Deutsches Erdkampfunterstützungsflugzeug Henschel Hs 129 und die Panzerbekämpfung durch die Luftwaffe.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.


Erdkampfflugzeug Henschel Hs 129
Henschel Hs 129
Typ: Erdkampfunterstützungsflugzeug.
Die Henschel Hs 129 war ein deutsches Bodenangriffsflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, das von den Henschel Flugzeugwerken entwickelt wurde.
Überblick
Konstruktion und Zweck: Es wurde speziell für die Luftnahunterstützung und die Panzerbekkämpfung entwickelt und hatte ein stark gepanzertes Cockpit zum Schutz des Piloten.
Einführung: Die Hs 129 wurde 1942 in Dienst gestellt und hauptsächlich an der Ostfront gegen die sowjetischen Streitkräfte eingesetzt.
Bewaffnung: Es war mit zwei 20 mm MG 151/20 Kanonen und zwei 7,92 mm MG 17 Maschinengewehren ausgestattet. Spätere Versionen konnten eine 30-mm- oder 37-mm-Kanone tragen, um die Panzerbekämpfungsfähigkeiten zu erhöhen.
Triebwerke: Anfänglich mit zwei Argus As 410-A V12-Motoren ( 430 bis 465 PS), die für das Gewicht des Flugzeugs zu schwach waren. Nach dem Frankreichfeld wurden erbeutete französischen Gnome-Rhône 14M Sternmotoren (700 bis 740 PS) verwendet.
Cockpit: Das Cockpit war extrem eng und die Sicht schlecht, so dass es für die Piloten schwierig war, effektiv zu fliegen und zu kämpfen.
Varianten: Es wurden mehrere Versionen produziert, darunter die Hs 129B-1, B-2 und B-3, die jeweils Verbesserungen bei Bewaffnung und Ausrüstung aufwiesen.
Leistung: Obwohl die Hs 129 in ihrer Bodenangriffsrolle effektiv war, litt sie unter Zuverlässigkeitsproblemen und war aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit und schlechten Manövrierfähigkeit anfällig für feindliche Jagdflugzeuge.
Produktion: Ungefähr 865 Hs 129 wurden gebaut, bevor die Produktion 1944 eingestellt wurde.
Vermächtnis: Trotz ihrer Einschränkungen war die Hs 129 eines der ersten speziellen Panzerabwehrflugzeuge und beeinflusste die Entwicklung künftiger Luftunterstützungsflugzeuge.
Die Henschel Hs 129 spielte während des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle bei deutschen Bodenangriffsoperationen, insbesondere an der Ostfront, aber ihre Wirksamkeit wurde durch technische Probleme und begrenzte Produktionszahlen beeinträchtigt.
Geschichte

Eine Spezifikation des Reichsluftfahrtministerium (RLM) von 1937 mündete in die Hs 129, da die Erfahrungen der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg den Bedarf für ein spezielles Erdkampfunterstützungs-Flugzeug vor Augen geführt hatten.
Diplom-Ingenieur Friedrich Nicolaus von der Firma Henschel erstellte seinen Entwurf auf der Grundlage der Verwendung von zwei 465-PS Argus AS410A-1 Triebwerken und die Hs 129 V1 flog erstmals im Frühjahr 1939.
8 Vorserienflugzeuge A-0 wurden zur Einsatzerprobung im Jahr 1940 gebaut, aber die Berichte der Piloten waren hauptsächlich wegen der Untermotorisierung und schlechter Sicht aus dem Cockpit so nachteilig, dass die mit den Argus-Motoren ausgerüsteten Hs 129A nicht in Serie gingen. Trotzdem wurden diese Flugzeuge von der rumänischen Luftwaffe über der Ostfront eingesetzt.
Nicolaus schlug einen alternativen Entwurf unter der Projektbezeichnung P.76 vor, aber dieser wurde vom RLM zurückgewiesen, welches stattdessen anordnete, erbeutete französische Gnome-Rhone-Sternmotoren zu verwenden. Diese M14-Motoren wurden zudem schon in großer Zahl in Frankreich für die Me 323 gebaut.
Zusammen mit Änderungen am Cockpit und anderen Details im inneren des Flugzeuges, wurde diese Version zur Hs 129B.
