MG34
Typ: Maschinengewehr
Geschichte: Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges hatte man bei der deutschen Armeeführung sehr feste Vorstellungen hinsichtlich der Rolle des MGs. Es wurde als die Hauptwaffe der Infanterie angesehen, die von den Gewehrschützen unterstützt wurde. Das MG war die tödliche Waffe, und alle Anstrengungen wurden unternommen, um diese Waffe möglichst wirksam zu machen. Nach dem Waffenstillstand 1918 machten die alliierten Abrüstungs-Kommissionen mit den verschiedenen deutschen Waffenherstellern kurzen Prozeß und erließen weitgehende Beschränkungen. Anders als in den Siegerländern gab es deshalb in Deutschland keine großen Probleme mit alten Waffen aus dem Ersten Weltkrieg, als Hitler 1933 an die Macht kam und die Wiederaufrüstung betrieb. Die deutsche Wehrmacht brauchte deshalb ein neues Maschinengewehr. Aufgrund der Vorstellungen hinsichtlich des taktischen Einsatzes und guter Konstruktionen erhielt die Wehrmacht einige der besten Maschinen-Gewehre, die während des Ersten Weltkrieges entwickelt worden waren - Waffen, deren Konstruktion und Handhabung kommende Entwürfe entscheidend beeinflußten.

MG34 auf Zweibein
Eines der Probleme der deutschen Waffenkonstrukteure in den frühen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg war das Problem, überhaupt tätig sein zu können. Einmal war es den Deutschen nicht gestattet, bestimmte Waffen zu produzieren, jene aber, deren Produktion erlaubt war, durften nur in kleinen Mengen hergestellt werden. Um nicht alle bewährten Konstrukteure auf die Straße setzen zu müssen, sannen die Waffenfabriken auf die verschiedensten Auswege. Die bekannten Rheinmetall-Werke beispielsweise kauften die Mehrheit einer kleinen Schweizer Ingenieurfirma und gründeten sie zur Waffenfabrik Solothurn um. Die Welt mochte glauben, in der Schweiz gäbe es unheimlich gute und clevere Waffen-Konstrukteure, tatsächlich war jeder neue Entwurf der Waffen, die die Werke in Solothurn verließen, in Düsseldorf entstanden. Über die Waffenwerke Solothurn war es Rheinmetall möglich, Einfluß auf die österreichischen Waffenwerke Steyr zu nehmen. So wurden die Waffen in Deutschland konstruiert, in der Schweiz wurden die Prototypen hergestellt und erprobt, die Produktion erfolgte dann in Österreich und von hier aus erfolgte auch der Verkauf. Eine dieser neuen Waffen, die aus dieser kombinierten Produktion kamen, war das MG30.

MG34 auf einem Panzer IV
Dieses MG30 war ein sehr durchdachter Entwurf, der mit dem Rückstoß des Laufes arbeitete. Stieß der Lauf zurück, wurde der Verschluß durch zwei Rollen gelöst, die in Schienen am Schaft des MGs entlang liefen. Der Lauf glitt dann wieder in die Schußposition zurück, dabei klappte der Verschluß kurz nach hinten, warf die Patronenhülse aus und lud neu durch. Geladen wurde das MG 30 mit Gurten von jeweils 50 Schuß, abgefeuert werden konnten bis zu 800 Schuß pro Minute. Aufgrund der sorgfältigen Konstruktion war die Waffe sehr schußstabil und genau, doch aus bis heute unbekannten Gründen konnte sich die deutsche Wehrmacht nicht zur Übernahme dieses Maschinengewehrs entschließen. Nach einigen Modifikationen wurde die Waffe erneut angeboten und diesmal wurde sie angenommen. Das Endresultat war das MG34, es wurde zum Standard-MG der deutschen Wehrmacht. Wie man es von einer solchen Herstellerfirma erwarten konnte, war die Waffe außerordentlich solide.

Flämische Soldaten der 27. Waffen SS-Division Langemarck laden ein MG34.
Die wichtigste Funktion des MG34 war aber eher taktisch als mechanisch, es war das erste universelle Maschinengewehr. Ausgerüstet mit Zweibein wurde es als leichtes Maschinengewehr des Infanterie-Zuges verwendet, auf einem Dreibein, was den Rückstoß und die Vibration verringerte und den Schützen weniger ermüdete, war es das schwere MG, oder auf verschiedenen leichten Zweibeinen mit einem Sattel-Trommel-Magazin war es eine gute Luftabwehr-Waffe.

Waffenreinigung auf einem deutschen U-Boot. Das MG34 wird unter Aufklappen des Gurtführungsdeckels schußfertig gemacht.
Das MG34 hatte nur einen wirklichen Nachteil: es war zu gut. Die hohe Qualität der Konstruktion erforderte einen präzisen und langen Herstellungsprozess, und so waren nicht weniger als fünf Fabriken während des 2. Weltkrieges mit nichts anderem beschäftigt, als MG34 auszuliefern. Mit Beginn des Krieges in Rußland war das nicht mehr praktikabel, und so wurde ein neuer Entfwurf gesucht und in dem MG42 gefunden. Trotzdem wurde das MG34 den ganzen Krieg hindurch weitergebaut und auch verwendet.
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Vorgeschobener Gefechtsposten in Nord-Afrika mit schwerem Maschinengewehr
Maschinengewehr MG 34 |
| Typ |
Maschinengewehr |
| Kaliber |
7,92 mm |
| Länge |
121,92 cm |
| Gewicht |
12,1 kg |
| Lauf |
62,87 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen |
| Magazin |
Gurt |
| Funktion |
Rückstoss |
| Geschoßgeschw. |
760 m/s |
| Feuergeschw. |
850 Schuss/min. |
| Hersteller |
Mauserwerke AG in Berlin, Stey-Daimler-Puch AG in Österreich, Waffenwerke Brünn in Tschecheslowakei |
| Produktionszahlen 1942 (alle MG's für Infanterie) |
77.340 |
| Produktionszahlen 1943 (alle MG's für Infanterie) |
165.527 |
| Produktionszahlen 1944 (alle MG's für Infanterie) |
278.164 |
| Produktionszahlen Januar und Februar 1945 (alle MG's für Infanterie) |
56.089 |
| Stückpreis |
372 Reichsmark, auf Dreibein 400 RM |

3D-Modell MG34

MG34 der Gebirgsjäger im Kaukasus

Deutsche Infanterie geht im Sommer 1942 am Fuße des Kaukasus in einem Kornfeld vor. Der MG-Schütze im Vordergrund trägt ein MG34 und wird durch den Ladeschützen mit einer MP38 geschützt.

MG34 auf Dreibein mit Zielfernrohr für entferntes Unterstützungsfeuer bei der Verteidigung Süd-Italiens. Die Soldaten sind immer noch in Tropen-Uniform von den Kämpfen in Nord-Afrika gekleidet.

Deutsche Soldaten bewachen mit ihrem MG34 einen Strand an der Kanal-Küste. Der immer wieder propagierte Atlantik-Wall war sehr dünn an einigen Stellen.
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