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Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland
Woche vom 17. bis 23. Juni 1940 |
Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland (am 22. Juni) ist das wichtigste Ereignis dieser Woche ! |
MONTAG, 17. JUNI 1940
Diplomatie: Petain fragt über den spanischen Botschafter und den Vatikan nach den Waffenstillstandsbedingungen von Deutschland und Italien an und spricht zur französischen Armee und Bevölkerung über Rundfunk: '...es ist notwendig den Kampf zu beenden.'
Seekrieg: Das Evakuierungsschiff Lancastria (16,243 t) wird in St.Nazaire bombardiert und sinkt. Nur 2.477 der 5.000 Briten, Franzosen und Belgier an Bord, einschließlich von Zivilisten, können geretttet werden. Das italienische U-Boot Provana wird von der französischen Schaluppe La Curieuse vor Oran gerammt und sinkt.
Frankreich: Rommel stürmt an einem Tag 241 Kilometer in Richtung Cherbourg vorwärts.
Heimatfront England: Rundfunkansprache von Churchill: 'Wir sind nun nur noch die einzigen Kämpfer, welche die Welt verteidigen.'
Neutrale Baltische Staaten: SOWJETISCHE TRUPPEN BESETZEN ESTLAND UND LETTLAND. Linksregierung in Litauen gebildet.
Neutrale USA: die englische Einkaufskommission übernimmt allle ausstehenden französischen Waffenkaufverträge und bietet an, soviel Kriegsmaterial abzukaufen wie die USA nur produzieren können.
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DIENSTAG, 18. JUNI 1940
Frankreich: Rommel erobert Cherbourg und die 5. Panzer-Division nimmt Brest ein. Alle größeren französischen Ortschaften übergeben sich ohne Widerstand, die Zivilverwaltungen und Truppeneinheiten warten die Ankunft der Deutschen ab. General Legentilhomme, der französische Befehlshaber in Somaliland, erklärt sich für de Gaulle.

Bild: Aufklärungsabteilung eines deutschen Luftwaffenverbandes auf dem Vormarsch durch Frankreich.
Luftkrieg: 70 deutsche Bomber greifen in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni Ost-England an, wobei 11 Menschen in Cambridge ums Leben kommen. Ähnliche Angriffe in den meisten Nächten bis zum Ende des Monats. Die Gesamtzahl aller deutschen Verluste über England vom 5. bis 30. Juni beläuft sich dabei auf 11 Bomber.
Die Evakuierung der letzten Staffeln der RAF aus Frankreich ist abgeschlossen.
Seekrieg Atlantik: Alle französischen und alliierten Schiffe haben Brest verlassen und die Marineeinrichtungen und Hafenanlagen sind zerstört. Das neue französische Schlachtschiff Richelieu verlässt Brest in Richtung Dakar in Westafrika, wo es am 23. Juni ankommt. Das noch unvollständige Schlachtschiff Jean Bart wird in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni aus St.Nazaire geschleppt und erreicht unter deutschen Luftangriffen und nur mit halber Maschinenleistung Casablanca in Marokko am 22. Juni.
30.600 britische und alliierte Truppen werden aus Cherbourg evakuiert, wobei das alte französische Schlachtschiff Courbet Deckungsfeuer gibt. Der französische Truppentransporter Champlain (28.100 Tonnen) wird durch eine Mine schwer beschädigt und wird schließlich durch U-65 im Golf von Biscaya am 21. Juni versenkt.
Seekrieg Pazifik: Das englische Passagierschiff Niagara (13.400 t), mit einer Goldladung im Wert von 2,25 Millionen Britischen Pfund, läuft vor Auckland (Neuseeland) auf eine Seemine und sinkt. Das Gold wird aus einer Rekordtiefe von 135 Metern in 7 Wochen geborgen.
Heimatfront Frankreich: De Gaulle spricht über Rundfunk von London aus.
Heimatfront England: Churchill erklärt im Unterhaus: 'Laßt uns es so tragen, daß falls das Britisch Commonwealth und Empire für tausend Jahre bestand hat, die Leute sagen werden "Das war ihre größte Stunde ! " '
Diplomatie: Hitler und Mussolini treffen sich in München.
