Deutscher Panzer mit Infanterie im Angriff in Russland   Englische Hurricane und Spitfire-Jagdflugzeuge

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Bedingungslose Kapitulation der belgischen Armee
Woche vom 27. Mai bis 2. Juni 1940

Bedingungslose Kapitulation der belgischen Armee (am 28. Mai) ist das wichtigste Ereignis dieser Woche !

MONTAG, 27. MAI 1940

Seekrieg Atlantik: ein deutsches U-Boot versenkt das argentinische Handelsschiff Uruguay vor Kap Finisterre (Nordwest-Spanien). Argentinien protestiert am 1. Juni gegen die Versenkung und verbietet später seinen Handelsschiffen, in europäische Gewässer einzulaufen.

Westfront: Panzer-General Guderian wird es von seinen Vorgesetzten gestattet, mit motorisierter Infanterie vom Fluß Lys in Richtung Dünkirchen vorzustoßen (die Panzer sollen in Reserve gehalten werden).
Französisch-Englischer Gegenangriff gegen das deutsche XXXVIII. Korps, welches den Brückenkopf über die Somme bei Abbeville hält. Der Angriff bedroht die deutschen Verbände am 29. Mai ernsthaft, scheitert jedoch letztlich am 30. Mai.

Erster deutscher Ritterkreuzträger Hubert Brinkforth
Bild: Der erste deutsche Ritterkreuzträger aus dem Mannschaftsstand. Während der Abwehrkämpfe bei Abbeville an diesem Tag, brachte der Gefreite Hubert Brinkforth auf vorgeschobenem Posten als Richtschütze hinter seiner Panzerabwehrkanone den Angriff eines starken englischen Panzerverbandes zum Stehen. In zwanzig Minuten vernichtete er auf Entfernungen von nur hundert Metern elf Panzer.

LE PARADIS-MASSAKER: 90 gefangengenommene englische Soldaten des 2. Bataillons des Royal Norfolk Regimentes werden von einer Abteilung der SS-Totenkopf-Division in der Nähe des Weilers Le Paradis am Pas de Calais erschossen.

Norwegen: Truppen der französischen Fremdenlegion, unterstützt durch leichte Panzer, überqueren in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai den Rombaken-Fjord und stoßen entlang der Erzbahn nach Narvik vor. Die polnische Briagde rückt vom Westen auf die Stadt vor.

Erzbahn am Rombaken-Fjord, Narvik 1940
Bild: die Erzbahn am Eingang zum Rombaken-Fjord bei Narvik.

DIENSTAG, 28. MAI 1940

Seekrieg: 17.800 Truppen werden aus Dünkirchen evakuiert. Der Zerstörer Windsor wird durch Bomben beschädigt, ein kleiner Dampfer durch das deutsche S-Boot S-34 versenkt.

Westfront: (Hauptereignis) BEDINGUNGSLOSE KAPITULATION DER BELGISCHEN ARMEE. Feuereinstellung um 4 Uhr, mit Ausnahme einiger isolierter Abschnitte (sämtlicher Widerstand endet am 29. Mai). Der Ausfall der Belgier öffnet eine 32 km breite Bresche auf der linken Flanke des englisch-französischen Kessels um Dünkirchen. Diese kann nach heftigen Kämpfen zwischen englischen Einheiten (Panzerspähwagen der 12.Lancers und durch als Infanteristen eingesetzte Artilleristen und Nachschubspersonal) und der deutschen 256. Infanterie-Division bei Nieuwpoort abgeriegelt werden.
Die französische 1. Armee mit sechs Divisionen wird durch sieben deutsche Divisionen in der Nähe von Lille eingeschlossen.

VERLUSTE IM FELDZUG GEGEN BELGIEN
 
Belgier
Deutsche
Gefallene Soldaten
7.550
(unbekannt, da die Gesamtverluste sich nicht getrennt zuordnen lassen)
Verwundete Soldaten
15.850

Norwegen: NARVIK BESETZT durch Einheiten der französischen Fremdenlegion und Norweger.

Luftkrieg: Französische LeO-451 Bomber, eskortiert durch englische Hawker Hurricane Jagdflugzeuge, greifen Brücken im Bereich von Aubigny an.

Heimatfront Belgien: der belgische Ministerpräsident Pierlot spricht über Rundfunk von Paris aus. Er erklärt, daß die Belgier durch die Kapitulation von König Leopold (Oberbefehlshaber der belgischen Armee) überrumpelt wurden, da dieser gegen die Anweisungen der Regierung gehandelt habe. 'Aus diesem Grunde hat er keine Regierungsgewalt mehr' und das belgische Kabinett übernimmt alle seine Amtsbefugnisse.

MITTWOCH, 29. MAI 1940

Seekrieg: 47.300 Soldaten aus Dünkirchen evakuiert. Zerstörer Wakeful, Grenade und Grafton versenkt (letzterer durch U-62). Sechs englische und ein französischer Zerstörer durch Luftangriffe beschädigt. Die Zerstörer Mackay und Montrose kollidieren und laufen auf Grund. Acht Handels- und Hilfsschiffe werden bombardiert und sinken.

