2cm Flak 38, Flakvierling
Typ: leichte Flugabwehrkanone
Geschichte:
Vor 1940 war bereits abzusehen, daß die Feuerrate der 2cm Flak 30 zu niedrig ist, um Ziele bei deren zukünftiger Geschwindigkeit zu treffen. Daher wurde beschlossen, die Feuergeschwindigkeit zu erhöhen, damit eine möglichst große Anzahl von Geschossen das Ziel treffen würden. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Kanone neu zu gestalten um die bisher aufgetretenen Störungen im Feuermechanismus zu beseitigen.
Aus diesem Grunde wurde nicht Rheinmetall-Borsig, dem Entwickler und Hersteller der Flak 30, der Auftrag übergeben, sondern Mauser.
Mauser entwickelte eine neue Waffe, die zwar nach außen hin ähnlich der Flak 30 war, aber innen stark geändert war und die zyklische Feuergeschwindigkeit von 420 auf 480 Schuss in der Minute erhöhte. Die Munition, Nachlademechanismus und die Lafette blieben weitgehend wie zuvor. Die neue Waffe hatte ebenfalls einige komplizierte Extras, die später vereinfacht wurden.

Eine 2cm Flak in einer typischen Feuerstellung
Die 2cm Flak 38, wie der Mauser-Entwurf hieß, wurde Ende 1940 in Dienst gestellt und ersetzte schließlich die Flak 30 auf der Produktionslinie. Die Flugabwehrkanone diente neben der Flak 30 und wurde auch von der deutschen Luftwaffe und Kriegsmarine benutzt. Es wurde sogar eine spezielle Version zum Einsatz bei den Gebirgsjägern entworfen, die sich in mehrere Packladungen zerlegen ließ. Diese verwendete die gleiche Kanone wie die Flak 38, aber die Lafette war kleiner und leichter. Sie wurde bekannt als 2cm Gebirgsflak 38 und war eine Mehrzweck-Waffe zum Einsatz gegen Bodenziele und Flugzeuge.

Bemannt mit jungen Flak-Helfern der Luftwaffe, ist dies eine der vielen leichten Fla-Kanonen zur Luftverteidigung Deutschlands.
1940 war auch abzusehen, daß Flugzeuge nicht nur schneller sondern auch besser gegen Feuer vom Boden und der Luft aus geschützt sein würden. Die mit typischer deutscher Gründlichkeit erstellte operationelle Analyse ergab, daß trotz der hohen Feuerrate der Flak 38 ein Ziel zwar getroffen werden konnte, aber die geringe Explosionswirkung des Projektils nicht genug Schaden zufügen würde, um einen Abschuss zu erzielen.
Die einzige direkt und einfachste Weg hier Abhilfe zu schaffen, war die Anzahl der treffenden Geschosse zu erhöhen und dadurch entstand die 2cm Flakvierling 38. Sie war praktisch nur eine normale Flak 38 Lafette, die dahingehend geändert wurde, daß sie vier Kanonen hatte, die alle gleichzeitig feuerten.
Diese Kombination wurde zu einem gefürchteten Flugzeug-Killer, die den ganzen Krieg über ihren Tribut von tieffliegenden alliierten Flugzeugen forderte.

Eine Flakvierling wird bei den Absetzkämpfen zwischen Neapel und dem Garigliano zum Stellungswechsel aufgeprotzt (Italien, 1943).
Die ersten derartigenen Flugabwehrkanonen wurden Ende 1940 in Dienst gestellt, und es konnte niemals genug von ihnen geben. Sie wurdem vom Heer, der Luftwaffe und der Kriegsmarine verwendet. Viele wurden auf Selbstfahrlafetten gesetzt, wie zum Beispiel als Sd.Kfz.7/1, um sie zum mobilen Schutz motorisierter Kolonnen zu verwenden. Es wurde auch eine spezielle Version für den Einsatz auf gepanzerten Eisenbahnzügen gebaut und an einer radar-gesteuerten Variante wurde ebenfalls gearbeitet.
Die Flakvierling erforderte eine größere Anzahl von Personal, zumeist sechs oder sieben Mann Bedienung.
Für die Deutschen gab es nie genug von ihnen, und so waren im ganzen Reich viele Produktionstätten nur mit der die Herstellung dieser Waffe, ihrer Lafette und Munition beschäftigt. Munition wurde in verschiedenen Arten hergestellt, einschließlich Sprenggranten, Hochexplosiv-Geschosse und Panzerabwehrgranaten.
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Eine Flak 38 der Luftwaffe schützt die Strasse von Tunis zur Front.
2cm Flakvierling 38 |
| Typ |
leichtes Flugabwehr-geschütz |
| Bedienungspersonal |
6-7 Mann |
| Länge |
2,25 m |
| Gewicht |
1.514 kg |
| Kaliber |
20 mm |
| Höhenbereich |
-10° bis +100° |
| Mündungsgeschw. |
Flak-Granate:
900 m/s
Panzergranate:
780 m/s
Pzgr40:
1.050 m/s
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| max. Schussweite |
bis 2.200 m |
| Granatgewicht |
Flak-Granate: 0,119 kg
Panzer-Granate: 0,148 kg
Pzgr40:
0,10 kg |
| Feuerrate (zyklisch) |
1800 Schuss/min. |
| Durchschlag Panzerung auf 100m bei 30° Auftreffwinkel |
20 mm
Pzgr40: 49 mm
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| Durchschlag 500m auf 30° |
14 mm
PzGr40: 20 mm |
| Durchschlag 1000m auf 30° |
9 mm |
| Serienproduktion |
Ende 1940 bis Mai 1945
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| Stückpreis (einläufige Flak 38) |
ca. 4.000 RM |
| Stückzahl (alle) |
ca. 40.000 nur von Januar 1942 bis Februar 1945 |
| Bauzahl 1942 |
ca. 11.600 |
| Bauzahl 1943 |
ca. 14.700 |
| Bauzahl 1944 |
ca. 12.600 |
| Bauzahl 1945 |
ca. 1.300 |

3D-Modell Flakvierling 38

Vierlingsflak des Kreuzers Prinz Eugen im Abwehrkampf gegen englische Bombenflugzeuge im Hafen von Brest, Frankreich 1941.

Ein englischer Soldate untersucht eine eroberte Flakvierling. Die Anordnung der vier Läufe ist deutlich zu sehen. Die gebogenen Munitionskästen sind auch zu sehen, und diese Magazine mit nur 20 Schuss reduzierten die praktische Feuerrate im Gefecht.
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