Nach zehn Vorserienflugzeuge Hs 129B-0 folgte im März 1942 die Serien-Hs 129B-1, welche von Verbänden der deutschen Luftwaffe auf der Krim ab der ersten Hälfte des Jahres 1942 eingesetzt wurden.
Später erschien die Hs 129B in größeren Zahlen auch über Nordafrika und ebenso wie an der Ostfront wurde sie hauptsächlich zur Panzerbekämpfung eingesetzt.
Verschiedene Untertypen der B-1 erschienen, welche verschiedene, alternative Bewaffnungen hatten. Die Standardbewaffnung der B-1/R1 bestand aus zwei 20-mm MG151-Maschinenkanonen und zwei 7,92-mm MG17 Maschinengewehren, mit der Vorrichtung für eine externe Zuladung von zwei 50-kg oder achtundvierzig 2-kg-Splitterbomben.
Ohne Bomben und mit einer starren 30-mm-MK101-Maschinenkanone unter dem Rumpf lautete die Bezeichnung B-1/R2. Es war das erste Flugzeug überhaupt, welches eine 3-cm-Kanone zum Einsatz brachte.
Bei der B-1/R3 wurde die größere Kanone unter dem Rumpf durch eine Bauchschale mit vier MG17 ersetzt. Die B-1/R4 und R5 kombinierten die Standard-Kanonenbewaffnung der B-1 mit einer größeren Bombenzuladung (R4) oder Aufklärungskamera (R5).


Die B-1/R2, welche besonders erfolgreich in der Panzerbekämpfung war, führte zur ausschließlich mit Kanonen bewaffneten Serie Hs 129B-2. Die B-2/R1 war identisch zur B-1/R1, hatte aber die 7,92-mm-MG17 durch 13-mm-MG131 ersetzt. Bei der B-2/R2 gab es eine zusätzliche 30-mm-MK103-Maschinenkanone. Die B-2/R3 dagegen verfügte über vier MG151 in der Nase und – wie bei dem Panzerknacker Ju 87G – eine 37-mm BK3.7-Kanone unter dem Rumpf.
Die B-2/R4 und B-3 waren am spektakulärsten und führten jeweils die große 75-mm-BK-7,5-Kanone unter dem Rumpf, bei denen die Mündungsbremse nahezu 2,44 Meter vor der Nase herausragte. Diese Waffe wog 1.500 kg in ihrer ursprünglichen Form als Panzerabwehrkanone Pak 40 und verschoss ein 3,2-kg-Wolfram-Karbid-Geschoss mit 933 m/s. Selbst auf eine Entfernung von 1.000 Metern konnte es eine 133 mm dicke Panzerung bei flachem Einschlagwinkel durchschlagen.

Abgeändert als PaK 40L hatte die Kanone eine viel größere Mündungsbremse um den Rückstoß und den elektro- pneumatischen Betrieb abzumildern, welcher durch das automatische Nachladen entstand. Eingebaut in der Hs 129B-3/Wa wurde die gigantische Kanone mit 26 Geschossen versorgt, welche mit einer Feuerkadenz von 40 Schuss in der Minute verschossen werden konnten. Dadurch konnten 3 oder 4 Granaten bei einem Anflug auf ein Ziel abgefeuert werden. Fast immer genügte ein gut platzierter Treffer, um jeden Panzer zu zerstören, selbst direkt auf die stärkere Frontalpanzerung.
Das einzige Problem war, dass die PaK 40L eigentlich viel zu mächtig für dieses Flugzeug war. Ganz abgesehen von dem starken Rückstoß und dem Geschossknall, machte das schiere Gewicht der Kanone die Hs 129B-3/Wa kaum beherrschbar und im Notfall musste der Pilot die ganze Kanone mit ihrer Mechanik abtrennen und fallen lassen.

Die letzte und gegen russische Panzer mit verheerendem Erfolg eingesetzte Waffe war eine Batterie von sechs rückstoßfreien Glattrohrkanonen, deren Schüsse automatisch beim Überfliegen von Metall ausgelöst wurden.
Zu den anderen Bewaffnungen, welche getestet wurden, gehörten auch Raketenprojektile und sogar Flammenwerfer.
Alle Versionen waren stark um den vorderen Rumpf gepanzert und das Cockpit hatte eine fast 8cm dick gepanzerte Windschutzscheibe, aber die Sicht des Piloten blieb immer noch schlecht und die französischen Motoren waren weit davon entfernt, problemlos zu sein. Im Rumpf mit dreieckigem Querschnitt waren die selbstdichtenden Treibstofftanks untergebracht.
