Ungarische Armee
Im Frühjahr 1942 forderten die Deutschen mehr Truppen und größtmöglichste Anstrengungen von ihren Verbündeten an der Ostfront und so entsandte Ungarn die 2. ungarische Armee mit 200.000 Mann an die Front. Diese bestand aus neun leichten Infanterie-Divisionen (nur zwei statt der normalerweise drei Infanterie-Regimenter) und den Stolz des ungarischen Heeres, der 1. Panzer-Division mit 83 tschechischen LT38 (=PzKpfw38(t) ) Panzern, zwei leichten Toldi-Panzern (schwedisch, aber in Ungarn unter Lizenz gebaut) und 22 deutschen Panzerkampfwagen I. Jedoch war von diesen Panzern keiner ein ernstzunehmender Gegner für die russischen T-34.
Bild: die 2. ungarische Armee auf dem Marsch in Russland im Sommer 1942.
Obwohl der Kader aus regulärem Personal bestand, hatten die anderen Rekruten nur ein achtwöchiges Training erhalten und ihre einzige taktische Einsatzerfahrung bestand in einem Manöver, welches kurz vor ihrem Abtransport zur Ostfront abgehalten wurde.
Zu diesem Zeitpunkt setzte sich das ungarische Heer aus Ungarn, Rumänen aus Siebenbürgen, Slowaken aus der südlichen Slowakei, Ukrainern aus Ruthenien und Serben aus
Bács-Kiskun zusammen, was nicht dazu beitrug, die Homogenität und Moral dieser Armee zu verstärken.
Hinter der Front wurden Bauarbeiten durch Arbeitskompanien durchgeführt die aus Wehrpflichtigen zusammengestellt wurden, welche aus ethnischen oder politischen Gründen als unzuverlässig galten.
Unter dem Befel von General Jany erreichte die 2. ungarische Armee die Front bei Kursk im Juni 1942 und rückte anschließend bis Woronesch vor, wo sie eine Verteidigungslinie entlang des südlichen Don bildete. Die Armee hielt diese Frontlinie gegen russische Vorstöße über den Fluß hinweg bis Ende 1942, jedoch verschlechterte sich die Moral und Kampfbereitschaft durch die harten Bedingungen im Winter. Die Deutschen beklagten sich darüber, daß die Ungarn nur zögerlich den Feind bekämpften und fügten hinzu, daß deren Armee unterbesetzt und schlecht ausgerüstet war. Die Ungarn ihrerseits, baten die Deutschen wiederholt um moderne Panzerabwehrwaffen, um ihre veralteten 20mm und 37mm PAK36 Geschütze zu ersetzen, welche nutzlos gegen T-34 Panzer waren.
Bild: Ungarische Truppen ziehen eine 5-cm PAK38 im Sommer 1942 in eine neue Stellung. Im Hintergrund ist ein PzKpfw 38(t) zu sehen.
Nach Oktober 1942 erhielt jede der Leichten Infanterie-Divisionen ein Aufklärungs-Bataillon von den neu aufgestellten 'Mobilen Truppen', welche nun die Kavallerie, motorisierter Infanterie, Fahrrad-Einheiten und Panzerverbände als neue Waffengattung zusammenfasste. Die Panzer-Division war nun mit deutschen PzKpfw 38(t), PzKpfw III und PzKpfw IV sowie ungarischen leichten Toldi-Panzern, Csaba Panzerspähwagen und Nimrod Selbstfahrlafetten ausgerüstet.
Ungarische Kriegsgliederung an der Ostfront im Juni 1942 |
Armee |
Korps |
Divisionen |
2. Armee
(Jany)
bei Kursk und später an der
Don Front südlich von Woronesch
Reserve: 1. Panzer-Division |
III. Korps |
6. Leichte Infanterie-Division
7. Leichte Infanterie-Division
9. Leichte Infanterie-Division |
| IV. Korps |
10. Leichte Infanterie-Division
12. Leichte Infanterie-Division
13. Leichte Infanterie-Division |
| VII. Korps |
19. Leichte Infanterie-Division
20. Leichte Infanterie-Division
23. Leichte Infanterie-Division |
Am Ende des Jahres 1942 befand sich sie 2. ungarische Armee in einer Linie, welche von Woronesch über 150 Kilometer nach Süden verlief. Dies bedeutete, daß eine Division eine Frontlänge von 21 km, ein Regiment 6,5 km und ein Bataillon 3,5 km zu verteidigen hatte. Alle schweren Waffen waren in der vordersten Linien und es gab keine Reserven mehr, sowie es auch keine Vorräte an Munition gab. Zwischen dem 12. und 14. Januar 1943 durchbrach eine große russische Offensive über den zugefrohren Fluß die ungarische Frontlinie an mehrern Stellen und die Ungarn mußten sich bei Temperaturen von minus 30 Grad nach Westen zurückziehen. Sie ließen den größten Teil ihrer Ausrüstung und schweren Waffen sowie 147.971 Kameraden zurück. Nach dieser Katastrophe, der größten in der ungarischen Militärgeschichte, kehrten die Reste der 2. ungarischen Armee nach Budapest zurück oder verblieben als Sicherungstruppen in der Ukraine.
