großen und leistungsfähigen zweimotorigen Bomber gefordert, für den einer der starken Motoren als Antrieb gewählt werden sollte, die derzeit gerade in der Entwicklung waren. Vorzugsweise war an den Rolls-Royce 24-Zylinder X-Motor gedacht.

Eine Avro Lancaster I der 101.Staffel wirft 1943 Window-Streifen zur Störung deutscher Radargeräte ab.
Handley Page baute den Halifax-Bomber mit vier Merlin-Motoren, während sich Avro für den doppelten Boxermotor entschied und seinen Typ 679 Avro Manchester am 25. Juli 1939 zum Erstflug brachte. Insgesamt wurden bis November 1941 209 Manchester-Bomber ausgeliefert, doch litt dieses Flugzeug unter der geringen Leistung und der Unzuverlässigkeit seiner Motoren. Deshalb wurde die Manchester, obgleich acht Bomberstaffeln voll und zwei weitere teilweise damit ausgerüstet waren, und obgleich die Maschine auch in der Küstenverteidigung eingesetzt war, im Juni 1942 zurückgezogen und verschrottet.
Trotzdem war der Grundentwurf der Manchester außerordentlich gut. Deshalb wurde 1940 beschlossen, eine größere Version mit vier Merlin-Motoren zu bauen.
Die erste Avro Lancaster (BT 308) flog als Manchester III Anfang 1941. Die Flugleistungen waren so außergewöhnlich gut, daß das Flugzeug unverzüglich in die Serienproduktion genommen wurde. Die bereits auf dem Fließband befindlichen Manchester-Bomber wurden von der L7527 an als Lancaster weitergebaut (sie unterschieden sich von den späteren Typen durch die Reihe von rechteckigen Fenstern im hinteren Rumpf).
Die ersten Lieferungen gingen an die 44. Staffel in Waddington. Am 17. April 1942 unternahm ein gemischter Verband der 44. und 97. Staffel einen tollkühnen Tagesangriff auf die MAN-Werke in Augsburg und stellte damit den neuen Bomber vor.
Von diesem Tag bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges flogen die Lancaster 156.000 Einsätze in Europa und warfen dabei 608.612 t Bomben ab.
Die Gesamtproduktion betrug, einschließlich der bei Victory Aircraft in Kanada gebauten Flugzeuge, 7.377, von denen 3.425 Mk I und 3.039 Mk III mit den in den USA von Packard gebauten Motoren waren.
Der Mk I (FE) war speziell für Fernostoperationen ausgerüstet.
Die Mk VI der 635. Staffel und der 100. Gruppe hatten Merlin-Höhenmotoren und vierblättrige Propeller. Sie dienten, ohne Waffentürme, als Funk- und Radarstörmittel. Weitere Varianten dienten als Luft- und Seeaufklärer sowie als Seenotrettungsflugzeuge.

Lancaster wurden auch für taktische Angriffe verwendet. Dieses Flugzeug der 576.Staffel ging bei einem derartigen Einsatz über Calais im September 1944 verloren.
Lancasters nahmen in der zweiten Kriegshälfte bei jedem wichtigen nachtangriff auf Deutschland teil. Sie zeigten darin bald ihre Überlegenheit durch den Abwurf von 132 Tonnen Bomben für jedes verlorene Flugzeug, während es die Halifax auf 56 (später 86) und der Stirling auf nur 41 Tonnen brachten. Bei den Kämpfen in der Normandie im Raum Caen wurden die Lancasters auch zur Unterstützung der Bodentruppen eingesetzt und sie beendeten den Krieg mit dem Rücktransport von ehemaligen Kriegsgefangenen und den Abwurf von Hilfgütern über dem zerstörten Europa.
Im Februar 1954 verließen die letzten den aktiven Dienst in der RAF.
Benutzer: England (RAF mit englischen, kanadischen und polnischen Staffeln), Australien, Kanada, Neuseeland.

Oben eine Luftbild von der Raketenversuchsanstalt in Peenemünde vor und unten nach dem durch Lancaster-Bombern der RAF durchgeführten Luftangriffes vom August 1943.

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Eine seltenes Farbfoto, aufgenommen aus einer Formation von Lancaster-Bombern im August 1942.
Technische Daten und Statistik: |
Avro 683 Lancaster Mk I |
| Typ |
schwerer Bomber |
| Antrieb |
4 x Rolls-Royce Merlin 20-Motoren mit je 1.460 PS
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| Besatzung |
7 |
| Spannweite |
31,10 m |
| Länge über alles |
21,10 m |
| Höhe über alles |
5,97 m |
| Leergewicht |
16.705 kg |
| Startgewicht |
30.800 kg |
| Höchstgeschwindigkeit |
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| Marschgeschwindigkeit |
338 km/h |
| Steigleistung |
auf 6.095 m in 41 Minuten (mit Höchstladung) |
| Dienstgipfelhöhe |
7.467 m |
| Reichweite |
2.675 km
(mit 6.350 kg Bomben), bis zu 4.320 km
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| Bewaffnung |
8 x 7,7-mm Browning MG, davon je 2 in elektrisch angetriebenen Türmen im Bug und auf dem Rumpf, Heckstand mit vier MGs. |
| 6.350 kg Bomben als Normallast intern |
| Stückpreis |
40.000 £
= 420.000 Reichsmark |
| Erstflug |
9.Januar 1941 |
Truppenlieferung |
September 1941 |
| Erster Kampfeinsatz |
17.April 1942 |
| Endlieferung |
2.Februar 1946 |
| Truppenverwendung bis |
Februar 1954 |
| Stückzahl (alle) |
Insgesamt: 7.366
(davon 3.425 Mk I und 3.039 Mk III)
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| Einsätze im 2.Weltkrieg (alle) |
156.192
(davon 148.403 als Bomber) |
| Verluste (alle) |
3.832
(40,76 Einsätze je Verlust) |
| Bombenmenge auf Ziele (alle) |
608.612 t
(4,1 t je Bombereinsatz)
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3D-Modell Avro Lancaster

Lancaster-Bomber werfen bei einem Tagesangriff, nicht üblich vor Frühjahr 1944, 500-kg-Bomben ab.

Dies ist eine Luftaufnahme der Innenstadt von Frankfurt am Main (Bereich um den Hauptbahnhof) nach einem schweren Luftangriff durch Lancaster-Bomber in der Nacht vom 12. auf den 13.September 1944.
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