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MITTWOCH, 19. JUNI 1940
Westfront: Deutsche Truppen besetzen die Marinebasis in Brest und beginnen damit, den Fluß Loire auf breiter Front zu überschreiten. Kadetten der Kavallerie-Militärschule von Saumur unter Oberst Michon verhindern, daß die deutsche 1. Kavallerie-Division die Loire überschreitet.
Luftkrieg: Italienische Flugzeuge greifen Biserta in Tunesien an. Die deutsche Luftwaffe bombardiert in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni Bordeaux, wobei 63 Personen getötet werden und 180 Personen verletzt werden.
Seekrieg: 19.000 polnische und englische Truppen werden bis zum 25. Juni von Bayonne und St.Jean-de-Luz, in der Nähe der französisch-spanischen Grenze, evakuiert.
Heimatfront England: Children's Overseas Reception Board (Kinder-Übersee-Empfangs-Brett) wird eingerichtet, um 20.000 Schulkinder für die Dauer des Krieges in die Übersee-Dominions zu verschicken.
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DONNERSTAG, 20. JUNI 1940
Frankreich: Deutsche Truppen besetzen Lyon. Die Kadetten von Saumur sind gezwungen, sich zu ergeben nachdem die Munition für ihre Trainingswaffen sich dem Ende zuneigt. 200 Kadetten sind am 19. und 20. Juni gefallen.
Italienische Offensive an der Riviera, welche am 21. Juni auf die gesamte französisch-italienische Grenze bis zum Mt.Blanc ausgeweitet wird.
Seekrieg: der deutsche Schlachtkreuzer Gneisenau wird vor Trondheim durch das englische U-Boot Severn torpediert.

Bild: das englische Unterseeboot Severn war eines von drei schnellen, ozeanfähigen Booten, die nach 1930 gebaut wurden. Severn torpedierte den deutschen Schlachtkreuzer Gneisenau und setzte ihn für mehrer Monate außer Gefecht.
Heimatfront England: Der gesamte Ausstoß an Thompson-MPI's (300 Tonnen je Woche) wird von den US-Herstellern in wöchentlichen Schiffstransporten nach England geliefert.
Heimatfront Frankreich: Petain spricht im Rundfunk: er beschreibt die Niederlage Frankreichs als unausweichlich and stellt die 185 britischen, amerikanischen und italienischen Divisionen, welche die französische Armee im Jahr 1918 unterstützt hatten, den nur 10 englischen Divisionen vom Mai 1940 gegenüber.
Diplomatie: Die französischen Behörden in Indo-China (Vietnam) beugen sich dem japanischem Druck und halbieren die Waffenlieferungen an China durch ihren Hafen Haiphong.
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FREITAG, 21. JUNI 1940
Diplomatie: Hitler wohnt den französisch-deutschen Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiegne bei.
Luftkrieg: 50 deutsche Flugzeuge, geleitet durch Radio-Wellen, machen vereinzelte Nachtangriffe über weiten Gebieten von England.
Geheimkrieg: Ein besonders ausgerüstet Flugzeug vom Typ Anson der RAF erfasst Radio-Wellen aus Deutschland in Richtung der Rolls-Royce-Werke in Derby. Es werden schnelle Gegenmaßnahmen gegen dieses von der deutschen Luftwaffe als Knickebein bezeichnetes Verfahren ersonnen.
Seekrieg Atlantik: Zwei U-Boote verschwinden spurlos: U-122 am 21. Juni und U-102 am 30. Juni werden im nördlichen Kanal und der Irischen See vermisst. Sie sind wahrscheinlich auf Minen gelaufen.
Zwei Spezial-Schiffe, welche als Köder dienten, wurden durch U-Boote gemäß ihrer Verwendung westlich von Irland versenkt: Prunella am 21. Juni und Williamette Valley am 29. Juni.
Neutrales Rumänien: König Karol bildet die 'National-Partei' einschließlich Mitglieder der faschistischen Eisernen Garde, jedoch sind Juden von der Mitgliedschaft ausgeschlossen.
Neutrale USA: Tod von Oberst Thompson, dem Erfinder der Tommy-Gun (eine ausgeglügelte Maschinenpistole), im Alter von 80 Jahren.
