T34 Modell 1940
Typ: mittlerer Panzer
Geschichte: 1936 wurde der junge Ingenieur M. I. Koschkin als Chefkonstrukteur zu den Komintern-Werken nach Charkow versetzt. Das Konstruktionsbüro des Werkes beschäftigte sich damals mit der ständigen Modernisierung des Rad/Ketten-Panzers BT. Anfang 1937 erhielt das Werk den Auftrag, einen neuen Rad/Ketten-Panzer - den A-20 - zu entwickeln. Der Entwurf dieses Panzers wurde im Novernber des gleichen Jahres abgeschlossen. Der A-20 wog 18000 kg, war mit einer 45-mm-Kanone ausgerüstet und war der erste der sogenannten »beschußsicheren« Panzer mit allseits stark angeschrägten Flächen ein typisches Kennzeichen des späteren T34. Das Fahrgestell glich dem des BT7, jedoch mit einigen Änderungen. Eine weitere Version, der A-30, war mit einer 76,2-mm-Kanone ausgerüstet.
In der Zwischenzeit war Koschkin zu der Erkenntnis gelangt, daß es falsch sein würde, den neuen mittleren Panzer als Rad/Ketten-Fahrzeug zu entwickeln. Die Rote Armee hatte den BT nur selten als Radpanzer benutzt, und die Einrichtung hierfür komplizierte die Konstruktion und erhöhte das Gewicht. Er schlug deshalb die Entwicklung eines reinen Kettenfahrzeugs, des A-32 (später T-32) vor. Das Oberkommando stimmte diesem Vorschlag zu und genehmigte den Bau eines Prototyps. Man hatte das Rad/Ketten-Projekt noch nicht vollständig aufgegeben und erwartete spätere Vergleichstests. Die Prototypen des A-20 und des T-32 wurden Anfang 1939 fertig und während des Jahres der Führung der Panzertruppen vorgestellt. Für den T-32 wurde eine verbesserte Panzerung und eine stärkere Bewaffnung gefordert. So wurde aus diesem Prototyp der T34. Aufgrund der ernsten internationalen Situation bewilligte das Oberkommando - noch vor der Fertigstellung des Prototyps - am 19. Dezember 1939 den Panzer T34 für die Panzereinheiten der Roten Armee. Gegen Ende Januar 1940 verließen die ersten Serienpanzer (T34 Modell 1940) die Komintern-Werke. Anfang Februar unternahmen zwei davon eine Erprobungsfahrt auf der Strecke Charkow - Moskau - Smolensk - Kiew- Charkow, an der Koschkin teilnahm. In
Moskau wurde der Panzer auf dem Roten Platz dem Oberkommando vorgestellt.

Die Entwicklung zum T-34, von links nach rechts: BT-7, A-20, T-34 Modell 1940 und T-34 Modell 1941 mit der längeren Kanone.
Inzwischen mußte Koschkin mit Lungenentzündung ins Krankenhaus, wo er am 26. September 1940 starb. Im Juni 1940 wurden die Herstellungsunterlagen fertig, und der Panzer konnte in die Massenfertigung gehen. Seit Koschkin krank geworden war, hatte sein Assistent A. A. Morosow, seine Aufgaben übernommen.
Bemerkenswert an dem Panzer war die hervorragende Formgebung, die die Widerstandsfähigkeit gegen die Durchschlagswirkung der Granaten bedeutend erhöhte. Die Bewaffnung, eine 76,2-mm-Kanone mit langem Rohr und hoher Mündungsgeschwindigkeit, war ebenfalls für Panzer dieser Klasse neu.
Der Einsatz des neuen V72-Dieselmotors mit 500 PS (der bereits im BT-7M verwendet wurde) verminderte das Brandrisiko und erweiterte den Fahrbereich beträchtlich. Das abgewandelte ChristieLaufwerk erlaubte auch in schwerem Gelände hohe Geschwindigkeiten, und die breiten Ketten verminderten den spezifischen Bodendruck erheblich. Die Gesamtkonstruktion des Panzers erleichterte die Massenfertigung
und führte zugleich zu einfacher Wartung und schneller Reparatur unter Einsatzbedingungen. Koschkins Panzer war das russische Gegenstück zu Mitchells Spitfire. Die Ähnlichkeit ist in der Tat verblüffend: Beide Konstrukteure starben bei ihren Anstrengungen, ihren Ländern eine kriegsentscheidende Waffe zu bauen. Ende 1940 waren 115 T34 Modell 1940 fertig. Einige wurden, um Kampferfahrungen zu sammeln, nach Finnland geschickt, kamen jedoch zu spät, um noch eingesetzt zu werden.

