Französische Streitkräfte 1939

Stärke, Organisation und Uniformen des französischen Heeres und der l’Armee de l’Air bei Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939.

Maginot-Linie
Nur die einziehbare Beobachtungs-Panzerkuppel ist über der Erde sichtbar ! Die Maginot-Linie verlief entlang der deutsch-französischen Grenze von Longwy bis Basel und wurde seit 1929 für 2,9 Mrd. Francs errichtet. Sie bestand aus einem Geflecht von 150 km unterirdischen Gängen mit 39 Wehrgruppen, 70 Bunkern, 500 Infanterie- und Artillerieblöcken, 500 Kasematten, Unterständen und Beobachtungstürmen. Die Maginot-Linie galt als unüberwindlich.

Die französische Armee zwischen den Weltkriegen

Die französische Armee zwischen den Weltkriegen (1918–1939) erlebte bedeutende Veränderungen, die durch die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, das politische und wirtschaftliche Klima der Zwischenkriegszeit und die sich wandelnde Natur der Militärtechnologie und -doktrin geprägt waren.

Überblick

Im Kontext nach dem Ersten Weltkrieg
– Schwere Verluste und Traumata: Frankreich erlitt im Ersten Weltkrieg enorme Verluste (etwa 1,4 Millionen Tote), was das militärische und politische Denken tiefgreifend beeinflusste.
– Defensive Denkweise: Die Verwüstungen des Krieges führten zu einer Konzentration auf defensive Strategien, um eine Wiederholung des Stillstands im Stellungskrieg und massive Verluste zu vermeiden.
Vertrag von Versailles: Frankreich bemühte sich um eine strikte Durchsetzung des Vertrags, um die deutsche Wiederaufrüstung zu begrenzen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Struktur und Organisation
– Größe: Die französische Armee war Anfang der 1920er Jahre eine der größten in Europa, mit Millionen von Männern in der Reserve aufgrund der Wehrpflicht.
– Wehrpflicht: Die Wehrpflicht wurde beibehalten, mit einer Dienstzeit von in der Regel etwa 18 Monaten, die 1928 auf 12 Monate verkürzt wurde.
– Reserven: Es wurde eine große Reservearmee unterhalten, die regelmäßig trainiert wurde, um eine schnelle Mobilisierung zu ermöglichen.

Doktrin und Strategie
– Defensive Doktrin: Die französische Armee legte unter dem Eindruck der Schrecken des Ersten Weltkriegs den Schwerpunkt auf die Verteidigung. Die vorherrschende Doktrin bestand darin, Stellungen zu halten und feindliche Angriffe abzuwehren.
– Maginot-Linie: Einer der bedeutendsten Ausdrucksformen der französischen Verteidigungsstrategie war der Bau der Maginot-Linie, eines ausgedehnten Befestigungssystems entlang der deutschen Grenze, das Ende der 1920er Jahre begonnen und Mitte der 1930er Jahre weitgehend fertiggestellt wurde.
– Fokus auf statische Kriegsführung: Die Armee wurde dafür kritisiert, dass sie sich auf eine Wiederholung des Stellungskriegs vorbereitete und die Bedeutung von Mobilität und Mechanisierung unterschätzte.

Ausrüstung und Modernisierung
Artillerie: Frankreich verfügte über starke Artillerieeinheiten, die im Ersten Weltkrieg entscheidend gewesen waren.
Panzer: Frankreich war ein früher Vorreiter in der Panzerentwicklung und produzierte während des Ersten Weltkriegs Modelle wie den Renault FT. In der Zwischenkriegszeit entwickelten die Franzosen mehrere Panzertypen, darunter leichte Panzer (z. B. Renault R35) und schwerere Panzer (z. B. Char B1).
– Mechanisierung: Trotz einiger Fortschritte war die französische Armee im Vergleich zu Deutschland nur langsam dabei, ihre Infanterie- und Kavallerieeinheiten vollständig zu mechanisieren.
Luftwaffe: Die französische Luftwaffe (Armée de l’Air) wurde 1934 als eigenständiger Teilstreitkraft gegründet, blieb jedoch in Bezug auf Modernisierung und Personalstärke hinter Deutschland zurück.