Die Produktion endete im September 1944, zusammen mit dem fast aller anderen deutschen Flugzeugtypen mit Ausnahme des ‘Jäger-Notfall-Sonderbauprogrammes’ und der neuen Düsenflugzeuge. Bis dahin waren 869 Flugzeuge ausgeliefert worden. Dazu gehörten drei Prototypen und 848 Hs 129B verschiedener Untervarianten.
Mit der Hs 129B wurden auch drei Staffeln der 8. Schlachtgruppe der königlich-rumänischen Luftstreitkräfte ausgerüstet.
Aufgrund von Verschleiß, Unfällen und Verlusten war die Hs 129 daher niemals in der Lage, in der notwendigen Zahl die ‚fliegende Panzerabwehr‘ gegen die russischen Panzer zu stellen.
Benutzer: deutsche Luftwaffe, Ungarn, Rumänien.

Effektivität
Im Juli 1943 wurde die deutsche Offensive beim Unternehmen Zitadelle, der Schlacht von Kursk, durch mehrere Typen scheinbar hocheffektiver Bodenangriffsflugzeuge unterstützt, von denen zwei spezielle Panzerknacker waren.
Das erste Modell war die Henschel 129B-1/2. Sie wurde in bescheidener Stückzahl (nur 870 aller Typen) speziell für die Panzerabwehr- und Nahunterstützungs-Einsätze gebaut.
Der zweite Typ war die Ju 87G-1 Panzerknacker, die mit zwei 37-mm-Kanonen bewaffnet war und ebenfalls speziell zur Vernichtung von Panzern entwickelt wurde. Diese Flugzeuge wurden zusammen mit den Fw 190 Jabo zunächst massenhaft in den Schlachtgeschwader-Einheiten zur Unterstützung von Operation Zitadelle eingesetzt.

Diesen Flugzeugen wird zugeschrieben, dass sie ‚Verwüstungen unter den sowjetischen Panzer-Verbänden angerichteten‘ und Hunderte von sowjetischen Panzern alleine während dieser Schlacht zerstört haben sollen.
Am 8. Juli 1943 wird den Hs 129 zugeschrieben, dass sie 50 T-34 Modell 1943 des sowjetischen 2. Garde-Panzerkorps in weniger als einer Stunde zerstörten haben sollen.
Es gibt zwar Beweise dafür, dass das 2. Garde-Panzerkorps am 8. Juli schwere Verluste erlitt, aber die gemeldeten 50 Panzer scheinen die Gesamtverluste aus allen Ursachen dieser Einheit zu übertreffen. Tatsächlich beliefen sich die Gesamtverluste der sowjetischen Panzer-Verbände beim Unternehmen Zitadelle auf mindestens 1.614 vollständig zerstörte Panzer. Von diesen entfiel der weitaus größte Teil auf deutsche Kampfpanzer und Sturmgeschütze.
Weitere genauere Untersuchungen haben ergeben, dass deutsche Flugzeuge für nur etwa 5 % der sowjetischen Panzerverluste während der Schlacht von Kursk verantwortlich waren, was somit rund 80 Panzer ergibt.
Selbst wenn diese Schätzungen zu gering sein sollten, so stellt sich auch hier die gleiche Frage, welche ebenso für die sowjetische Il-2 Stormowik und die Jagdbomber der Westalliierten, hier insbesondere die Hawker Typhoon, zutreffen: Wo sind die angeblich hunderten von zerstörten sowjetischen Panzer durch deutsche Schlachtflugzeuge während dieser Schlacht ?
Wahrscheinlich trifft die gleiche Antwort auch hier zu: maßlose Überschätzung über erfolgreich vernichtete Panzer durch die Piloten der Schlachtflugzeuge, welche sich in den offiziellen Meldungen niedergeschlagen haben.
Panzerbekämpfung durch die Luftwaffe
Die Ju 87 wurde modifiziert und trug zwei 3,7-cm-Flak-18-Kanonen und die Hs 129 eine 3-cm-, 3,7-cm- oder sogar 7,5-cm-Kanone. Alle diese Waffen feuerten jeweils panzerbrechende Vollmantelgeschosse ab.
