Arado Ar 234 Blitz
Typ: erster Düsenbomber der Luftfahrtgeschichte und strahlgetriebenes Aufklärungsflugzeug.
Geschichte: Als erster Düsenbomber und strahlgetriebenes Aufklärungsflugzeug der Luftfahrtgeschichte führte die Ar 234 Blitz die bemerkenswert schnelle Einführung von Strahlflugzeugen in Deutschland an. Nach dem gründlichen Studium einer offiziellen Forderung von 1940 nach einem strahlgetriebenen Aufklärer mit 2150 km Reichweite begannen 1941 unter Walter Blume die Entwurfsarbeiten. Der Entwurf war klar und einfach. Die zwei neuen Axialtriebwerke wurden unter den Tragflächen des Schulterdeckers aufgehängt. Der einzelne Pilot saß in der Druckkabine, die die Rumpfnase bildete. Um den geforderten Treibstoffvorrat laden zu können, wurde auf ein Fahrgestell verzichtet. Bei ihrem Flug am 15. Juni 1943 startete die erste Ar 234 von einem dreirädrigen Laufwagen und landete auf einziehbaren Kufen.

Wartungsarbeiten an einer neuen Arado Ar 234 B-2 durch das Einsatzkommando Lukesch in Burg bei Magdeburg im Herbst 1944.
Nach intensiven Versuchen mit acht Prototypen erhielt der neunte ein konventionelles Fahrgestell. Dann folgten 20 Vorserienmodelle und der strahlengetriebene Aufklärer Ar 234 B-1, welcher mit Schleudersitz, Autopilot und abwerfbaren Treibstofftanks unter den Triebwerken ausgerüstet war. Die Hauptproduktion wurde auf die Ar 234 B-2 konzentriert, die in zahlreichen Varianten gebaut wurde, von denen die meisten eine große Bombenlast tragen konnten.

Diese Arado Ar-234 B-2 gehört nun der 9.Staffel der III. Gruppe des Kampfgeschwader 76 an, welche ab dem 6. Dezember durch Major Hans-Georg Bätcher befehligt wurde.
Aufklärungseinsätze über Großbritannien begann im September 1944 mit der Ar 234 B-1. Ihnen folgten bald eine zunehmende Anzahl Ar 234 B-2, die während der Ardennen-Offensive ab dem Winter 1944/45in die Kämpfe an der Westfront eingriffen.
Bis zum 14. Dezember 1944 waren 116 Ar 234 gebaut worden, von denen etwa 55 an das KG 76 ausgeliefert worden waren.
Am 21. Dezember war die Verlegung der 9. Staffel der III. Gruppe des KG 76 von Burg bei Magdeburg, wo die Einheit auf die neuen Düsenbomber umgeschult worden war, nach Munster-Handorf abgeschlossen. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen erfolgte der erste Bombeneinsatz nicht vor dem 24. Dezember 1944, bei dem 9 Ar 234 B-2 zwischen 11:22 und 11:48 Uhr Verkehrsziele bei Liege und Namur erfolgreich angriffen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Düsenbomber waren Angriffe von hinten durch alliierte Jäger nicht erfolgreich.

Ar 234 B-2 der 9. Staffel der III. Gruppe des Kampfgeschwader 76 im Winter 1944/45.
Im März 1945 griffen Ar 234 B-2 der III/KG 76 wiederholt die lebenswichtigen Rheinbrücken bei Remagen mit 1000 kg-Bomben an und ließen diese zusammenbrechen. Obgleich durch die Treibstoffknappheit behindert, spielte dieses nicht abzufangende Flugzeug auf allen europäischen Kriegsschauplätzen in den letzten Kriegsmonaten
eine bedeutende Rolle.
Bis zum Februar 1945 ware alle 210 ursprünglich bestellten Flugzeuge der B-Serie ausgeliefert worden und die Produktion wurde zugunsten der mit vier Strahltriebwerken ausgerüsteten C-Serie beendet. Diese sollte in Alt-Lönnewitz und Brandenburg-Neudorf gebaut werden und ab November 1945 eine monatliche Stückzahl von 500 Maschinen erreichen. Bis zum Kriegsende wurden jedoch nur noch insgesamt 14 Ar 234C fertig.

Arado Ar 234C mit vier Strahltriebwerken.
Benutzer: Deutsche Luftwaffe.
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Arado Ar 234 B-2 Blitz |
| Typ |
Düsenbomber |
| Antrieb |
zwei Strahltriebwerke Junkers Jumo 004B mit je 900 kg Schub
|
| Besatzung |
1 |
| Spannweite |
14,11 m |
| Länge über alles |
12,64 m |
| Höhe über alles |
4,30 m |
| Flügelfläche |
26,40 m² |
| Leer-Gewicht |
5.200 kg |
| Startgewicht (maximum) |
9.850 kg |
| max. Flügelbelastung |
373,11 kg/m² |
| max. Leistung |
5,47 kg/kg Schub |
| Höchstgeschwindigkeit |
742 km/h
(ohne Bomben)
|
in Flughöhe von |
6.000 m |
| Reisegeschwindigkeit |
? |
in Flughöhe von |
? |
| Maximale Sturzfluggeschwindigkeit beim Bombenangriff |
900 km/h |
| Anfangssteigleistung |
? |
| Steigleistung auf |
? |
in Zeit |
? |
| Dienstgipfelhöhe |
10.000 m |
| Reichweite |
1.100 km
(mit 1.500 kg Bomben)
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| maximale Reichweite |
1.630 km
(ohne Bomben)
|
| Einsatzradius |
? |
| Bewaffnung |
2 x 20-mm MG 151/20 Schnellfeuerkanonen [720 Schuss/min, Mündungsgeschw 593 m/s] im Rumpfheck, nach hinten schießend mit Zielperiskop für den Piloten. |
variable Bombenkombinationen an Außenstationen unter dem Rumpf und unter den Triebwerken: bis zu 1.500 kg an neuen, hochexplosiven Trialen-Bomben. |
| Erstflug (Ar 234V1) |
15. Juni 1943 |
| Produktion Vorserie (Ar 234 B-0) |
8. Juni 1944 |
| Truppenlieferung (B-2) |
September 1944 |
| Erster Kampfeinsatz als Bomber |
24. Dezember 1944 |
| Endlieferung |
Februar 1945 |
| Stückpreis |
? |
| Stückzahl (alle Varianten) |
228 |
| Übernommen von Luftwaffe 1/39-12/44 (alle Versionen) |
148 |
| Produziert 1939 |
- |
| Produziert 1940 |
- |
| Produziert 1941 |
- |
| Produziert 1942 |
- |
| Produziert 1943 |
- |
| Produziert 1944 |
150 |
| Produziert 1945 |
78 |
| Bestand Ar 234 am 1.9.1939 |
- |
| Bestand Ar 234 am 20.9.1942 |
- |
| Bestand Ar 234 am 21.12.1942 |
- |
| Bestand Ar 234 am 10.1.1945 |
17 |

3D-Modell vom Ar 234 B-2 Blitz.
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