Herausforderungen und Kritik
– Konservatismus und Bürokratie: Das französische Militär wurde oft wegen seines Konservatismus, interner Rivalitäten und seiner langsamen Anpassung an neue Formen der Kriegsführung kritisiert.
– Politische Instabilität: Häufige Regierungswechsel und politische Spaltungen in Frankreich wirkten sich auf die Verteidigungspolitik und die Finanzierung des Militärs aus.
– Unterschätzung Deutschlands: Obwohl Frankreich versuchte, eine starke Verteidigung aufrechtzuerhalten, unterschätzte es die Geschwindigkeit und Wirksamkeit der deutschen Blitzkrieg-Taktik.

Mobilisierung und Vorbereitungen vor dem Zweiten Weltkrieg
– Mobilisierungspläne: Frankreich entwickelte detaillierte Mobilisierungspläne, um schnell Reservisten einzuberufen und Truppen entlang der deutschen Grenze zu stationieren.
– Allianzen: Frankreich stützte sich auf Allianzen, insbesondere mit Großbritannien und kleineren Nachbarländern (z. B. Belgien, Tschechoslowakei), um eine deutsche Aggression abzuschrecken.
– Begrenzte Offensivfähigkeit: Während die Verteidigungsvorbereitungen stark waren, war die französische Armee weniger gut auf Offensivoperationen oder schnelle Bewegungskriegsführung vorbereitet.

Zusammenfassung
Zwischen den Kriegen konzentrierte sich die französische Armee stark auf die Verteidigung, geprägt von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und politischen Erwägungen. Sie baute beeindruckende Befestigungsanlagen und unterhielt große Personalreserven, hatte jedoch Schwierigkeiten mit der Modernisierung und der Anpassung an neue Doktrinen, die Mobilität und kombinierte Waffen betonten. Diese Faktoren trugen zu den Schwierigkeiten bei, mit denen Frankreich während der deutschen Invasion 1940 konfrontiert war.

Die französischen Streitkräfte im September 1939

Französische Soldaten bewegen schwere Artillerie.
Französische Soldaten bewegen schwere Artillerie. Ein großer Teil der französischen Ausrüstung stammte noch aus dem Ersten Weltkrieg.

Frankreich ging aus dem 1. Weltkrieg mit beträchtlichen militärischen Prestige hervor, jedoch waren die französischen Streitkräfte und tatsächlich auch die ganze Nation erschöpft.

Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges stand ein erheblicher politischer Druck hinter der Auffassung, dass eine Strategie basierend auf eine starke Verteidigungslinie am besten den Anforderungen eines modernen Krieges und den Bedürfnissen der französischen Nation gerecht werden konnte. Das Ergebnis war der Bau der Festungskomplexe der Maginot-Linie, welcher einen Großteil des Verteidigungshaushaltes aufbrauchte.

Das konservative französische Militär hatte zwar eine kleine aber lautstarke Schule des modernen Denkens, welche die Abhängigkeit von statischen Befestigungen verurteilte, sich jedoch nicht durchsetzen konnte.

Das französische Heer war eine Armee der Wehrpflichtigen und von sehr unterschiedlicher Qualität. Die Reserve-Divisionen wurden häufig zu einer Belastung und Beobachter, darunter der englische General Brooke, waren von ihrem Ungehorsam und schlampigen Auftreten erschüttert.

Die französische Armee wurde am 1. September 1939 mobilisiert, wobei etwa 5 Millionen Reservisten in das stehende Heer von 900.000 Mann übernommen wurden.


Grundsätzliche Verbände der französischen Armee

Infanterie DivisionKavallerie DivisionLeichte Mechanisierte DivisionPanzer Bataillon
Verbände insgesamt 91 (30 reguläre, 13 Festungs-, 12 nordafrikanische und 9 Kolonial-Divisionen)5339
Infanterie Regimenter3 mit je 3.000 Mann und 80 Offizieren?1 mit 3.000 Mann und 80 Offizieren-
Offiziere500???
Unteroffiziere und Mannschaften17.000???
Gesamtstärke17.500???
Maschinengewehre514 (168 schwere, 346 leichte)?160 (48 schwere, 112 leichte)?
Granatwerfer51 (27 leichte, 24 schwere)?17 (9 leichte, 8 schwere)?
Haubitzen und Feldgeschütze 60 (36 x 75mm M1897/17, 12 x 105mm, 12 x 155mm)???
Panzerabwehrkanonen49 (43 x 25mm, 6 x 47mm)?6 (25mm)?
Panzer-45 - 6090 - 120 + Panzerspähwagen45 - 60

Bestand an Panzerkampfwagen im September 1939

Panzertyp
Bestand
ca. 1.600
10
AMC-35
88
Hotchkiss H-35, H-39
821
365 (bis Juni 1940)
Renault AMR 33
ca. 200
Renault R-35
ca. 1.600
Somua S-35
500 (bis Juni 1940)
Insgesamt
ca. 4.200 im September 1939
Hotchkiss H-35
Französischer Hotchkiss H-35 Panzerkampfwagen.

