Grabengewehr

Selbstladeflinten im Krieg und Demonstration einer Maverick Modell 88.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Repetierflinte  mit Extras
Moderne Repetierflinte Maverick Modell 88, welche weit verbreitet bei Polizeeinheiten verwendet wird, mit Halterung für Reservepatronen am Schaft und Schienen am Vorderschaft für ein taktisches Licht bei Nachteinsätzen. Dazu Riemen zum Schultern und Überzug am Schaft, um den kräftigen Rückschlag bei starken Ladungen gegen die Schulter zu dämpfen. Das gelbe Sicherheitsschloß in der Mitte blockiert den Mechanismus und muss vor dem Gebrauch der Waffe aufgeschlossen werden.

Grabengewehr

Ein Grabengewehr, auch bekannt als Schützengrabenflinte, ist eine Art Schrotflinte, die speziell für den Nahkampf, insbesondere in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, entwickelt wurde. Das berühmteste Beispiel ist die Winchester Modell 1897, die von der US-Armee für den militärischen Einsatz modifiziert wurde.

Überblick der Merkmale eines Grabengewehrs

– Kürzere Lauflänge im Vergleich zu herkömmlichen Schrotflinten, wodurch sie auf engem Raum besser gehandhabt werden können.

– Ein Hitzeschild um den Lauf, um die Hand des Benutzers bei schnellem Feuer vor dem heißen Lauf zu schützen.

– Eine Bajonettöse, die das Anbringen eines Bajonetts für den Nahkampf ermöglicht.

– Eine Slam-Fire-Funktion, die es dem Benutzer ermöglicht, den Abzug gedrückt zu halten und mehrere Schüsse in schneller Folge abzugeben, indem er den Vorderschaft betätigt.

Grabengewehre wurden von den amerikanischen Streitkräften im Ersten Weltkrieg in großem Umfang eingesetzt und kamen auch im Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg und im Vietnamkrieg zum Einsatz.
Ihre Wirksamkeit im Nahkampf machte sie zu einer gefürchteten Waffe auf dem Schlachtfeld. Ihr Einsatz war jedoch umstritten, da Kriegsteilnehmer der Ansicht waren, dass sie übermäßiges Leid verursachten, was zu Protesten aus Deutschland während des Ersten Weltkriegs führte.

Geschichte der Selbstladeflinten

Grabengewehr, Selbstladeflinte, Repetierflinte.
Typ: Grabengewehr im Kriegseinsatz.

Sogenannte Selbstladeflinten oder auch Repetierflinten (im englischen ‚Pump action shotgun‘ oder kurz ‚Pumpgun‘) wurden weit verbreitet während der Grabenkämpfe im 1. Weltkrieg und auch teilweise noch im Zweiten Weltkrieg und bis heute von verschiedenen Heeren – darunter auch die Bundeswehr – verwendet. Sie sind nur auf sehr kurze Distanz (unter 50 Meter) wirksam, dafür aber bei Entfernungen darunter, welche im Graben- und Häuserkampf sehr oft vorkommen, äußerst effektiv.

Das erste Patent für eine Selbstladeflinte wurde 1854 auf den Briten Alexander Bain ausgestellt.
Ältere Pump-Action-Flinten sind oft schneller als moderne halbautomatische Flinten, da sie oft keinen Abzugstrenner hatten und in der Lage waren, eine neue Patrone so schnell abzufeuern, wie die Pump-Action betätigt wurde, wobei der Abzug kontinuierlich gedrückt gehalten wurde. Diese Technik wird als ‚Slamfire‘ bezeichnet und wurde oft beim Einsatz des Winchester Model 1897 in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs angewendet.