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SAMSTAG, 22. JUNI 1940
Frankreich: (Hauptereignis) WAFFENSTILLSTAND ZWISCHEN FRANKREICH UND DEUTSCHLAND wird in Compiegne zwischen General Keitel (Deutschland) und General Huntziger (Frankreich) unterzeichnet. Die feierliche Unterzeichnung findet in Marschall Fochs altem Eisenbahnwaggon statt, welcher bereits am 11. November 1918 für den Waffenstillstand am Ende des Ersten Weltkrieges verwendet wurde.
Die Waffenstillstandsbedingungen lauten derart, daß Deutschland etwa 2/3 des französischen Mutterlandes besetzt - einschließlich der gesamten Kanal- und Atlantik-Küste, aller großen Industriegebiete, Elsaß-Lothringen und Paris. Die französischen Streitkräfte sind zu entwaffnen und aufzulösen, mit Ausnahme einer 100.000 Mann starken Sicherungs- und Verteidigungsarmee. Die französische Flotte ist unter deutscher und italienischer Aufsicht zu entwaffnen und zu demobilisieren, Frankreich trägt die Kosten der deutschen Besatzung. Alle französischen Kriegsgefangenen bleiben solange in Deutschland, bis ein Friedensvertrag unterzeichnet ist.
Drei französische Armeen mit 400.000 Mann kapitulieren im Vogesen-Kessel, westlich der Maginot-Linie. Die Deutschen besetzen Lorient.

Bild: Marschal Fochs Eisenbahnwaggon, in der die deutsche Delegation 1918 das Diktat der Sieger im Ersten Weltkrieg annehmen mußte, wurde von Hitler als Ort für die Waffenstillstandsverhandlungen bestimmt.
Luftkrieg: Dreimotorige italienische SM81-Bomber greifen in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni Alexandria in Ägypten an (25 Opfer).
Seekrieg Atlantik: U-46 greift die englische Flotte Force H an, während diese gegen Stürme in Hurrikan-Stärke auf ihrem Weg von Scapa Flow in Schottland nach Gibraltar im westlichen Mittelmeer ankämpft. Der Flugzeugträger Ark Royal wird dabei wahrscheinlich getroffen, doch die Torpedos explodieren nicht.
Neutrale Baltische Staaten: Links-Regierungen werden in Estland und Lettland gebildet.
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SONNTAG, 23. JUNI 1940
Frankreich: Die Italiener besetzen das Riviera-Resort von Menton, welches von italienischen Kommentatoren als 'stark verteidigte Ortschaft' beschrieben wird !
Seekrieg: Der noch unvollständige französische Zerstörer Lansquenet entkommt unter deutschem Artillerie-Feuer aus der Gironde-Mündung in West-Frankreich und erreicht am 27. Juni Casablanca in Marokko. Das italienische Unterseeboot Galvani versenkt die Schaluppe Pathan der königlich-indischen Marine vor Bombay. Das italienische Unterseeboot Torricelli sinkt, zusammen mit dem britischen Zerstörer Khartoum, nach einem Artilleriegefecht mit drei britischen Zerstörern und einer Schaluppe vor Perim am Persischen Golf.
Frankreich: General de Gaulle bildet das Französische National-Kommittee in London. Hitler macht eine Besichtungsreise von Paris.

Bild: Hitler auf Besichtigungsreise in Paris vor dem Eiffel-Turm. Links von ihm flaniert sein Leib-Architekt Albert Speer und rechts von ihm der führende Bildhauer Arno Breker.
Geheimkrieg: Erster, nicht erfolgreicher, englischer Kommando-Angriff auf Boulogne.
Heimatfront Frankreich: Laval wird zum Vize-Ministerpräsident und Staatsminister ernannt.
Luftkrieg: Französische Bomber greifen Palermo auf Sizilien an.
Neutrales Ägypten: Die Koalitions-Regierung von Aly Pascha Maher stürzt. Der Wafdisten-Parteiführer (Nationalisten) Nahas Pascha weigert sich, eine neue Regierung zu bilden. Eine neue, aber schwache Koalitions-Regierung wird schließlich am 28. Juni durch Hassan Pascha Sabry gebildet.
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