Verwendet bei Anflügen auf niedriger Höhe oder bei flachen Sturzflugwinkel erwiesen sich diese schweren Kanonen als äußerst präzise und wirksame Panzerabwehrwaffen. Im Falle der beiden kleineren Kaliber waren jedoch Angriffe gegen die dünner gepanzerten Seiten oder der Rückseite der Panzer notwendig.
Die Natur dieser Angriffstaktik, welche eine lange gerade Flugbahn in kurzer Entfernung zu den gegnerischen Stellungen erforderten, führte zu hohen Verlusten durch Flugabwehr- und Kleinwaffenfeuer. Dazu verursachten die schweren Geschütze an den Flugzeugen deutliche Leistungseinbußen, welche sie sehr verwendbar gegenüber feindlichen Jagdflugzeugen machten.
Infolgedessen gerieten die Panzerknacker bald in Ungnade und wurde nach dem Frühjahr 1944 kaum noch operativ eingesetzt. Ab Anfang 1944 flogen daher die Bodenangriffsversionen des Focke Wulf 190 die Hauptlast der Einsätze bei der Luftwaffe gegen Panzerziele und griffen diese mit 2-cm-Kanonen und 13-mm-Maschinengewehren an. Dazu trugen diese Jabos 250-kg-, 500-kg-, 1.000-kg und sogar 1.800-kg-Bomben. Auch gab es die SD-2- und SD-4-Splitterbomben-Behälter mit Hohlladungsbomben zum Einsatz gegen Panzer. Während der letzten Kriegsmonate wurden die Jagdbomber dann auch noch mit Panzerschreck– und Panzerblitz-Raketengeschossen bewaffnet.

In den letzten Kriegsmonaten kam es ebenfalls zu einer Wiederbelebung der Einsätze der Ju 87 Stuka als Nachtschlacht-Flugzeuge. Bei diesen Einsätzen, die in der Regel gegen Ziele auf dem Schlachtfeld durchgeführt wurden, machten die Stukas einen Anflug aus niedriger Höhe und stiegen dann auf Höhen um 1.500 Meter um die Bomben abzuwerfen. Anschließend kehrten sie wieder im Tiefflug zu ihren Stützpunkten zurück.
Diese Einsatztaktik entsprach aber mehr einer horizontalen Bombardierung in mittleren Höhen und weniger einem zielgenauen Bodenangriff.
Deutsche Flugzeuge zur Panzerbekämpfung an der Ostfront

Deutsche Flugzeuge spielten während des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle in der Panzerabwehr an der Ostfront, wo große Panzerschlachten und Panzerangriffe ein prägendes Merkmal des Konflikts waren. Im Verlauf des Krieges entwickelte die Luftwaffe spezielle Flugzeuge, Waffen und Taktiken, um der wachsenden Stärke der sowjetischen Panzertruppen entgegenzuwirken.
Junkers Ju 87G „Kanonenvogel”
– Typ: Bodenangriffsflugzeug / Sturzkampfbomber
– Bewaffnung: Zwei 37-mm-BK-37-Kanonen unter den Tragflächen, jeweils mit einem 12-Schuss-Magazin
– Rolle: Spezielle Panzerabwehrvariante des berühmten Sturzkampfbombers Ju 87 Stuka
– Bemerkenswerter Pilot: Hans-Ulrich Rudel – der am höchsten dekorierte deutsche Pilot des Zweiten Weltkriegs, dem die Zerstörung von Hunderten sowjetischer Panzer zugeschrieben wird
Leistung und Taktik:
Die Ju 87G war langsam und anfällig für feindliche Jäger, aber ihre Genauigkeit und Feuerkraft machten sie zu einer verheerenden Waffe gegen sowjetische Panzer, sobald die Luftüberlegenheit erreicht war. Die Piloten griffen in der Regel aus geringer Höhe an und zielten auf die dünnere Oberpanzerung der T-34- und KW-Panzer.
Henschel Hs 129
– Typ: Zweimotoriges Bodenangriffsflugzeug
– Bewaffnung: Die verschiedenen Versionen waren mit einer 30-mm-MK-103- oder einer 37-mm-BK-3.7-Kanone ausgerüstet; die spätere Hs 129B-3 war mit einer massiven 75-mm-BK-7.5-Kanone ausgestattet – einer der größten, die jemals in einem Flugzeug montiert wurden.