Moderne Pump-Action-Entwürfe sind etwas langsamer als eine halbautomatische Schrotflinte, aber die Pump-Action bietet eine größere Flexibilität bei der Auswahl der Schrotpatronen, die es dem Schützen erlaubt, verschiedene Arten von Ladungen zu mischen und Spezialladungen oder geringer Wirksamkeit, z.B. für Polizeieinsätze, zum Einsatz zu bringen.
Halbautomatische Schrotflinten müssen einen Teil der Energie jedes abgefeuerten Schusses nutzen, um ihre Mechanik zu aktivieren, was bedeutet, dass sie mit Patronen geladen werden müssen, die stark genug sind, um zuverlässig zu funktionieren. Die Pump-Action vermeidet diese Einschränkung.
Außerdem sind Pump-Action-Waffen, wie alle Handfeuerwaffen, unter ungünstigen Bedingungen wie Schmutz, Sand oder extremen klimatischen Bedingungen zuverlässiger als halbautomatische Waffen. Daher waren bis vor kurzem die militärischen Kampfschrotflinten fast ausschließlich Pump-Action-Entwürfe.

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Funktion

Die Mehrladeflinte oder Vorderschaft-Repetierflinte ist ein Gewehr mit glattem Lauf, die manuell durch Bewegen eines verschiebbaren Handschutzes am Vorderschaft der Waffe bedient wird. Beim Schießen wird der verschiebbare Vorderschaft nach hinten gezogen, um eine verbrauchte Patrone auszuwerfen, und dann nach vorne geschoben, um den Hahn oder Schlagbolzen zu spannen und eine neue Patrone in die Kammer zu laden.

Die Munitionszufuhr erfolgt in der Regel aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufes, zumeist um die 8 Geschosse mit Ladungen von bis zu 6 bis 9-mm großen Schrotkugeln. Einige Waffen verfügen auch über ein abnehmbares Kastenmagazin.
Die Patronen einer Pump-Action-Waffe wird typischerweise aus einem Röhrenmagazin unterhalb des Laufs zugeführt, das auch als Führung für den beweglichen Vorderschaft dient. Die Patronen werden eine nach der anderen durch eine Öffnung im Gehäuse zugeführt, wo sie nach vorne geschoben werden. Eine Verriegelung an der Rückseite des Magazins hält die Patronen im Magazin fest, bis sie benötigt werden.
Wenn die Waffe vollständig geladen werden soll, kann eine Patrone durch die Auswurföffnung direkt in das Patronenlager geladen oder aus dem Magazin gezogen werden, das dann mit einer weiteren Patrone aufgefüllt wird. Es gibt Pumpguns mit abnehmbaren Kastenmagazinen oder sogar Trommeln, bei denen das Magazin eingelegt werden kann, ohne die oberste Patrone zu entfernen.

Wie die meisten Unterhebelrepetierer verwenden auch die meisten Pump-Action-Schrotflinten und Gewehre ein festes Röhrenmagazin. Dies führt zu einem langsamen Nachladen, da die Patronen einzeln in die Waffe eingelegt werden müssen. Einige Pump-Action-Flinten und Gewehre, wie die russische Zlatoust RB-12, die italienische Valtro PM5, die amerikanische Remington 7600-Serie und die Mossberg 590M, verwenden deshalb abnehmbare Kastenmagazine.

Es gibt auch kleinere Geschosse mit weniger und kleineren Schrotkugeln, deren Mannstoppwirkung oder Effizienz beim Beseitigen oder Öffnen von Hindernissen (wie Türen oder Barrikaden) aber natürlich wesentlich geringer ist.
Umso größer die Ladung und Schrotkugeln, desto größer folglich auch die Wirkung auf das Ziel. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, mit kleineren aber mehr Schrotkugeln in dem Geschoss Treffer zu erzielen, natürlich deutlich größer.

deutsches Grabengewehr
3D-Modell eines deutschen Grabengewehrs aus dem 2. Weltkrieg.

Da der Vorderschaft in der Regel mit der Stützhand bedient wird, ist eine Pump-Action-Waffe viel schneller als eine Repetierwaffe und etwas schneller als eine Hebelwaffe, da die Abzugshand beim Nachladen nicht vom Abzug genommen werden muss. Da der Abzug linear betätigt wird, entsteht auch weniger Drehmoment, welcher die Waffe bei schnellen Schusswiederholungen kippen und aus dem Ziel werfen könnte.
Ein geübter Schütze kann mit einem Grabengewehr ohne Schwierigkeiten ein bis zwei Schüsse pro Sekunde abgeben, da die Handhabung recht einfach und die Trefferwahrscheinlichkeit auf kurze Distanz äußerst hoch ist.