Uniformen

Zwanzig Jahre nach seiner Einführung wich das alte ‚Horizont-Blau‘ der französischen Uniformen des Ersten Weltkrieges dem Khaki, als dieses 1935 zur Standardfarbe der Uniformen der französischen Armee bestimmt wurde.

Zuvor hatten nur die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen khaki getragen. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurden eine Reihe von Änderungen an den bestehenden Uniformen vorgenommen und völlig neue Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände eingeführt, die aber bis zum Sommer 1940 noch nicht alle Truppenteile erreicht hatten.

Offiziere trugen entweder weiterhin den alten geschlossenen Waffenrock oder das neue offene Muster, das links unten beim Generalleutnant (rechts) abgebildet ist. Im Feld trugen die Generäle ein einfaches khakifarbenes Käppi mit metallischen Rangsternen auf der Vorderseite.
Der Mantel war einreihig, mit fünf oder sechs Knöpfen vorne und einem niedrigen Fallkragen mit ausgeprägter Spitze, und der Umschlagmantel war einreihig, mit fünf Manschetten. Als Ausgehuniform konnten Offiziere lange khakifarbene Hosen mit braunen Paspeln und Streifen tragen.

Französische Soldaten 1940
Französische Soldaten 1940 (v.l.n.r.): Unteroffizier des 24. Infanterie-Regiments mit M1926-Adrian-Stahlhelm und de alten 8-mm-Mousgueton M92/16 Gewehr, sowie ein Generalleutnant (Divisions-Kommandeur).
Die grundlegende Felduniform für andere Dienstgrade ist in der Abbildung links dargestellt. Andere Formen der Kopfbedeckung waren die khakifarbene Seitenmütze und das khakifarbene Barett für Festungstruppen.

Eine der wichtigsten Variationen der Felduniform wurde vom berittenen Personal bei der Kavallerie, bespannten Artillerie und Versorgungskolonnen mit Pferdefuhrwerken getragen. Sie erhielten einen einreihigen Mantel und Reithosen, während ihr Schuhwerk aus Stiefeletten, Sporen und Leggings bestand.

Schützen (Chasseurs a pied) und Gebirgsschützen (Chasseurs alpins) trugen eine unverwechselbare dunkelblaue Uniform, obwohl sie den khakifarbenen Mantel der Infanterie für den Wintereinsatz beibehielten. Die Kopfbedeckung war ein dunkelblaues Barett.

Der Winter von 1939/1940 war besonders streng, und der französische Soldat fand seine Uniform unzureichend für die Temperaturen, die manchmal minus 20 Grad Celsius erreichten. Die Winterkleidung musste von der Einheit oder dem Einzelnen improvisiert werden und bestand im Wesentlichen aus zusätzlicher Unterwäsche und Pullovern. Die gebräuchlichsten Formen der äußerlichen Winterkleidung waren ärmellose Schaffellmäntel und Stulpen, Gummistiefel und Wintertarnanzüge.

Angehörige von motorisierten und gepanzerten Verbänden erhielten die Standarduniform, trugen aber im Dienst mit ihren Fahrzeugen einen speziellen Helm oder ein schwarzes Barett und entweder den veralteten doppelreihigen, schwarzen Ledermantel oder das neue einreihige braune Modell. Über khakifarbenen Hosen und Gamaschen trugen sie khakifarbene Exerzierhosen, die um den Knöchel herum geschlossen wurden.
Bei warmem Wetter trugen Panzerbesatzungen in der Regel ihre zweiteiligen Arbeitsoveralls. Motorradtruppen trugen ebenfalls den Helm der motorisierten Truppe und einen Ledermantel oder die neue zweireihige Baumwoll-Entenjacke des Modells 1938 oder einen wasserdichten Regenmantel aus Segeltuch.

