M4 Sherman
Typ: mittlerer Panzer
Geschichte: Am 29. August 1940, einen Tag nach der Entscheidung, den M3 Grant als Nachfolger für den M2A1 zu produzieren, begannen die Entwurfsarbeiten an einem neuen mittleren Kampfpanzer mit 75-mm-Kanione in einem voll um 360 Grad schwenkbaren Turm. Der Entwurf des neuen mittleren Kampfpanzers T6 wurde so ausgelegt, daß möglichst viele Komponenten des M3 verwendet werden konnten. Der T6 wurde im September 1941 als mittlerer Kampfpanzer M4 eingeführt, wurde jedoch in allen seinen Modellen bekannter als »Sherman« - nach dem General William Sherman aus dem US-Bürgerkrieg. Bei der Einführung wog der M4 Sherman 30482 kg und war mit einer 75-mm-Kanone M2 bewaffnet. Der abgerundete Turm war in einem Stück gegossen, an der Vorderseite 76 mm dick und war angetrieben. Ein Kreisel steuerte die Höhenrichtung der Kanone. Der untere Teil der Wanne war geschweißt, beim oberen Teil gab es je nach Modell Unterschiede. Der M4 Sherman hatte einen geschweißten Wannenoberteil, während der M4A1 einen abgerundeten gegossenen Oberteil hatte. Beide waren etwa 51 mm stark. Abgesehen hiervon bestanden die Hauptunterschiede zwischen den einzelnen M4-Modellen vor allen Dingen im Antrieb. Der Sherman sollte den M3 so schnell wie möglich ersetzen. Deshalb wurden in das Fertigungsprogramm eingeschaltet: das von Chrysler betriebene Arsenal in Detroit, die Fisher Body Division von GMC, die Ford Motor Company, Pacific Car and Foundry, Federal Machine and Welder Company, Lima Locomotive Works und die Montreal Locomotive Works. Insgesamt wurden 49.230 Sherman aller Modelle und Versionen hergestellt.

Standard-Modell des M4A3 Sherman (Version von Ford gebaut)
Das Fahrzeug wurde während der Produktion laufend verbessert - ja, selbst noch, nachdem die Produktion eingestellt war. Die wesentlichen Verbesserungen konzentrierten sich auf die Bewaffnung, die Unterbringung der Munition und das Fahrwerk. Für den Prototyp des mittleren Kampfpanzers T6 wurde die 75-mm-Kanone T6 eingesetzt, doch - wie bereits bei den Varianten des mittleren Kampfpanzers M3, erwies sich die T6-Kanone als ein Fehlschlag. Das nächste Modell, die T7-Kanone, war besser und wurde im Mai 1941 als Kanone M2 eingeführt. Sie hatte jedoch ein recht kurzes Rohr und brachte es nur auf eine Mündungsgeschwindigkeit von 564 m/s. Die ersten Panzer des Typs waren mit der M2-Kanone ausgerüstet, doch schon im September 1940 hatten die Panzerverbände eine höhere Mündungsgeschwindigkeit gefordert. Diese Forderung wurde mit der 75-mm-Kanone T8 erfüllt, die im Juni 1941 als M3 übernommer, wurde. Diese Kanone verschoß panzerbrechende Munition mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 619 m/s und war außerdem besser auf den Einsatz im Panzer abgestimmt. Das längere Rohr ließ sich durch den Stabilisierungskreisel besser ausbalancieren, und durch den Verschluß, der sich horizontal öffnete, ließ sich der hintere Teil des Rohres weiter senken. Obwohl die 75-mm-Kanone als Standardwaffe anerkannt worden war, war das Beschaffungsamt der Meinung, daß mehr Durchschlagskraft nicht schaden könne und untersuchte ohne Auftrag der kämpfenden Truppe die Möglichkeiten stärkerer Bewaffnung. Die 76-mm-Kanone aus dem schweren Kampfpanzer M6 war keine ideale Lösung, doch durch die Kombination des 76-mm-Rohres mit dem Verschluß der 75-mm-Kanone fand man eine zufriedenstellende Lösung. Die zunächst als 76-mm-Kanone T13, später als T1 bezeichnete Kanone wurde im August 1942 versuchsweise in einen Sherman eingebaut. Obgleich vielversprechend, fand das Projekt keine Unterstützung und wurde im November des gleichen Jahres eingestellt.
Später wurde der Turm für mittlere Panzer T23 mit 76-mm-Kanone auf den Sherman gesetzt. Die Verbesserung war derart unübersehbar, daß das Panzerkommando der Forderung zustimmte, die 75-mm-Kanone durch 76-mm-Kanonen zu ersetzen, um die Feuerkraft zu erhöhen.

