M3 Lee, Grant
Typ: amerikanischer mittlerer Kampfpanzer.
Geschichte: Die Geschwindigkeit, mit welcher der amerikanische mittlere Kampfpanzer M3 Lee oder Grant entworfen, entwickelt und in Produktion gebracht wurde, sucht seines gleichen in der Geschichte der Panzerkampfwagen. Als im September 1939 der 2. Weltkrieg in Europa ausbrach, hatte das US Ordnance Department bereits Pläne für eine umfangreiche Panzerproduktion erstellt, welche von der Schwerindustrie hergestellt werden sollten. Und tatsächlich wurde der erste in Auftrag gegebene US-Panzer, der leichte M2A4, auch von einer dieser Firmen, der American Car&Foundry, produziert.
Die Ereignise in Europa im Mai/Juni 1940, welche auch den Anlass zur Verabschiedung eines neuen US-Rüstungsprogramms gaben, hatten gezeigt, daß Kampfpanzer - und vor allem mittlere Panzer - in weit größerer Anzahl benötigt werden würden, als noch im Oktober des Vorjahres bei Beginn des Panzerbauprogrammes vorausgesehen.
William S. Knudsen, der Vorsitzende von GMC, war Mitglied des nationalen Verteidigungsrates und zuständig für die Koordinierung der amerikanischen Industrie für Rüstungsproduktionen. Er erkannte, daß die Schwerindustrie, welche bisher langsam und vergleichsweise nur geringe Zahlen von Lokomotiven, Kränen u.ä. hergstellt hatte, nicht die notwendige Kapazität und Erfahrung besaß, Panzer in der nun seit Juni 1940 gewaltig angestiegenen Menge zu produzieren. Nach Knudsens Ansicht bestand zwischen dem Panzerbau und dem Automobilbau, mit Ausnahme der Herstellung der Panzerplatten, kein Unterschied und weshalb sollte nicht von Beginn an die Automobilindustrie statt der Schwerindustrie der Hauptproduzent von Panzern werden ?
Da es beim Panzerbau trotzdem einige Probleme gab, die in der Automobilindustrie nicht vorkamen, schlug Knudsen vor, daß zu diesem Zweck ein neues Panzerwerk von der Regierung in Detroit errichtet werden sollte, aber Chrysler den Aufbau und den Betrieb der Fertigungsanlage im Namen der US-Regierung betreiben würde. Das war der Beginn des Panzer-Arsenals von Warren in Michigan.
Am 15. August 1940 wurde der Vertrag mit Chrysler für einen ersten Auftrag über 1000 mittlere Panzer vom Typ M2A1 unterzeichnet, welcher allerdings schon dreizehn Tage später zugunsten des neuen mittleren Kampfpanzers M3 mit der zusätzlich starr eingebauten 75-mm-Kanone storniert wurde. Der Bau der Panzerfabrik auf einem 46 Hektar großen Gelände begann im September 1940. Das Gebäude war 420 m lang und 150 m breit.
Gleichzeitig wurden im Rock Island-Arsenal die Arbeiten am Entwurf des mittleren M3-Kampfpanzers zusammen mit Ingenieuren von Chrysler durchgeführt, um die notwendigen Produktionsmaschinen entwerfen und bauen zu können. Die Arbeiten am M3 waren im März 1941 abgeschlossen und auch das riesige Fabrik-Gelände in Detroit war zu diesem Zeitpunkt fast fertig, sodaß die ganze Operation in unter sechs Monaten abgeschlossen war.
Die drei Auftragsfirmen bauten im April 1941 jeweils alle Vorserienmodelle vom M3 und im August lief die Produktion in allen drei Werken (American Locomotove, Baldwin und das neue Detroit Panzer-Arsenal) auf vollen Touren.
Wichtigste Neuerung beim M3-Panzer war vor allem die Installation von Stabilisierungskreiseln, sowohl für die 75-mm als auch die 37-mm-Kanone, welche dem Fahrzeug auch das Feuern bei Fahrt mit einer bestimmten Treffergenauigkeit erlaubten.
Die Produktion des M3-Panzers und seiner verschiedenen Versionen wurde bis zum Dezember 1942 fortgesetzt. In dieser Zeit wurden insgesamt 6.258 M3 Panzer ausgeliefert.

Ein amerikanischer Soldat reinigt die 75-mm-Kanone eines M3 Lee in Tunesien während des Winter 1942/43.