Der Schütze muss lediglich den Vorderschaft zurückziehen, schon wird der Verschluss geöffnet und der Schlaghahn gespannt. Eine schon verschossene, leere Hülse wird gleichzeitig ausgeworfen. Nun zieht der Schütze wieder den Vorderschaft nach vorne und die nächste Patrone wird geladen und der Verschluss geschlossen.
Dazu muss man im Gegensatz zum normalen Gewehr noch nicht einmal die Waffe abgesetzt werden, was es ermöglicht, die Waffe ständig auf das Ziel zu richten und eine hohe Feuerrate zu erreichen.

Video Maverick Modell 88 und Fabarm Pumpgun

Video vom Tontaubenschießen mit der Maverick Modell 88 sowie einer Fabarm Pumpe (1:13 min).

Feuer-Zyklus

Fast alle Pump-Mechaniken verwenden eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Vorderschafts, um die Mechanik zu betätigen. Der Vorderschaft ist durch eine oder zwei Stangen mit dem Verschluss verbunden. Zwei Stangen gelten als zuverlässiger, da sie symmetrische Kräfte auf den Verschluss und die Pumpe ausüben und die Gefahr des Klemmens verringern. Die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Verschlusses in einem Röhrenmagazin betätigt auch die Hebevorrichtung, welche die Patronen von der Ebene des Magazins auf die Ebene des Laufs anhebt.

Nach dem Abfeuern eines Schusses wird der Verschluss entriegelt und der Vorderschaft ist frei beweglich. Der Schütze zieht den Vorderschaft zurück, um den Feuer-Zyklus zu beginnen. Der Verschluss wird entriegelt und beginnt sich nach hinten zu bewegen, wodurch die leere Patrone aus dem Patronenlager herausgezogen und ausgeworfen wird, der Hahn gespannt wird und das Laden der neuen Patrone beginnt. Bei einem Röhrenmagazin wird bei der Rückwärtsbewegung des Verschlusses eine einzelne Patrone aus dem Magazin freigegeben und nach hinten geschoben, bis sie auf der Hebevorrichtung zur Ruhe kommt.

Wenn der Vorderschaft die Rückseite erreicht und sich nach vorne bewegt, hebt die Hebevorrichtung die Hülse an und richtet sie mit dem Lauf aus. Wenn sich der Verschluss nach vorne bewegt, gleitet die Patrone in das Patronenlager, und der letzte Teil des Stulpwegs verriegelt den Verschluss in seiner Position. Durch Betätigung des Abzugs wird die nächste Patrone abgefeuert, und der Zyklus beginnt von neuem.

Die meisten Pump-Action-Waffen haben keine positive Anzeige dafür, dass sie keine Munition mehr haben, so dass es möglich ist, einen Zyklus abzuschließen und eine leere Kammer zu haben. Das Risiko, dass unerwartet keine Munition mehr vorhanden ist, kann bei einer Waffe mit Röhrenmagazin minimiert werden, indem das Magazin durch Nachladen neuer Patronen aufgefüllt wird, um die gerade abgefeuerten Patronen zu ersetzen. Dies ist besonders bei der Jagd wichtig, da es vielerorts gesetzliche Beschränkungen für die Magazinkapazität gibt: z. B. drei Schuss für Flinten und fünf Schuss für Gewehre.

Der BSA-Maschinenkarabiner verwendete eine einzigartige Pump-Action, bei der auch der Handschutz gedreht werden musste.
Eine weitere Variante war die Burgess Folding Shotgun aus dem späten 19. Jahrhundert, bei der der Schütze nicht den Vorderschaft betätigte, sondern eine Hülse um den Griffbereich des Schaftes herum, die er zum Betätigen der Waffe hin und her schob. Dies geschah, weil die auf dem Vorderschaft basierende Pump-Action zu dieser Zeit noch unter Patent stand.


Varianten

 Maverick Modell 88
Eine brandneue US-Repetierflinte Maverick Modell 88 (12/76, 51 cm, ca. 7 Patronen) mit verschiedenen Munitionsarten und Pflegezubehör.