Britischer Sherman II der 2.Armoured Brigade während der Schlacht von El Alamein.
Nachdem man den ersten Vorschlag zurückgewiesen hatte, konnte man so das Gesicht wahren. Die Tatsache, daß bis zum Juli 1944 mehr als 2000 Sherman-Panzer mit 76-mm-Kanone gebaut wurden, zeigt, wie sehr diese größere Feuerkraft benötigt wurde - und das, nachdem schon im Mai 1943 Fahrzeuge mit 76-mm-Kanone als veraltet erklärt worden waren ! Damals dachte das Beschaffungsamt schon an die Verwendung von 90-mm-Kanonen.
Neu war auch die Ausrüstung des Panzers mit der 105-mm-Haubitze. Schon im April 1941 hatte man auf dem Versuchsgelände in Aberdeen vorgeschlagen, den Panzer mit einer 105-mm-Haubitze auszurüsten, doch dauerte es bis Ende 1942, bis zwei M4A4 entsprechend umgerüstet wurden. Weitere Tests wurden mit einem gleichermaßen abgeänderten M4E5 durchgeführt, und die Haubitze wurde in der M52-Aufhängung als Standard ausrüstung übernommen. Diese Fahrzeuge wurden von den Hauptquartieren zur Feuerunterstützung eingesetzt. Es wurden etwa 4680 auf den Fahrgestellen des M4 und des M4A3 gebaut. Die ersten Sherman hatten den etwas zweifelhaften Ruf, daß sie »aufplatzten«, wenn sie von der Pak getroffen wurden.