– Panzerung: Das Cockpit war schwer gepanzert, was ihm den Spitznamen „fliegender Panzer” einbrachte.
Leistung und Taktik:
Die Hs 129 wurde speziell für Panzerabwehrmissionen entwickelt und war robust, aber untermotorisiert. Sie war sehr effektiv, wenn sie in konzentrierten Angriffen gegen sowjetische Panzerkolonnen eingesetzt wurde, insbesondere während der Schlacht von Kursk (1943).
Focke-Wulf Fw 190F und G-Serie
– Typ: Jagdbomber / Bodenangriffsflugzeug
– Bewaffnung: Konnte 20-mm- und 30-mm-Kanonen, Raketen und Panzerabwehrbomben (SD 4 HL und Panzerblitz-Raketen) tragen.
– Rolle: Ersetzte nach 1943 die Ju 87 in vielen Front-Bodenangriffseinheiten.
Leistung und Taktik:
Die Geschwindigkeit und Widerstandsfähigkeit der Fw 190 machten sie zu einer überlebensfähigeren Plattform als die Ju 87. Spätere Varianten, wie die Fw 190F-8, trugen Panzerblitz-Raketen, die mit Hohlladungen bewaffnet waren, die Panzerungen durchschlagen konnten.
Messerschmitt Bf 110 und Me 410
– Typ: Schwerer Jäger / Jagdbomber
– Bewaffnung: Ausgestattet mit 37-mm- und 50-mm-Kanonen für Panzerabwehr- oder Bomberabwehr-Einsätze.
– Rolle: Wurden gelegentlich an der Ostfront für Bodenangriffe eingesetzt, waren jedoch weniger spezialisiert als die Ju 87G oder Hs 129.
Taktik und Wirksamkeit
Deutsche Panzerabwehrflugzeuge wurden in der Regel in Luftnahunterstützungseinsätzen zusammen mit Panzer- und Infanterieeinheiten eingesetzt. Sie stützten sich dabei stark auf:
– Angriffe aus geringer Höhe, um verwundbare Panzerteile (Motorraum, Ketten und obere Panzerung) zu treffen.
– Koordination mit Bodenbeobachtern und mit Funkgeräten ausgestatteten vorgeschobenen Luftbeobachtern.
– Luftüberlegenheit, die nach 1943 aufgrund der zunehmenden Stärke der sowjetischen Luftwaffe immer schwieriger aufrechtzuerhalten war.
Obwohl diese Flugzeuge Tausende von Panzern zerstörten, war ihre Gesamtwirkung begrenzt durch:
– die zunehmende sowjetische Luftabwehr
– Treibstoffknappheit
– die sinkende Zahl der Luftwaffe und die abnehmende Qualität der Piloten in den späteren Kriegsjahren
Vermächtnis
Die Panzerabwehrflugzeuge der Luftwaffe an der Ostfront demonstrierten das Potenzial – und die Grenzen – der Luftwaffe im Panzerkrieg. Die gewonnenen Erkenntnisse beeinflussten Nachkriegsentwürfe wie die A-10 Thunderbolt II und die Su-25 Frogfoot, die beide für die Luftnahunterstützung und Panzerabwehr eingesetzt wurden.