Hauptsächliche ungarische Armee-Verbände 1942:
| |
Leichte Infanterie Division |
Infanterie Division |
Sicherungs-Division |
Panzer-Division |
| Anzahl der Verbände |
9 |
10 |
5 |
1 |
| Infanterie- Regimenter |
2
(ausgerüstet mit 8mm Mannlicher Gewehren sowie Solothurn und Schwarzlose MGs)
|
3 |
2 Reserve |
? |
| Gesamtstärke |
ca. 15.000 |
? |
6.000 |
? |
| Panzerabwehr-Kanonen |
40
(hauptsächlich 37mm Pak36, 50mm Pak38 und belgische 47mm) + 38 Panzerabwehr-Büchsen |
40
(hauptsächlich 37mm Pak36, Belgian 47mm) + 38 Panzerabwehr-Büchsen |
? |
? |
| Artillerie |
24
(Skoda Gebirgs- und Feldgeschütze, Skoda, Bofors und Rheinmetall Haubitzen) |
24
(Skoda Gebirgs- und Feldgeschütze, Skoda, Bofors und Rheinmetall Haubitzen)
|
4 |
ca. 24
(Nimrod Selbstfahr-lafetten) |
| Panzer |
(von Oktober ein Aufklärungs-Bataillon mit einigen Ansaldo Tankettes und leichten Toldi -Panzern)
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- |
- |
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Bild: Ein ungarischer Soldat zielt mit seinem 8mm Mannlicher Gewehr.
Ungarische Luftstreitkräfte
Bei Beginn des Unternehmens Barbarossa, dem Angriff auf Russland im Juni 1941, waren die ungarischen Luftstreitkräfte gut ausgebildet und die Moral hoch, doch gemessen im internationalen Vergleich waren die Flugzeuge veraltet und es waren zu wenige. Es gab 8 Jagdflieger-Staffeln (96 Flugzeuge), 10 Bomber-Staffeln (120 Flugzeuge), 10 Nahaufklärungsstaffeln (80 Flugzeuge), eine Fernaufklärungsstaffel (18 Flugzeuge) und eine Transport-Staffel (6 Flugzeuge).
Die hauptsächlichen Jagdflugzeug-Typen waren die italienischen Fiat CR-42 Doppeldecker (mindestens 40 Stück) und die Reggiane Re2000 (als Héjja in Ungarn in Lizenz gebaut). Die Bomber waren deutsche Junkers Ju86 und italienische Caproni Ca135bis, während die Fernaufklärung durch Heinkel He170 und die Nahaufklärung von He46 und ungarischen WM21 übernommen wurde.
Bild: Eine mit einem weißen Kreuz markierte ungarische Héjja nach einer Bruchlandung an der
Ostfront im Herbst 1942. Schon veraltet, als das Unternehmen Barbarossa im Juni 1941 begann, kämpften die in Ungarn gebauten Reggiane Re2000 Jagdflugzeuge in immer geringer werdender Zahl bei der 2. ungarischen Luftbrigade, bis sie schließlich Mitte Januar 1943 durch Bf109F-4/B ersetzt wurden.
Die ungarische Luft-Brigade, welche im Juli 1941 an die Ostfront geschickt wurde traf auf wenig Widerstand, aber der Verschleiß war groß, da der größte Teil ihrer Ausrüstung veraltet war. Die Luft-Brigade wurde im Dezember 1941 zurückgezogen und Pläne einer Lizenzproduktion deutscher Messerschmitt Bf109G und Me210 Militärflugzeuge gemacht. Allerdings begannen Lieferungen daraus nicht vor 1943 einzutreffen (etwa 1.200 Militärflugzeuge wurden von 1943 bis 1944 in Ungarn gebaut) und so wurden beginnend gegen Ende des Jahres 1942 etwa 200 Militärflugzeuge aus Deutschland geliefert.
Die neue Luft-Brigade ging nach Russland im Juni 1942, war aber immer noch schlecht ausgerüstet. Sie umfasste eine unabhängige Jagdflieger-Gruppe mit Reggiane Re2000, die 4/II Bomber-Gruppe mit Caproni C135bis, eine Feraufklärungsgruppe mit deutschen Heinkel He111 und die 3/2 Nahaufklärungs-Gruppe mit Heinkel He46 - insgesamt rund 100 Flugzeuge.
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