Die Original-Version des Panzers, das Modell 40 hatte eine ungenügende L-11 Kanone und ein anfälliges Getriebe. Dieser, während der ersten Kämpfe im Sommer 1941 verlassene Panzer, hat eine Ersatz-Getriebe auf dem Hinterdeck montiert.
Als die Deutschen im Juni 1941 angriffen, waren 1225 fertiggestelt (andere Quellen: 967) , und bis zur Schlacht um Moskau waren 1853 an die Truppe ausgeliefert - von denen natürlich viele auch schon wieder zerstört waren. Den ersten Kampfeinsatz erlebte der Panzer am 22. Juni 1941 in der Nähe von Grodno. Er war für die deutschen Truppen, die bald lernten, das Fahrzeug mit größter Vorsicht zu behandeln, eine vollständige Oberraschung. Die Frage tauchte auf, den Panzer in Deutschland zu kopieren, doch erwies sich das als unmöglich. So wurde in Deutschland der Panther entwickelt, dessen Gesamtkonstruktion erheblich vom T34 beeinflußt war. Durch die Verlegung der sowjetischen Panzerindustrie nach Osten übernahmen die Uralmashzavod (Ural-Maschinen-Fabriken) sowie eine Reihe von Zweigbetrieben die weitere Produktion des T34.
Der Panzer war ursprünglich mit einer 76,2-mm-Kanone Modell 1939 L-11 ausgerüstet, die in einem geschweißten Turm aus Walzstahl untergebracht war. Um jedoch die Produktion zu beschleunigen, wurde schon bald ein Gußturm eingeführt. Ab Mitte 1941 kam als neue Kanone das Modell 40 F-34 mit längerem Rohr und höherer Mündungsgeschwindigkeit.
Während der Serienproduktion wurden eine ganze Reihe von größeren und kleineren Änderungen vorgenommen. Die entscheidende Verbesserung kam jedoch im Herbst 1943, als die 85-mm-Kanone ZIS S-53 (oder D-5T) mit 55 Schuß eingebaut wurde.
Außerdem konnten 2394 Schuß 7,62-mm-Munition mitgeführt werden. Dieser neue T-34 Modell 1944 wurde am 15. Dezember 1943 für die Massenfertigung freigegeben. Bis zum Ende des Jahres waren bereits 283 Stück fertiggesteIlt, und im Jahr darauf wurden weitere 11.000 produziert. Der T-34/85 blieb bis zur Mitte der fünfziger Jahre in der Fertigung und wurde dann vom T-54 abgelöst. Bei anderen Streitkräften stand er noch bis Mitte der sechziger Jahre im Dienst.
Benutzer: Sowjetunion.
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T34 Modell 1940 |
| Typ |
mittlerer Panzer |
| Antrieb |
V-2 wassergekühlter 12-Zylinder-Dieselmotor mit 450 PS |
| Besatzung |
4 |
| Länge |
5,92 m |
| Breite |
3,00 m |
| Höhe |
2,45 m |
| Gewicht |
26 t |
| Bodendruck |
0,8 kg/cm² |
| Straßengeschw. |
55 km/h |
| Strassen-Fahrbereich |
300 km |
| Gelände-Fahrbereich |
230 km |
| Treibstoff |
460 Liter |
| Kletterfähigkeit |
0,79 m |
Grabenüberschreitung |
2,49 m |
Steigfähigkeit |
30° |
| Panzerung |
15 - 45 mm |
| Haupt-Bewaffnung |
76,2-mm-Kanone L11 mit 76 Schuss |
| Mündungsgeschw. |
612 m/s
(610 m/s Sprenggranate) |
| Granatgewicht |
6,3 kg
(6,21 kg Sprenggrante) |
| Durchschlag 500m |
62 mm / 0° |
| Durchschlag 1000m |
56 mm / 0° |
| Durchschlag 1500m |
45 mm / 0° |
| Durchschlag 2000m |
40 mm / 0° |
| max. Schussweite |
14.500 m |
| Sekundär-Bewaffnung |
2 x DT-MGs |
| Serienproduktion |
September 1940 bis 1947
(ab 1953 in Polen und Tschecheslowakei weitergebaut)
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| Stückpreis |
269.500 Rubel Modell 1940 und 1941
193.000 Rubel Modell 1942 |
| Stückzahl (alle) |
ca. 53.000 + 9.000 ab 1953 in Polen und CSSR.
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| Produziert 1940 |
117 |
| Produziert 1941 |
3.014 |
| Produziert 1942 |
12.553 |
| Produziert 1943 |
15.812 |
| Produziert 1944 |
14.723 |
| Produziert 1945 |
18.330 |

3D-Modell T34 Modell 1940

Gefallene Besatzungsmitglieder vor einem abgeschossen T-34 Modell 1940.
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