Norwegen: Englische Truppen werden aus Bodo (ca. 200 km südlich von Narvik) evakuiert.

Westfront: Deutsche Truppen besetzen Ostende, Ypern und Lille.

Luftkrieg: Zwei Elite-Verbände mit Junkers Ju88 Bombern nehmen nun an den Luftangriffen auf Dünkirchen teil. Die englische Staffel mit neuartigen Boulton Paul Defiant Jagdflugzeugen (Zweisitzer mit einem für die deutschen Piloten anfangs überraschenden hydraulisch angetriebenen MG-Heckturm) behauptet 37 Feindflugzeuge abgeschossen zu haben (tatsächlich sind aber insgesamt nur 14 deutsche Flugzeuge an diesem Tag verloren gegangen).

Boulton Paul Defiant Jagdflugzeug
Bild: Boulton Paul P.82 Defiant Jagdflugzeuge der 264. Staffel des englischen Jägerkommandos. Das Konzept des behäbigen zweisitzigen Jägers war jedoch unsinnig und die Produktion von 1.060 Stück bis zum Februar 1943 ein großer Fehler. Nachdem die deutschen Piloten mit der Anordnung der Bewaffnung bei der Defiant (nämlich ausschließlich im Heck-Turm) vertraut waren und sie von vorne angriffen, waren die Tage des Flugzeuges - zumindest als Tagjäger - schnell gezählt.

Besetztes Holland: Dr.Seyss-Inquart tritt sein Amt als Reichskommissar für Holland an.

DONNERSTAG, 30. MAI 1940

Seekrieg: 53.800 Soldaten heute aus Dünkirchen evakuiert. Der französische Zerstörer Bourrasque sinkt nach Artillerie- und Minentreffern. Drei englische Zerstörer durch Luftangriffe beschädigt und drei große Transportschiffe versenkt.

Hafen von Dünkirchen 1940
Bild: der Hafen von Dünkirchen mit zerbombten Wracks englischer und französischer Boote.

FREITAG, 31. MAI 1940

Seekrieg: 68.000 Mann werden aus Dünkirchen evakuiert. Die französischen Zerstörer Sirocco und Cyclone werden von deutschen S-Booten torpediert und sechs englische Zerstörer durch Bomben beschädigt.

Westfront: Die französische 1. Armee kapituliert nach viertägiger Belagerung bei Lille . Das englische Expeditionskorps setzt sich in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni von den belgischen Stellungen im Kessel von Dünkirchen ab. Die Franzosen können Stadtteile von Abbeville zurückerobern.

Luftkrieg: Zwanzig französische LeO-451-Bomber (9 abgeschossen) greifen Amiens und Abbeville an, Douglas DB-7 Bomber greifen deutsche Kolonnen bei St.Quentin im Tiefflug an.

China: Das japanische Oberkommando gibt seinen Entschluß bekannt Tschungking, die Hauptstadt von Tschiang Kai-schek, täglich zu bombardiedern 'bis der Geist des chinesischen Widerstandes gebrochen ist'.

Neutrale USA: US-Präsident Roosevelt schickt einen Ein-Milliarden-Dollar Nothilfe-Nachtrags-Verteidigungshaushalt durch den amerikanischen Kongress.

SAMSTAG, 1. JUNI 1940

Seekrieg: 64.400 Truppen werden aus Dünkirchen evakuiert. Die Zerstörer Keith (Flaggschiff), Basilisk und Havant, der französische Zerstörer Foudroyant und das große Transportschiff Scotia werden von Bomben getroffen und sinken. Fünf Zerstörer werden durch Bomben beschädigt. Die Evakuierung bei Tage muß aufgegeben werden.

Lockheed Hudson über Dünkirchen, Juni 1940
Bild vom gleichen Tage: ein Lockheed Hudson Aufklärungsbomber des RAF-Küstenkommandos bei einem Aufklärungsflug entlang des Strandes bei Dünkirchen. Im Hintergrund sind Rauchwolken von brennenden Öltanks im Hafen.

Luftkrieg: Die deutsche Luftwaffe bombardiert die Eisenbahnstrecke von Lyon nach Marseille. Das englische Passagierschiff Orford (20.000 t) wird in Marseille versenkt.

SONNTAG, 2. JUNI 1940

Seekrieg: Nur noch 26.200 Truppen werden in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni aus Dünkirchen evakuiert. Die Zerstörer Malcolm und Sabre werden beschädigt.

Luftkrieg: Weitere deutsche Luftangriffe auf Lyon und auf Ziele im Rhone-Tal (97 Zivilopfer am 1. und 2. Juni).
Ein einzelner Gladiator-Doppeldeckerjäger, geflogen vom Piloten Jacobsen der 263. Staffel der RAF, schießt sechs deutsche Bomber (vier Heinkel He111, zwei Junkers Ju88) in der Nähe von Narvik ab. Jacobsen selbst wird am 8. Juni abgeschossen und kommt ums Leben.

Diplomatie: Anti-Britische Demonstrationen in Madrid bei Ankunft von Sir Samuel Hoare, dem neuen englischen Botschafter in Spanien. Die Demonstranten fordern die Rückgabe von Gibraltar.


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