Schrotflinten

Repetierfline taktische Licht
Das taktische Licht befestigt an einer Schiene am Vorderschaft.
Pump-Action-Schrotflinten, auch Pump Shotguns, Slide-Action-Repetierflinten oder Slide-Action Shotguns genannt, sind die am häufigsten anzutreffenden Pump-Action-Schusswaffen. Diese Schrotflinten verwenden typischerweise ein Röhrenmagazin unter dem Lauf der Waffe, um die Patronen zu halten, obwohl es einige Varianten gibt, die ein Kastenmagazin wie die meisten Gewehre verwenden.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass zusätzliche Munition in extern montierten ‚Hülsenhalter‘-Überzug, zumeist auf einer Seite des Gehäuses oder auf dem Hinterschaft, zum schnellen Nachladen im Einsatz aufbewahrt wird. Die Patronen werden geladen und herausgezogen, indem der verschiebbare Vorderschaft, der das Röhrenmagazin umschließt, zum Benutzer gezogen oder geschoben wird.

Bei modernen Schrotflinten kann der Vorderschaft austauschbar sein und oft Picatinny-Schienen oder M-LOK für die Montage von Zubehör wie z. B. ein taktisches Licht enthalten, und der traditionelle gerade Griff kann durch einen Pistolengriff für eine stabilere Kontrolle ersetzt werden.

Abzugstrenner

Moderne Pumpgun-Entwürfe, wie die Remington 870 und die Mossberg 500, haben ein Sicherheitsmerkmal, das als Abzugstrenner bezeichnet wird. Dieser trennt den Abzug vom Verschluss, wenn sich der Bolzen zurückbewegt, so dass der Abzug losgelassen und erneut gezogen werden muss, um die Flinte nach dem Schließen abzufeuern.
Viele frühe Pumpguns, wie z. B. die Winchester 1897, hatten keine Abzugstrenner und konnten, wenn der Abzug zurückgehalten wird, sofort nach dem Schließen feuern.
Aufgrund der höheren Feuerrate, die dies ermöglicht, bevorzugen einige Schützen Modelle ohne diese Funktion, wie z. B. die Ithaca 37, Stevens Modell 520/620, und Winchester Modell 12.

Gewehre

Bei Gewehren wird diese Aktion auch als ‚Slide-Action‘ oder im 19. Jahrhundert als ‚Trombone-Action‘ bezeichnet. Colt stellte von 1884 bis 1904 den Colt Lightning Carbine im Kaliber .44-40 her. Spätere Pump-Action-Gewehre wurden von Marlin, Browning und Remington hergestellt.

Manchmal findet man auch eine ‚Reverse-Pump-Action‘-Ausführung, bei der das Herausziehen durch Vorschieben des Vorderschafts und das Wiedereinschießen durch Rückwärtsziehen erfolgt.
Eine solche Variante des 21. Jahrhunderts ist die Krieghoff-Semprio-‚In-Line-Repeating-Rifle‘. Die Semprio ist ein umgekehrtes Pump-Action-System, bei dem die Patronen ausgeworfen werden, wenn der Vorderschaft nach vorne geschoben wird, und die Kammer geladen wird, wenn er nach hinten gezogen wird. Der siebenzackige Verschlusskopf der Semprio weist eine Verriegelungsfläche von 65 mm² auf, im Vergleich zu den 56 mm² des Mauser Gewehr 98 Repetiergewehrs.

Benutzer: Deutschland sowie verschiedene andere Heere.

Animation deutsches Grabengewehr 2. Weltkrieg


Spezifikationen für Grabengewehre

Spezifikationen:

Grabengewehr
Spezifikation
Typ
Selbstladeflinte, Repetierflinte
Kaliber
12/76, 12/70
Länge
ca. 120 cm
Gewicht
ca. 3 kg
Lauf
ca. 46-51 cm
Magazin
5 - 8 Patronen
Funktion
Zylinderschloß
Geschoßgeschwindigkeit
?
Feuergeschwindigkeit
bis zu 1-2 Schuss / Sekunde
Hersteller
verschiedene
Serienproduktion
?
Endlieferung
bis heute in Herstellung
Stückzahl (alle)
?
Stückpreis
ca. 30 - 60 RM

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