Animation 3D-Modell Henschel Hs 129 B-3/Wa
Spezifikationen Henschel Hs 129B-3/Wa
Spezifikationen:
Henschel Hs 129B-3/Wa | Spezifikation |
|---|---|
Typ | Erdkampfunterstützungs-Flugzeug |
Antrieb | zwei Gnome-Rhone 14M 4/5 14-Zylinder-Doppelsternmotoren mit je 700 PS |
Besatzung | 1 |
Spannweite | 14,20 m |
Länge über alles | 9,75 m |
Höhe über alles | 3,25 m |
Flügelfläche | 29,00 m² |
Leer-Gewicht | 4.020 kg |
Startgewicht (maximum von B-2) | 5.250 kg |
maximale Flügelbelastung (B-2) | 181,03 kg/m² |
maximale Leistung (B-2) | 3,75 kg/PS |
Höchstgeschwindigkeit (B-2) | 407 km/h (in 3.830 m) |
Marschgeschwindigkeit (B-2) | 315 km/h (in 3.000 m) |
Anfangssteigleistung (B-1) | 425 m/min. |
Steigleistung | 3.000 m in 7,0 min |
Dienstgipfelhöhe (B-2) | 9.000 m |
Reichweite (B-2) | 690 km |
maximale Reichweite | ? |
Einsatzradius | ? |
Bewaffnung:
Henschel Hs 129B-3/Wa | Spezifikation |
|---|---|
starr nach vorne in den Bugseiten | 2 x 13-mm MG 131 (930 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 760 m/s) und 2 x 20-mm MG 151/20 Schnellfeuerkanonen (720 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 593 m/s) |
in Behälter unter dem Rumpf | 1 x75-mm BK 7,5 (PaK 40L) Kanone (40 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 933 m/s) mit 26 Schuss |
Durchschlagskraft der Kanone auf 30° | 143 mm auf 100 m, 120 mm auf 500 m, 97 mm auf 1000 m, 77 mm auf 1500 m |
anstatt der 75-mm-Kanone | 30-mm MK 103 (420 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 870 m/s) |
oder | 4 x 7,92-mm MG 17 (1.200 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 765 m/s) |
oder | 92 x 2-kg-Splitterbomben oder eine 250-kg-Bombe unter dem Rumpf |
Unterflügelstationen | Zwei 50-kg-Bomben oder 48 x 2-kg-Splitterbomben |
Einsatzstatistik:
Hs 129 | Angaben |
|---|---|
Truppenlieferung Vorserie (Hs 129A-0) | Anfang 1941 |
Erstflug (Hs 129B) | Oktober 1941 |
Truppenlieferung (Hs 129B) | März 1942 |
Erstflug mit 7,5-cm PaK (Hs 129B-3/Wa) | Mai 1944 |
Endlieferung | Ende September 1944 |
Stückpreis | ? |
Stückzahl (alle Varianten) | ca. 870 (einschließlich Prototypen, 841 B-Serienmodelle, mehr als 24 bzw. 25 Hs 129B-3/Wa) |
von Luftwaffe übernommen 1/39-12/44 (alle Versionen) | 876 |
Produziert 1939 | - |
Produziert 1940 | - |
Produziert 1941 | 7 |
Produziert 1942 | 221 |
Produziert 1943 | 411 |
Produziert 1944 | 302 |
Produziert 1945 | - |
Bestand Hs 129 am 1.9.1939 | - |
Bestand Hs 129 am 20.9.1942 | 35 |
Bestand Hs 129 am 21.12.1942 | 40 |
Bestand Hs 129 am 10.1.1945 | 59 |
Quellenangaben und Literatur
Combat Aircraft of World War II (Bill Gunston)
Technik und Einsatz der Kampfflugzeuge vom 1. Weltkrieg bis heute (Ian Parsons)
Das große Buch der Luftkämpfe (Ian Parsons)
Luftkrieg (Piekalkiewicz)
Flugzeuge des 2. Weltkrieges (Andrew Kershaw)
German Aircraft of World War 2 in Colour (Kenneth Munson)
Warplanes of the Luftwaffe (David Donald)
The Luftwaffe Album, Bomber and Fighter Aircraft of the German Air Force 1933-1945 (Joachim Dressel, Manfred Griehl)
Luftwaffe Handbook (Dr Alfred Price)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)















Triebwerke: Anfänglich mit zwei französischen Gnome-Rhône 14M Sternmotoren, die für das Gewicht des Flugzeugs zu schwach waren.
Richtig wäre:
Triebwerke: Anfänglich mit zwei Argus As 410-A V12-Motoren ( 430 bis 465 PS), die für das Gewicht des Flugzeugs zu schwach waren. Nach dem Frankreichfeld wurden zwei erbeutete französischen Gnome-Rhône 14M Sternmotoren (700 bis 740 PS) verwendet.
Im Text wird für die V- und A-Serie zwar der Argus-Motor, aber mit falscher Typenbezeichnung (As 510 A), angegeben.
– Diese Anmerkungen gehören eigentlich nicht zu den Kommentaren, aber ich habe keine andere Möglichkeit darauf hinzuweisen.
Danke für den Hinweis, das habe ich übersehen! Geändert, wird aber wohl erst mit dem nächsten Chache-Update sichtbar sein, was nunmehr bis zu 4 Wochen dauern kann.