Panzer waten von einem Landungsschiff an den Strand.
Um diesen Nachteil auszumerzen, bemühte man sich darum, die im Panzer mitgeführte Munition besser zu schützen. Die Munitionshalterungen wurden tiefer in die Wanne 'verlegt. Die Halterungen für die 75-mm- und 76-mm-Munition erhielten außerdem einen Wassermantel, die für die Haubitzenmunition wurden durch eine zusätzliche Panzerung geschützt. Im Mai 1945 wurde der Zusatz »wet« (naß) in die Bezeichnung aufgenommen, um diese Panzer von denen ohne diesen zusätzlichen Schutz zu unterscheiden.
Um die Fahreigenschaften zu verbessern und zugleich den spezifischen Bodendruck des Panzers zu verringern, untersuchte man verschiedene Laufwerksauslegungen und Ketten. Die ursprünglichen senkrechten Spiralfedern des Sherman waren - wie auch die 41-cm-Ketten - vom mittleren Kampfpanzer M2 übernommen. Beide waren jedoch für einen 20-t-Panzer bestimmt und nicht für die über 30 t des M4. Deshalb wurde ein neues Laufwerk mit horizontalen Spiralfedern und 58-cm-Kette entwickelt und in die Produktion übernommen. Um diese Fahrzeuge zu kennzeichnen, wurde in die Bezeichnung oft der Zusatz »HVSS« aufgenommen. (Fortsetzung rechte Spalte)
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Ein gestelltes Bild eines Sherman der US Army mit vom Panzer kämpfender Infanterie. Im Einsatz kämpfte die Infanterie nur selten vom Panzer. Gewöhnlich folgte sie ihm und benutzte ihn als Schild. Nur die Rote Armee machte hiervon eine Ausnahme.
M4A3 Sherman |
| Typ |
mittlerer Panzer |
| Antrieb |
Ford GAA V-8, wassergekühlter Benzinreihenmotor mit 500 PS bei 2600 U/min |
| Besatzung |
5 |
| Länge |
6,27 m |
| Breite |
2,67 m |
| Höhe |
3,37 m |
| Gewicht |
31.554 kg |
| Bodendruck |
1 kg/cm² |
| Leistungsgewicht |
16,9 PS/t |
| Straßengeschw. |
42 km/h |
| Geländegeschw. |
25-32 km/h |
| Strassen-Fahrbereich |
160 km |
| Kletterfähigkeit |
0,61 m |
Grabenüberschreitung |
2,29 m |
| Watfähigkeit |
0,91 m |
Steigfähigkeit |
60 % |
| Panzerung Turm |
15-75 mm |
Panzerung Hülle |
12-50 mm |
| Haupt-Bewaffnung |
75-mm-Kanone M3 mit 97 Schuss |
| Schwenkbereich |
360°, Höhe +25° bis -10° |
| Mündungsgeschw. |
619 m/s |
| Granatgewicht |
6,88 kg |
| Durchschlag 500m |
70 mm / 30° |
| Durchschlag 1000m |
59 mm / 30° |
| Durchschlag 1500m |
55 mm / 30° |
| Durchschlag 2000m |
50 mm / 30° |
| max. Schussweite |
14.000 m |
| Sekundär-Bewaffnung |
7,62-mm-MG koaxial, 7,62-mm-MG im Bug [6250 Schuss], 12,7-mm-MG auf dem Turm, 51-mm-Nebelwerfer im Turm |
| Serienproduktion |
Juli 1942 bis
März 1945 |
| Stückpreis |
44.556-49.997 $
= 11.000-12.500 £
= 99.000-111.000 RM |
| Stückzahl |
4.761
(alle: 49.230) |
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Shermans der Roten Armee vor Charkow 1943. Beachtenswert die Treibstoffbehälter hinten auf der Wanne.
(Fortsetzung von linker Spalte)
Der Panzer erwies sich als außerordentlich wandlungsfähig, so daß er während der gesamten Produktionszeit laufend verbessert werden konnte. So gab es auch nur noch wenig Ähnlichkeit zwischen dem ursprünglichen M4 und dem M4A3 mit der verbesserten Panzerung, Bewaffnung, dem besseren Motor und dem geänderten Laufwerk. Der Typ bot sich auch für Varianten an, so daß Experten mehr als 50 amerikanische Versuchsmodelle verzeichnen. Zumindest eines davon unterlag auch noch dreißig Jahre später der Geheimhaltung. Panzer und andere Fahrzeuge aus der M4-Serie wurden während und nach dem Zweiten Weltkrieg in viele Länder geliefert. Es wurden mehr Sherman hergestellt als von jedem anderen einzelnen Panzertyp. Kritiker wiesen auf seine Unterlegenheit etwa gegenüber dem Panther hin, doch machte er diesen Nachteil durch Zuverlässigkeit, Ausdauer und eben durch seine zahlenmäßige Überlegenheit wett. Auch noch Jahrzente nach seiner Einführung tat der Panzer in vielen Heeren überall in der Welt seinen Dienst. Er hat an fast allen bewaffneten Konflikten seit 1945 teilgenommen.

3D-Modell M4A3 Sherman

Sherman Panzer während eines Manövers in einer amerikanischen Wüste.

Ein erbeuteter Panzer im Einsatz bei der Wehrmacht.

Der Panzer im RAC Tank Museum, Bovington Camp, Dorset (England).
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