Frankreich ging aus dem Ersten Weltkrieg mit beträchtlichen militärischen Prestige hervor, jedoch waren die französischen Streitkräfte und tatsächlich die ganze Nation erschöpft. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges stand ein erheblicher politischer Druck hinter der Auffassung, daß eine Strategie basierend auf eine starke Verteidigungslinie am besten den Anforderungen eines modernen Krieges und den Bedürfnissen der Nation gerecht werden konnte. Das Ergebnis war der Bau der Festungskomplexe der Maginot-Linie, welcher einen Großteil des Verteidigungshaushaltes aufbrauchte.
Foto links: nur die einziehbare Beobachtungs-Panzerkuppel ist über der Erde sichtbar ! Die Maginot-Linie verlief entlang der deutsch-französischen Grenze von Longwy bis Basel und wurde seit 1929 für 2,9 Mrd. Francs errichtet. Sie bestand aus einem Geflecht von 150 km unterirdischen Gängen mit 39 Wehrgruppen, 70 Bunkern, 500 Infanterie- und Artillerieblöcken, 500 Kasematten, Unterständen und Beobachtungstürmen. Die Maginot-Linie galt als unüberwindlich.
Das konservative französische Militär hatte zwar eine kleine aber lautstarke Schule des modernen Denkens, daß die Abhängigkeit von statischen Befestigungen verurteilte, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Das französische Heer war eine Armee der Wehrpflichtigen und von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Reserve-Divisionen wurden häufig zu einer Belastung, und Beobachter, darunter der englische General Brooke, waren von ihrem Ungehorsam und schlampigen Auftreten erschüttert.
Die französische Armee wurde am 1. September 1939 mobilisiert, wobei etwa 5 Millionen Reservisten in das stehende Heer von 900.000 Mann aufgenommen wurden
Grundsätzliche Verbände der französischen Armee:
|
Infanterie Division |
Kavallerie Division |
Leichte Mechanisierte Division |
Panzer-Bataillon |
| Verbände insgesamt |
91
(30 waren reguläre, 13 Festungs-, 12 nordafrikanische und 9 Kolonial-Divisionen) |
5 |
3 |
39 |
| Infanterie Regimenter |
3 mit je 3.000 Mann und 80 Offizieren |
? |
1 mit 3.000 Mann und 80 Offizieren |
- |
| Offiziere |
500 |
? |
? |
? |
| Unteroffiziere und Mannschaften |
17.000 |
? |
? |
? |
| Gesamtstärke |
17.500 |
? |
? |
? |
| Maschinengewehre |
514
(168 schwere, 346 leichte) |
? |
160
(48 schwere, 112 leichte) |
? |
| Granatwerfer |
51
(27 leichte, 24 schwere) |
? |
17
(9 leichte, 8 schwere) |
? |
| Haubitzen und Feldgeschütze |
|
? |
? |
? |
| Panzerabwehrkanonen |
49
(43 x 25mm, 6 x 47mm) |
? |
6
(25mm) |
? |
| Panzer |
- |
45 - 60 |
90 - 120 + Panzerspähwagen |
45 - 60 |

Französische Soldaten bewegen schwere Artillerie. Ein großer Teil der französischen Ausrüstung stammte noch aus dem Ersten Weltkrieg.
Bestand an Panzerkampfwagen im September 1939:
Panzerkampfwagen |
Bestand |
| Renault FT-17 |
ca. 1.600 |
| Char 2C |
10 |
| AMC-35 |
88 |
| Hotchkiss H-35, H-39 |
821 |
| Char B1 |
365 (bis Juni 1940) |
| Renault AMR 33 |
ca. 200 |
| Renault R-35 |
ca. 1.600 |
| Somua S-35 |
500 (bis Juni 1940) |
| Total |
ca. 4.200 in September 1939 |

Französischer Hotchkiss H-35 Panzerkampfwagen.
Stärke der l'Armee de l'Air (französische Luftwaffe):
Die Luftverteidigung Frankreich und seinen überseeischen Provinzen lag in der Hand von fünf Luft-Regionen (Dijon, Paris, Tours, Aix-en-Provence und Nordafrika), von denen jede in zwei Bezirke aufgeteilt war. Die größten fliegenden Verbände waren die Luftwaffen-Divisionen und selbständigen Luftwaffen-Brigaden. Eine Luftwaffen-Division hatte zwei oder drei Brigaden mit je zwei oder drei Staffeln.
Die Stärke am Vorabend des 2. Weltkrieges waren 1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber und 800 Aufklärer und im August 1939 bestand das Personal aus 110.000 Mann. Eine Zahl, die bis zum März 1940 auf 150.000 Mann anstieg.
bekannte französische Flugzeugtypen 1939 |
etwaige Anzahl |
| Dewoitine D500 Jäger |
100 |
| Liore et Oliver Bomber |
300 |
| Amiot 143 Bomber |
140 |
| Bloch MB Jäger |
85 |
| Farman F222 Bomber |
? |
| Morane-Saulnier MS406 Jäger |
308 (1.018 bis Juni 1940 gebaut) |
| Potez 63 schwerer Jäger |
80 |
| Curtiss P-36 Mohawk Jäger |
150 |

Neue Morane-Saulnier MS 406 Jagdflugzeuge werden zum Einsatz bei einer Staffel der Armee de l'Air im Herbst 1939 vorbereitet. Die MS 406 war im Frühjahr 1940 etwa so zahlreich wie die, allerdings überlegene, deutsche Bf109E.
Gesamtstärke französische Streitkräfte:
5.000.000 Mann, 99 Divisionen, 4.200 Panzer, etwa 11.000 Kanonen
2.916 Flugzeuge (1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber)
7 Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, 1 Flugzeugträger, 19 Kreuzer, 70 Zerstörer, 75 U-Boote
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