Nachdem die englische Armee einen Großteil ihrer Panzer nach der Evakuierung aus Dünkirchen eingebüßt hatte und die heimische Rüstungsindustrie nicht in der Lage war, die Ausfälle schnell zu ersetzen, wurde im Juni 1940 eine englische Panzer-Kommission in die Vereingten Staaten entsendet. Im Oktober 1940 schloß diese Verträge mit den US-Firmen Baldwin, Lima und Pullman zur Herstellung des M3-Panzers für Großbritannien ab. Diese ursprünglich von Großbritannien in Auftrag gegebenen und auch bezahlten Panzer hatten einen neuen Gußturm nach englischen Anforderungen, sodaß die Funkeinrichtung im hinteren Teil des Turmes untergebracht werden konnte, im Gegensatz zur ursprünglichen Anordnung im Rumpf. Dieser Turm war länger als der Original-Turm des M3 und hatte einen deutlichen Überhang nach hinten und zu den Seiten. Die Kommandanten-Kuppel wurde weggelassen und der neue Turm selbst war auch flacher, sodaß sich die Silhouette des Fahrzeuges um mehr als 30cm verringerte. Diese Version wurde von den Engländern als M3 Grant (nach Ulysses S. Grant, dem legendären Südstaaten-General aus dem US-Bürgerkrieg) bezeichnet und die 200 bestellten Panzer wurden Anfang 1942 alle zur 8.Armee nach Nordafrika verschifft.

Der M3 Grant I war ein mittler Panzer M3 mit einem neuen Turm entsprechend britischer Anforderungen.
Für die große Gazala-Schlacht am 27. Mai 1942 bildeten 167 Grant-Panzer den Hauptteil der Streitmacht der 4. Panzer-Brigade und gaben den Briten erstmals einen Panzer mit überlegenerer Feuerkraft gegenüber dem Deutschen Afrikakorps (DAK). Zum erstenmal hatten die Engländer einen Panzer, mit dem sie die deutschen Panzer aus größerer Entfernung bekämpfen konnten und dazu noch die Fähigkeit mit der 75-mnm-Kanone auch Sprenggranaten gegen feindliche Infanterie, Artillerie und vor allem die gefürchteten 8,8-cm-Flak Stellungen zu verschießen. Der M3 Grant gab den englischen Panzermännern einen dringend benötigten Moralschub, der half die schweren Rückschläge, welche das DAK ihnen zufügte, aufzufangen und ließ das Pendel der qualitativen und quantitativen Überlegenheit langsam zugunsten der Briten auswandern. Dazu wurde es den Briten erspart eine ähnliche 75-mm-Mehrzweck-Kanone selbst entwickeln zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt war der M3 Grant die wichtigste militärische Neuerung der britischen Armee.

Standard-M3-Panzer wurden bei der britischen Armee als M3 Lee I bezeichnet. Sandsäcke wurden als zusätzlicher Schutz zu der doch recht dünnen Panzerung auf den Serienfahrzeugen im Nahen Osten angebracht.
Am 11. März 1941 wurde das Lend-Lease-Abkommen ratifiziert, welches den Engländern und anderen amerikanischen Verbündeten US-Waffen aller Art verfügbar machte. Serien-M3-Panzer wurden dann auch an die englische Armee geliefert, welche diesen den Namen M3 Lee (nach Robert E. Lee, dem US-Bürgerkriegsgeneral) gab. Bis Juni 1942 waren weitere 250 mittlere M3-Panzer in Ägypten angekommen und zur Zeit der Schlacht von El Alamein im Oktober 1942 hatten nahezu 600 M3 Grant und Lee die britische 8.Armee erreicht.
Als der M4 Sherman die M3 Grant und Lee auf diesem Kriegsschauplatz ersetzt hatte, wurden die verbliebenen M3-Panzer nach Burma verschifft, wo sie die zuvor von den britischen Einheiten verwendeten veralteten Typen Matilda, Stuart und Valentine ersetzen. Einige gingen zu dieser Zeit auch an Australien.
Im April 1943 lief die M4-Produktion auf vollen Touren und der M3 wurde schließlich am 16.März 1944 für veraltet erklärt.
Benutzer: England, USA, Rußland, Kanada, Australien (Angaben für alle Versionen).
