Martin Maryland

Aufklärungsbomber und leichter Bomber Martin Maryland und Baltimore.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Martin 167 Maryland der 24. Squadron der südafrikanischen Luftstreitkräfte
3D-Modell von Martin 167 Maryland der 24. Squadron der südafrikanischen Luftstreitkräfte im Jahr 1941.

Martin 167 Maryland und Martin 187 Baltimore

Martin 167 Maryland, Martin 187 Baltimore.
Typ: Aufklärungsbomber und leichter Bomber.

Die Martin 167 Maryland und die Martin 187 Baltimore waren beides amerikanische leichte Bomber, die während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurden und von der Glenn L. Martin Company entwickelt wurden.

Überblick

Martin 167 Maryland

Rolle: Leichtes Bombenflugzeug und Aufklärungsflugzeug.
Erstflug: 1939.
Wichtige Merkmale:
– Zweimotorige Konfiguration.
– Dreiköpfige Besatzung.
– Eingesetzt von der französischen Luftwaffe und später von der Royal Air Force (RAF) nach dem Fall Frankreichs.
– Ausgestattet mit zwei Pratt & Whitney R-1830 Twin Wasp Sternmotoren.
– Zur Bewaffnung gehörten in der Regel Maschinengewehre und eine Bombenlast von bis zu 907 kg.
– Sie war für ihre Geschwindigkeit und Wendigkeit bekannt, verfügte aber nicht über eine schwere Abwehrbewaffnung.

Martin 187 Baltimore

Rolle: Leichter Angriffsbomber.
Erstflug: 1941.
Wichtige Merkmale:
– Verbesserte Konstruktion auf der Grundlage der Martin Maryland.
– Zweimotorige Konfiguration.
– Vierköpfige Besatzung.
– Hauptsächlich von der RAF und anderen alliierten Luftstreitkräften eingesetzt.
– Ausgestattet mit zwei Wright R-2600 Twin Cyclone Sternmotoren.
– Die Bewaffnung umfasste mehrere Maschinengewehre und eine Bombenlast von bis zu 907 kg.
– Die im Vergleich zur Maryland verbesserte Defensivbewaffnung machte sie im Kampfeinsatz effektiver.

Beide Flugzeuge spielten auf verschiedenen Kriegsschauplätzen eine wichtige Rolle, wobei die Baltimore vor allem im Mittelmeer und in Nordafrika zum Einsatz kam. Trotzdem wurden sie im weiteren Verlauf des Krieges von moderneren Bombern verdrängt.

Geschichte

Baltimore Mk IV Bomber des Stormo Baltimore
Baltimore Mk IV Bomber des Stormo Baltimore, einer mit den Alliierten verbündeten italienischen Einheit, bei einem Einsatz über dem Balkan.

Der als leichter amerikanischer Bomber XA-22 entwickelte Martin 167 Maryland fand bei der US Army keine Gegenliebe. Das Projekt wurde jedoch durch eine große Bestellung der französischen Luftstreitkräfte Armee de l’Air gerettet, wo der Bomber als 167A-3 bezeichnet wurde. Von den 215 gekauften erreichten etwa 75 Frankreich noch vor dem Waffenstillstand im Juni 1940. Mit ihnen wurden die GB 1/62 und 1/63 ausgerüstet. Obwohl sie für besonders gefährliche Einsätze verwendet wurden, hatten sie nur eine Ausfallrate von 8 % (die geringste unter allen französischen Bombern).

Einige Überlebende und die Restlieferung gingen an die RAF, doch die meisten dienten in der Vichy-Luftwaffe und wurden über Gibraltar, Nordafrika und Syrien gegen die Alliierten eingesetzt.

Die RAF übernahm 75 der französischen Maschinen und kaufte 150 mit Zweistufen-Kompressor-Motoren als Maryland II, die über der Cyrenaika, Malta und im Nahen Osten eingesetzt wurden. Einige gingen an die britische Marineluftwaffe und vier Staffeln an die südafrikanische Luftwaffe. Die Charakteristiken der Maryland war den Bombern der deutschen Luftwaffe recht ähnlich, denn sie war ebenfalls schnell und schön zu fliegen, aber mit wenig Platz und unzureichend bewaffnet.