Die Kolonialsoldaten und afrikanischen Truppen, die während des Feldzuges 1940 in Frankreich eingesetzt wurden, trugen die Standarduniform der französischen Armee mit bestimmten Unterscheidungsmerkmalen. Die Fremdenlegion zum Beispiel hatte das Recht, das weiße Käppi zu tragen (obwohl es nur selten im Einsatz verwendet wurde), während die Zouaven, Tirailleure und Spahis den Chechias oder Turbane in verschiedenen Farben trugen. Darüber hinaus trugen die Fremdenlegion und die Zouaven eine blaue Schärpe, die Tirailleure eine rote Schärpe und die Spahis einen weiß-roten Burnus.

Französische Kolonialsoldaten
Französische Kolonialsoldaten in einem deutschen Kriegsgefangenenlager im Sommer 1940.

Abzeichen

Der Rang der Offiziere wurde durch die Abzeichen an den Ärmeln des Waffenrocks und des Übermantels sowie an der Kopfbedeckung und der Futtermütze angezeigt. Auf dem Mantel und anderer Überbekleidung wurden die Rangabzeichen durch eine Reihe von Streifen auf Laschen dargestellt, die an einem Mantelknopf befestigt waren.
Offiziere im Generalsrang hatten goldene Eichenblätter auf das Käppi gestickt, während andere Offiziere goldene und silberne Spitzen auf dem Käppi trugen, um den Rang zu kennzeichnen.
Das Regiments-Abzeichen oder die Regiments-Nummer wurde auf der Vorderseite des Käppis gezeigt.

Abzeichen für Offiziere und Unteroffiziere wurden als Chevrons und Streifen am Arm getragen. Die Dienstgrade ab Gefreiter aufwärts waren berechtigt, einen goldenen oder silbernen Kinnriemen am Käppi zu tragen.
Die Farbe der Chevrons und Ziffern sowie die Farbe des Kragenspiegels selbst identifizierten die Einheit des Trägers. Infanterie und Panzertruppen hatten zum Beispiel khakifarbene Abzeichen – aber während die Infanterie blaue Chevrons und rote Ziffern verwendete, hatten die Panzertruppen normalerweise graue Chevrons und Ziffern. Die Artillerie wiederum hatte rote Kragenabzeichen mit blauen Chevrons.

Französische Rangabzeichen Offiziere
Französische Rangabzeichen Offiziere

Französische Rangabzeichen für Offiziere
Erste Reihe am Käppi, zweite Reihe Manschetten (v.l.n.r.):
Marschall von Frankreich; Armee-General; Korps-General; Generalleutnant (einer Division); Generalmajor (einer Brigade); Oberst; Oberstleutnant (Panzertruppe); Major (Sahara-Kompanien); Hauptmann (Dragoner); Leutnant (Marokkanische Spahis); Zweiter Leutnant (Fremdenlegion).

Französische Rangabzeichen
Französische Rangabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften.

Französische Rangabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften
Erste Reihe am Käppi (bis auf letzte drei), zweite Reihe (und erste Reihe letzte drei) Manschetten (v.l.n.r.):
Chef-Adjutant; Adjutant; Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (reguläre Truppen); Unterfeldwebel; Korporal-Major (Rang über Unteroffizier); Korporal (Unteroffizier); Oberschütze.
Letzte drei – erste Reihe: Oberfeldwebel; Unterfeldwebel (der Regulären); Unterfeldwebel.
Letzte drei – zweite Reihe: Korporal-Major (Panzertruppe); Korporal (Unteroffizier der Kavallerie); Oberschütze (Marokkanische Schützen).


Französische Luftwaffe

Morane-Saulnier MS 406 Jagdflugzeuge
Neue Morane-Saulnier MS 406 Jagdflugzeuge werden zum Einsatz bei einer Staffel der Armee de l’Air im Herbst 1939 vorbereitet. Die MS 406 war im Frühjahr 1940 etwa so zahlreich wie die – allerdings überlegene – deutsche Bf 109 .

Stärke der l’Armee de l’Air

Die Luftverteidigung Frankreich und seinen überseeischen Provinzen lag in der Hand von fünf Luft-Regionen (Dijon, Paris, Tours, Aix-en-Provence und Nordafrika), von denen jede in zwei Bezirke aufgeteilt war. Die größten fliegenden Verbände waren die Luftwaffen-Divisionen und selbständigen Luftwaffen-Brigaden. Eine Luftwaffen-Division hatte zwei oder drei Brigaden mit je zwei oder drei Staffeln.

Die Stärke am Vorabend des 2. Weltkrieges waren 1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber und 800 Aufklärer und im August 1939 bestand das Personal aus 110.000 Mann. Eine Zahl, die bis zum März 1940 auf 150.000 Mann anstieg.

