Bulgarische Luftwaffe
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde durch den Frieden von Neuilly (1919) die Militärluftfahrt in Bulgarien verboten. Dieses Verbot wurde aber später umgangen. Mitte der 1930er Jahre wurde die bulgarische Luftwaffe mit italienischer und deutscher Hilfe aufgebaut und die Bestimmungen des Vertrages von 1919 wurden im Jahr 1938 offiziell nicht mehr anerkannt. Im folgenden Jahr lieferte Polen Jagdflugzeuge und Schlachtflieger und im September 1939 bestand die bulgarische Luftwaffe aus 8 Flieger-Regimentern (Orliak, insgesamt 130 Flugzeuge, davon ca. 40 Aufklärungsbomber PLZ P.43 Karas).
Bild: von Deutschland gelieferte französische Dewoitine D520 Jagdflugzuge der bulgarischen Luftwaffe im Winter 1943/44.
Der Ausbruch des Krieges schnitt Bulgarien von den polnischen Lieferungen ab und die Italiener wurden durch ihren Achsenpartner verdrängt, sodaß der Weg frei war für die Deutschen, die bulgarische Luftwaffe zu durchsetzen. Eine bulgarische Militärmission in der von Deutschland besetzten Tschechei kaufte eine Reihe ehemaliger Flugzeuge der tschecheslowakischen Luftwaffe, darunter 72 Avia B-534 Doppeldecker und 32 Avia B-71 Bomber (ein Lizenzbau der russischen Tupolew SB-2).
Deutsche Luftwaffen-Berater und Ausbilder wurden 1940 nach Bulgarien entsendet, zusammen mit Trainings- und Verbindungsflugzeugen sowie 10 Messerschmitt Bf 109E Jägern und 11 Dornier Do 17M Bombern. Trotz dieser Einführung neuer Flugzeuge und Geräte war die Moral in der bulgarischen Luftwaffe gering, da die Anwesenheit deutscher Berater nicht populär war und die Mehrheit der Bevölkerung pro-Russisch war. Nur die königliche Partei und ihre Anhänger begünstigten die Freundschaft mit Deutschland. Trotzdem unterzeichnete Bulgarien im März 1941 den Dreimächtepakt und Verbände der deutschen Luftwaffe wurden in das Land verlegt, um den Angriff auf Jugoslawien und Griechenland vorzubereiten.
Die deutsche Luftwaffen-Mission in Sofia arbeitete daraufhin, die bulgarische Luftwaffe auf eine Linie mit den deutschen Standards zu bringen, sodaß sie in der Lage sein würde, eigenständig die Luftverteidigung des Landes zu übernehmen. Doch da Bulgarien allen Versuchen widerstand, Russland den Krieg zu erklären, wurden als Konsequenz nur wenige deutsche Militärflugzeuge zwischen 1941-42 geliefert.
Erst die Bedrohung der rumänischen Ölfelder durch amerikanische strategische Bomber änderte die Lage und 1943 wurden die deutschen Lieferungen wieder aufgenommen. Doch der erste, großangelegte Luftangriff der USAAF auf Ploesti am 1. August 1943 fand die Bulgaren erschreckend unvorbereitet vor. Nur drei der insgesamt 54 verlorenen amerikanischen B-24 Bomber konnten von der bulgarischen Luftabwehr abgeschossen werden. Daher wurde die bulgarische Luftwaffe zusätzlich mit 100 französischen Dewoitine D520 Jagdflugzeugen verstärkt und 48 Bf109G (siehe Bild) wurden von Deutschland versprochen. Trotzdem hatten die Bulgaren nur wenig Erfolg zwischen November 1943 und Januar 1944 gegen die mit Begeleitjägern geschützten amerikanischen Luftangriffe.
Bis zum September 1944 hatten feindliche sowjetische Streitkräfte bulgarischen Boden betreten. Viele Bulgaren kapitulierten oder schloßen sich den Partisanen an und am 9. September erklärte das Land Deutschland den Krieg. Danach kämpfte die bulgarische Luftwaffe an der Seite sowjetischer Flieger-Regimenter.
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