Maschinenpistole MP40, MP38
Typ: Maschinenpistolen
Geschichte: Nach den Erfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg entschied die deutsche Wehrmacht 1938, daß eine Maschinenpistole (MPi) für die Infanterie benötigt wurde. Die auf dem Markt befindlichen Modelle schienen dazu allerdings nicht geeignet. So wurde der Waffenkonstrukteur Giepel beauftragt, nach den Spezifikationen der Wehrmacht eine neue Waffe zu entwickeln.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Giepel schon seit einiger Zeit an einem neuen Entwurf gearbeitet, und dieses Modell wurde nach einigen geringfügigen Änderungen als Maschinenpistole MP38 angenommen.

Die Maschinenpistole MP38 in Russland 1941, wo die Wehrmacht die Rote Armee bei ihrer Politik der 'verbrannten Erde' tatkräftig unterstützte.
Die MP38 stellte Neuland in der Waffenentwicklung dar. Sie war die erste Maschinenpistole, die eine klappbare Schulterstütze erhielt, war die erste Waffe, bei der Preßstahl und Kunststoff zur Fertigung verwendet wurden, und auch die erste, bei der überhaupt kein Holz zum Einsatz kam.
Wie fast alle anderen Maschinenpistolen feuerte auch die MP38 bei offenem Verschluß und arbeitete dergestalt nach dem Rückstoß-Prinzip, daß die Hülse nach dem Schuß gegen den Verschluß gestoßen wurde, ihn zurückdrückte und damit für den nächsten Schuß vorbereitete.
Die Wehrmacht war zufrieden mit ihrer neuen Waffe. Aber trotz aller Neuerungen wurde die MP38 noch weitgehend nach herkömmlichen Methoden produziert, und so wurde eine Waffe gefordert, die sich besser für eine einfache Serienproduktion eignete.
Die MP38 wurde daher einer kritischen Betrachtung unterzogen und dementsprechend überarbeitet, um eine maximale Nutzung von Stanzteilen und geschweißten Bauteilen verwenden zu können. Das Ergebnis war die MP40 und ersetzte die MP38 als Standard-Maschinenpistole. Praktisch wurde diese Waffe das Markenzeichen der deutschen Infanterie.

MP40
Der Unterschied zwischen beiden Modellen ist äußerlich gar nicht leicht festzustellen. Am einfachsten unterscheidet man sie dadurch voneinander, daß der Schaft der MPi 38 aus gewelltem Stahl mit einem glatten Magazin-Gehäuse bestand, während es bei der MPi 40 genau umgekehrt war.
Eine wesentliche Verbesserung bem Einsatz der neuen Maschinenpistole war jedoch die Veränderung des Hahns, der nun nach innen geschlossen werden konnte und den Verschluß sicherte. Damit wurde vermieden, daß die MPi 40 im Gegensatz zu ihren anderen Zeitgenossen ungewollte Schüsse abgegen konnte, die zu Unfällen führen konnten.

Deutsche Fallschirmjäger 1944 in Rom, mit der Maschinenpistole MP40 bewaffnet.
Ein Nachteil für die deutsche Infanterie an der Ostfront war es zweifellos, daß die Russen für ihre PPSh - Maschinenpistolen Magazine mit 71-Schuß-Trommeln besaßen, während die deutschen MPi's maximal 32 Schuß im Magazin hatten. So baute man anstelle des Magazingehäuses einen Schieber in die MPi 40, der zwei Magazine aufnehmen konnte. Der Schütze schob den Schieber so an den Verschluß, daß der Inhalt des ersten Magazins von ihm aufgenommen wurde. War das Magazin leer, so genügte ein kurzer Schlag gegen den Schieber, und das zweite Magazin lag in der MPi. Allerdings stieg das Gewicht der Maschinenpistole durch den Zusatz auf mehr als 5,5 kg an, während ein Russe immer noch 7 Schuss mehr hatte. Daher wurden von dieser Modifikation nicht viele gebaut.
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Zwei Soldaten der Französischen Legion an der Ostfront. Der Mann vorne im Bild ist mit der Maschinenpistole MP40 bewaffnet.
Maschinenpistole MP40 und MP38
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| Typ |
Maschinenpistole |
| Kaliber |
9,00 mm |
| Länge |
83,19 cm |
| Gewicht |
4,0 kg |
| Lauf |
24,77 cm mit 6 rechtsläufigen Zügen |
| Magazin |
32-Schuss-Kastenmagazin |
| Funktion |
Rückstoss, nur automatisch |
| Geschoßgeschw. |
380 m/s |
| Feuergeschw. |
500 Schuss/min. |
| Hersteller |
Erfurter Maschinenfabrik B.Giepel GmbH (Ermawerke), Erfurt |
| Serienproduktion |
seit 1938 |
| Endlieferung |
1945 |
| Stückzahl (MPi40) |
über 1 Millionen Stück nur von der MPi40, davon etwa 750.000 von 1942 bis 1945 |
| Stückpreis |
60 Reichsmark (MPi40) |

3D-Modell Maschinenpistole MP38

Ein Unteroffizier der Panzergrenadiere des Afrika-Korps, bewaffnet mit MP40 nebst Magazintaschen, in Erwartung des Angriffstermines.
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