Sten MP
Typ: Maschinenpistole
Geschichte: Die von der englischen Armee verwendete amerikanische Thompson MP hatte einige Nachteile. Sie war schwer, schwierig in der Herstellung und obendrein teuer. Der hohe Preis und die Versorgungs-Schwierigkeiten der Thompson-MP ließen die Engländer bald daran denken, ein eigenes Modell zu entwickeln. Die Ereignisse des Jahres 1940 führten zu einer Beschleunigung dieser Gedanken. Nachdem verschiedene Entwürfe eingehend geprüft worden waren, entschloß man sich, eine Kopie der deutschen Schmeißer-MP 28 anzufertigen, die bereits im Erste Weltkrieg entstanden war. Es war eine Rückschlag-Waffe mit hölzernem Kolben und einem Kasten-Magazin an der Seite. Geplant war die Fertigung unter dem Namen Lanchester, jenes Ingenieurs, der für die Überarbeitung des Entwurfs zuständig war.

Sten MP Mk 1 mit Vordergriff und Mündungsbremse.
Doch gerade als die Produktion beginnen sollte, hatten zwei Ingenieure der Royal Small Arms Factory (Königliche Leichtwaffen-Fabrik) in Enfield einen anderen Entwurf fertiggestellt - die Sten MP. In ihrer äußeren Erscheinung wirkte sie beinahe so 'zusammengehauen' wie manche der sowjetischen MP, alles an ihr war aus gepreßtem,
zum Teil gewelltem Metall, auch die Schulterstütze. Doch sie besaß genau jene Vorzüge, die gefordert wurden: Sie arbeitete gut und sie war billig, schnell und einfach zu produzieren. Ohne weitere Einwendungen ging die Sten MP in Produktion.

Ein französischer Resistance-Kämpfer mit einer Sten Mk 2 Maschinenpistole.
Das erste Modell Mk 1 hatte einen löffelförmigen Aufsatz, der Mündungsbremse und -blitzabdeckung zugleich war, und besaß einen hölzernen Vordergriff. Von diesem Modell wurden rd. 100.000 Stück hergestellt. Dann wurde das Mk2 eingeführt. Dieses Modell erlebte die weiteste Verbreitung. Bei ihm gab es weder Vordergriff noch Mündungsblitzabdeckung, diese MP besaß ein einfaches, gelochtes Rohrstück, das als Gegenmutter für den Lauf diente und als Handgriff zugleich. Außerdem hatte die Mk 2 eine aus einem Metallrohr geformte Schulterstütze. Zwei Millionen dieser Maschinenpistolen wurden hergestellt, und ungezählte Exemplare wurden über den von den Deutschen besetzten Gebieten abgeworfen, wo sie gelegentlich noch heute auftauchen. Eine schallgedämpfte Ausführung wurde für Kommando-Operationen hergestellt.

Sten Mk 2 MP mit Schalldämpfer für Kommando-Einsätze.
Danach folgte die Ausführung Mk 3 mit einem langen Mantel aus gewelltem Metall, der den Lauf völlig umschloß. Dieses Modell wurde in England und in Kanada hergestellt. Ein Versuchsmodell für Fallschirmjäger war das Mk 4, dann folgte das Mk 5. Dies war eine etwas elegantere Ausführung des früheren Modells und flößte ihren Benutzern sicherlich etwas mehr Vertrauen ein. Die Mk 5 hatte einen Pistolengriff und einen hölzernen Kolben. An der Mündung trug sie ein Bajonett, aber ansonsten war es noch immer die gute, alte Sten, die dem Tommy ans Herz gewachsen war. Sie wurde zunächst den Luftlandetruppen gegeben und erstmals während der Schlacht um Arnheim verwendet. Sspäter ersetzte sie auch bei allen anderen Einheiten die früheren Ausrührungen als Standard-MP und blieb dies bei den Engländern bis in die fünfziger Jahre.

Ein englischer Fallschirmjäger zielt mit seiner Sten Mk 5 während der Schlacht von Arnheim, wo dieses Modell erstmals verwendet wurde.
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Englische Soldaten mit der Sten Mk 2.
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| Typ |
Maschinenpistole |
| Kaliber |
9 mm |
| Länge |
76,20 cm |
| Gewicht |
3,5 kg |
| Lauf |
19,7 cm mit 2 oder 6 rechtsläufigen Zügen |
| Magazin |
32-Schuss-Kastenmagazin |
| Funktion |
Rückstoss, automatisch oder Einzelschuß |
| Geschoßgeschw. |
365 m/s |
| Feuergeschw. |
550 Schuss/min. |
| Hersteller |
Royal Ordnance Factory, Fazakerley |
| Serienproduktion |
Juni 1941 (Mk 1) |
| Endlieferung |
1950 oder danach |
| Stückzahl (Mk 2) |
2 Millionen +
(100.000 von Mk 1) |
| Stückpreis |
2.87 £ = ~30 Reichsmark |

3D-Modell Sten Mk 2

Sten Mk 2 Version ohne Abzugsbügel
Vergleich der englischen Sten Mk 2 MP (oben) mit der von 1944-1945 in Deutschland nachgebauten Kopie (unten).
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