Gotha Go 229, Horten Ho IX
Typ: Flugzeug mit Strahltriebwerk 2. Weltkrieg
Geschichte: Neben dem im 2. Weltkrieg noch zum Einsatz gekommen Arado Ar234 Blitz war der kühnste aller deutschen Bomber mit Strahltriebwerk ein Nurflügel-Flugzeug der Gebrüder Horten, die als Konstrukteure eleganter Nurflügel-Segelflugzeuge berühmt waren, bekannt unter dem Namen Gotha Go 229.
Wie die meisten Anhänger der Lehre von der Verringerung des Strömungswiderstandes, dachten die Hortens in Begriffen von Geschwindigkeit und Jagdflugzeugen. Daher gingen sie an die Entwicklung ihrer Horten Ho IX unter dem Gesichtspunkt heran, daraus ein Jagdflugzeug mit Strahltriebwerk zu bauen. Sie zeichneten die Pläne für den ersten Prototyp, die Horten IX V-I (deutsche Prototypen wurden mit 'V' gekennzeichnet, als Abkürzung für 'Versuchsmaschine') . Dieses Flugzeug sollte als Segelflugzeug gebaut und erprobt werden, worin ja Hortens bedeutendste Sachkenntnisse lagen.
Die Flugerprobung erfolgte im Laufe des Jahres 1944, und die Arbeiten an einem zweiten Prototyp, der mit zwei Junkers Jumo 004B Strahltriebwerken ausgerüstet sein sollte, liefen weiter. Mit Ausnahme der aus geschweißten Stahlrohren bestehenden Zelle im Mittelteil und den Triebwerksabteilungen bestand er aus Holz. Die Außenhaut bestand aus Sperrholz, außer bei den Flächen rund um die Triebwerke, die durch die in deutschen Flugzeugen üblichen Verkleidungsblechen gegen Brand geschützt waren.
Man beschloß, den Gebrüdern Horten industrielle Unterstützung bei ihrem Projekt zukommen zu lassen, und so wurde die Weiterentwicklung der Horten HoIX der Gothaer Waggonfabrik übertragen, der Firma, die während des Ersten Weltkrieges die berühmten Gothaer Großbomber entwickelt und gebaut hatte. Gotha war seit damals im Flugzeugbau tätig geblieben, hatte u. a. Lastensegler gebaut und für die deutsche Luftfahrtindustrie Lizenzbauten durchgeführt.
Die Gotha-Konstrukteure nahmen einige Änderungen vor und bauten die Ho IX als Jagdbomber um. Dieses neue Flugzeug wurde umbenannt in Gotha Go 229.
Gotha begann dann eine Prototypen-Serie, die neben dem Jagdbomber eine Allwetter-Jäger- und eine Schul-Version enthielt, während der Gebrüder Horten an der Fertigstellung ihres düsengetriebenen Prototyps weiterarbeiteten. Diese Maschine, die Horten Ho IX
V-2, flog ein sehr konservatives Erprobungsprogramm und arbeitete sich langsam hoch vom unteren Ende der Langsamflug-Skala zu höheren Geschwindigkeiten. Ende Frühjahr 1945 war sie für die Erprobung im Hochgeschwindigkeitsbereich und erreichte tatsächlich bei einem Flug fast 800 km/h. Beim Platzanflug nach dem Test jedoch fiel ein Triebwerk aus, und die Maschine schlug brennend auf.
Das Programm wurde nicht weiter fortgesetzt. Die Prototypen der Gotha Go 229 wurden vor Ende des Krieges nicht mehr flugreif, obwohl einer von ihnen fast soweit war, als das Werk von den in Deutschland vorrückenden alliierten Truppen besetzt wurde.
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Gotha Go 229 |
| Typ |
Bomber mit Strahltriebwerk |
| Antrieb |
zwei Junkers Jumo 004B Strahltriebwerke von je 902 kp Schub |
| Besatzung |
1 |
| Spannweite |
16,75 m |
| Länge über alles |
9,20 m |
| Startgewicht |
8.500 kg |
| Höchstgeschwindigkeit |
870 km/h |
| Bewaffnung |
zwei 30-mm-Maschinen-kanonen, 1000 kg Bomben
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| Erstflug |
Januar 1945
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3D-Modell Gotha Go 229

Eine Fotomontage mit einem Modell der Gotha Go 229.

Die Gotha Go 229 V2 in Oranienburg, vermutlich im Februar 1945.
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