Stärke der l’Armee de l’Air:

bekannte französische Flugzeugtypen 1939
etwaige Anzahl
Dewoitine D500 Jäger
100
300
Amiot 143 Bomber
140
Bloch MB Jäger
85
Farman F222 Bomber
?
Morane-Saulnier MS406 Jäger
308 (1.018 bis Juni 1940 gebaut)
Potez 63 schwerer Jäger
80
Curtiss Hawk P-36 Jäger
150

Uniformen l’Armee de l’Air

Französische Flieger 1940
Pilot eines Potez 63/II Aufklärungsbomber der französischen Luftwaffe (links) und ein Oberfeldwebel (MG-Schütze in der Aufklärungsgruppe 502) in der Dienstuniform am Boden (rechts).
Im Juli 1934 führte die französische Luftwaffe eine dunkle ‚Louise-blaue‘ Uniform ein, deren Ursprung in der dunkelblauen Uniform der Armee-Ingenieure zu finden war, die vor dem Ersten Weltkrieg Pionierarbeit in der militärischen Luftfahrt geleistet hatten.

Die Dienstkleidung für Offiziere und reguläre Unteroffiziere ist in der Abbildung links dargestellt. Darüber wurde oft ein doppelreihiger Mantel mit zwei Reihen von drei vergoldeten Metallknöpfen getragen.

Andere Dienstgrade hatten eine dunkle, stahlgraue Bluse mit rundem Fallkragen, die geschlossen getragen wurde, aber ein blaues Hemd und eine schwarze Krawatte freiließ. Sie wurde mit einer passenden langen Hose und und einem ‚Horizont-blauen‘ Mantel getragen. Dieser veraltete Infanterie-Mantel wurde ab I937 durch das Muster des Kavallerie-Mantels ersetzt, jedoch in ‚Louise-Blauer‘ Farbe.

Die Kopfbedeckung bestand aus einer Schirmmütze mit weißem Überzug für den Sommer, einem schwarzen Barett für den Alltags- und Arbeitseinsatz und den beiden Mustern des französischen Armee-Stahlhelms, wobei das Adrian-Modell der Infanterie und auch die von den motorisierten Truppen getragene Version verwendet wurden.

Der Standard-Fliegeranzug aus Segeltuch ist ebenfalls in der Abbildung links oben dargestellt, aber viele Piloten von einsitzigen Flugzeugen trugen eine doppelreihige Lederjacke.

Abzeichen

Der Rang wurde durch die Stickerei oder die Rangunterscheidungsspitze an der Schirmmütze und an den Manschetten der Offiziere und Feldwebel angezeigt.
An der Arbeitsmütze beschränkte sich die Rangabzeichen-Spitze auf einen ovalen Aufnäher auf der Vorderseite der Mütze und nicht auf den ganzen Umfang des Mützenbandes.

Andere Dienstgrade trugen ihre Dienstgradabzeichen auch auf der Kopfbedeckung und den Mützen. An der Flieger- und Dienstkleidung wurde die Rangabzeichen-Spitze auf einem Stoffaufnäher getragen, welcher an der Vorderseite des Kleidungsstücks angeknöpft war.

Zur Unterscheidung der Dienstgrade wurden bestimmte Truppengattungen und manchmal auch Einheiten selbst durch ein Emblem oder eine Nummer gekennzeichnet, die in das geflügelte Abzeichen integriert wurde, das auf der Vorderseite der Schirmmütze und auf der rechten Brust getragen wurde.
Andere Dienstgrade trugen ihre Dienstgradfarbe in Form von Chevrons auf den Kragenspiegeln, während die Formations-Nummer oder das Emblem für andere Dienstgrade in Orange und für Unteroffiziere in Gold gestickt war.

Piloten von Flugzeugen und Ballonen sowie Kadetten-Piloten, Mechaniker und Beobachter trugen ein markantes rundes weißes Metallabzeichen auf der rechten Brusttasche.


Gesamtstärke französische Streitkräfte

5.000.000 Mann, 99 Divisionen, 4.200 Panzer, etwa 11.000 Kanonen
2.916 Flugzeuge (1.114 Jagdflugzeuge, 1.002 Bomber)
7 Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, 1 Flugzeugträger, 19 Kreuzer, 70 Zerstörer, 75 U-Boote

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Quellenangaben und Literatur

The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Chronology of World War II (Christopher Argyle)

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