Im Mai 1940 erhielt Martin von der RAF einen Auftrag über 400 verbesserte Maryland. Insbesondere sollte der Rumpf begehbar sein, um die Verständigung der Besatzungsmitglieder zu ermöglichen. Im Laufe der Entwicklung entschloss man sich auch für den stärkeren R-2600-Motor, sodass schließlich ein erheblich verbessertes Flugzeug dabei herauskam, welches den Namen Martin 187 Baltimore erhielt. Von den 400 waren 50 Mk I, 100 Mk II und 250 Mk III, die sich hauptsächlich durch die Bewaffnung auf dem Rumpf unterschieden.

Um zusätzliche Lieferungen nach dem Lend-Lease-Vertrag zu erleichtern, erhielt die Martin 187 die US-Army-Bezeichnung A-30, wenn auch keine an die Amerikaner geliefert wurde. Einschließlich 281 Mk IIIA, 294 Mk IV und 600 Mk V erreichten die Gesamtlieferungen an die RAF 1.575 Baltimore, von denen viele an die südafrikanische Luftwaffe und einige an die britische Marineluftwaffe weitergegeben wurden.
Sie alle wurden intensiv – vornehmlich im Mittelmeerraum – für Bomben- und Erdkampf-Unterstützungseinsätze verwendet. 1944 wurden auch einige an die an der Seite der Alliierten kämpfenden italienischen Verbände weitergegeben, welche diese über Jugoslawien und dem Balkan einsetzten.

Benutzer: Australien, Frankreich, Italien (mit den Alliierten kämpfende Streitkräfte), Südafrika, Türkei, britische RAF.


Bilder Martin Maryland und Baltimore


Spezifikationen Martin 167 Maryland II

Spezifikationen:

Martin 167 Maryland II
Spezifikation
Typ
Aufklärungsbomber, leichter Bomber
Antrieb
zwei Pratt&Whitney Twin Wasp R-1830-S3C4-G 14-Zylinder-Doppelsternmotoren mit je 1.200 PS
Besatzung
3
Spannweite
18,69 m
Länge über alles
14,22 m
Höhe über alles
3,07 m
Flügelfläche
?
Leer-Gewicht
5.086 kg
Startgewicht (maximum)
7.694 kg
max. Flügelbelastung
?
max. Leistung
?
Höchstgeschwindigkeit
451 km/h
in Flughöhe von
ca. 7.500 m
Marschgeschwindigkeit
?
in Flughöhe von
?
Steigleistung
545 m/min.
Steigleistung auf
?
in Zeit
?
Dienstgipfelhöhe
7.925 m
Reichweite
1.738 km (mit Bomben)
maximale Reichweite
?
Einsatzradius
?

Bewaffnung:

Martin 167 Maryland II
Spezifikation
in den äußeren Flügeln
4 x 7,7-mm Browning MGs
Rückenturm
1 x 7,7-mm Vickers K MG
Bodenwanne
1 x 7,7-mm Vickers K MG
MGs insgesamt
6
Rumpfschacht
Bombenlast bis zu 907 kg

Einsatzstatistik:

Martin Maryland, Baltimore
Angaben
Erstflug
14. März 1939
Truppenlieferung
Oktober 1939 (in Frankreich)
Endlieferung
1941
Erstflug (Baltimore)
14. Juni 1941
Truppenlieferung (RAF)
Oktober 1941
Endlieferung
Mai 1944
Stückpreis
?
Stückzahl (alle Varianten)
1.875 (300 Maryland, 1.575 Baltimore)


Animation 3D-Modell Martin Maryland der 24. südafrikanischen Staffel (1941)


Quellenangaben und Literatur

Luftkrieg (Piekalkiewicz)
Combat Aircraft of World War II (Bill Gunston)
World Aircraft World War II (Enzo Angelucci, Paolo Matricardi)

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