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M3 Grant der britischen 4. Panzer-Brigade in Nordafrika im Februar 1942. Das zweite Fahrzeug ist ein leichter Panzer vom Typ Stuart.
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Technische Daten und Statistik: |
| Typ |
mittlerer Panzer |
| Antrieb |
Wright Continental R-975-EC2, luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor mit 340 PS bei 2400 U/min
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| Getriebe |
? |
| Besatzung insg. |
6 |
| Turm-Besatzung |
3 (Lee mit 360°Kommandanten-Kuppel) |
| Länge |
5,64 m |
| Breite |
2,72 m |
| Höhe |
2,85 m (Lee 3,12 m) |
| Gewicht |
27,24 t |
| Straßengeschw. |
42 km/h |
| Geländegeschw. |
26 km/h |
| Verbrauch/100 km |
|
| Kraftstoffvorrat |
? |
| Straßen-Fahrbereich |
193 km |
| Gelände-Fahrbereich |
? |
| Kletterfähigkeit |
0,60 m |
Graben- überschreitung |
1,90 m |
| Watfähigkeit |
1,02 m |
| Wendekreis |
? |
Steigfähigkeit |
60 ° |
| PANZERUNG |
mm / Winkel |
| Turm Vorn |
Maximum 37 mm
Minimum 12 mm
(an einigen Stellen bis zu 57 mm)
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| Turm Seite |
| Turm Hinten |
| Turm Oben |
| Aufbau Vorn |
| Aufbau Seite |
| Aufbau Hinten |
| Aufbau Oben |
| Wanne Vorn |
| Wanne Seite |
| Wanne Hinten |
| Wanne Unten |
| Geschütz-Mantel |
| BEWAFFNUNG |
75-mm-Kanone M2 mit 46 Schuß
37-mm-Kanone M5 mit 178 Schuß |
| Schwenkbereich |
75-mm-Kanone M2: -15° bis +15°, Höhenbereich 0° bis +20°
37-mm-Kanone M5:
360° (Motor oder manuell), Höhenbereich -7° bis +60°
(beide mit Stabilisierungskreisel) |
| Mündungsgeschw. |
APCBC (75mm): 633 m/s
APC (37mm): 951 m/s |
| Granatgewicht |
APCBC (75mm): 6,5 kg
APC (37mm): 0,9 kg |
| Durchschlag 100 m auf 30° |
APCBC (75mm): ca. 70 mm
APC (37mm): ca. 50 mm |
| Durchschlag 500 m auf 30° |
APCBC (75mm): 60 mm
APC (37mm): 46 mm |
| Durchschlag 1000 m auf 30° |
APCBC (75mm): 52 mm
APC (37mm): 42 mm |
| Durchschlag 1500 m auf 30° |
APCBC (75mm): 48 mm
APC (37mm): 40 mm |
| Durchschlag 2000 m auf 30° |
APCBC (75mm) : 40 mm
APC (37mm): 37 mm |
| Sekundär-Bewaffnung |
ein 7,62-mm-MG M1919A4 koaxial zur 37-mm-Kanone, zwei 7,62-mm-MG im Bug (Lee dazu noch ein 7,62-mm-MG in der Kommandantenkuppel auf dem Turm), zusammen 9.200 Schuß
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| Funkgerät |
Englische Funkausrüstung im Turm (Lee: US-Funkausrüstung im Rumpfl)
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| Zieloptik |
Periskop-Zielfernrohre für beide Kanonen
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| Produktion |
von August 1941 bis Dezember 1942
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| Ersteinsatz |
Februar 1942 |
| Stückpreis |
55.244 $
(M3 Lee)
= 116.100 Reichsmark
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| Stückzahl |
6,258
(davon 200 als Grant I, 1.386 an Rußland geliefert sowie 487 während der Transporte dorthin versenkt)
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Einsatzstatistik für alle M3 Versionen |
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Bestand |
Produktion |
Verluste |
| vor 1939 |
- |
- |
- |
| 1939 |
- |
- |
- |
| 1940 |
- |
- |
- |
| 1941 |
- |
6.258 |
- |
| 1942 |
167
(27.5.) |
? |
| 1943 |
? |
- |
? |
| 1944 |
? |
- |
? |
| 1945 |
? |
- |
? |
Insgesamt |
- |
6.258 |
? |

3D-Modell M3 Grant
HIER MEHR FOTOS VOM M3 LEE, GRANT
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