Fotos eines Landsers im 2. Weltkrieg

Fotos eines Soldaten der Wehrmacht aus der 214. Infanterie-Division im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1944.

Schiffe in Norwegen
Der Kreuzer Admiral Hipper nimmt in Norwegen ein Wasserflugzeug vom Typ Arado Ar196 an Bord.

Luftfeldpost-MarkeEinzigartige und noch nie veröffentlichte Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg, welche der Großvater des Autors dieser Webseite während seiner Dienstzeit in der Wehrmacht in Deutschland, während der Seetransporte, in Norwegen, Estland und Polen zwischen 1939 und 1945 aufgenommen hat.

Fotos eines Landsers der 214. Infanterie-Division

Willi Helmas
Willi Helmas
* 04.07.1905 – Braunau am Inn, Österreich
† 05.09.1985 – Schöneck (Hanau), BR Deutschland. Foto: In Wehrmachts-Uniform als Angehöriger der 214. Infanterie-Division.

Willi Helmas diente in der 214. Infanterie-Division (Wehrkreis IX, Kassel), welche am 26.08.1939 als Division der 3. Welle durch den Landwehr-Kommandeur Theodor Groppe aufgestellt wurde. Ersatz stellte das Inf.Ers.Btl.367 aus Hanau, in der Nähe seines Wohnortes Frankfurt.

Da er über ein eigenes Motorrad mit Beiwagen verfügte, wurde er zusammen mit diesem als Kradschütze und Melder eingezogen. Da er zudem im zivilen Beruf Kraftfahrzeug-Mechaniker war, tat er Dienst bei der Werkstatt-Kompanie der 214. Infanterie-Division. Im letzten Kriegsjahr, an der Ostfront, musste er auch als Kradmelder und Frontsoldat im Schützengraben kämpfen.

Die 214. Infanterie-Division befand sich von September 1939 bis Januar 1940 am sogenannten Westwall in der Saarpfalz bei der 1. Armee in der Heeresgruppe C, welche mit Sicherungsaufgaben gegen Frankreich beauftragt war.
Während der begrenzten französischen Saar-Offensive 1939 stand die 214. Infanterie-Division im Zentrum der Verteidigung, während die 79. Infanterie-Division an ihrer rechten und die 34. Infanterie-Division an ihrer linken Flanke stand.

Vermutlich wegen politischer Unzuverlässigkeit (Divisionsbefehl zur Verhinderung von Ausschreitungen gegen Juden mit Waffengewalt, Widerstand gegen SS-Befehle und Konflikt mit Himmler) wurde die Division dort abgezogen und der Divisionskommandeur Theodor Groppe abberufen (später unehrenhaft entlassen, nach dem Stauffenberg-Attentat verhaftet und sollte noch im April 1945 hingerichtet werden).

Im April 1940 nahm die Division am Unternehmen Weserübung bei der Invasion von Norwegen teil. Sie landete in Stavanger an und marschierte bis nach Kristiansand und Arendal, wo sie auf die 163. Infanterie-Division stieß.

Neubaufahrzeuge
Eines der seltenen Neubaufahrzeuge ist von ihm hier bei Oslo abgelichtet worden.

Anschließend bestand die Aufgabe der Division darin, als Besatzungstruppe die Küste um Sorlandet zu sichern.
Im Januar 1941 wurde die Division nach Adger/Rogaland bei Stavanger in West-Norwegen verlegt.
Im Jahre 1942 und 1943 wurden bis zu 2/3 der Division bei der 20. Gebirgs-Armee in Lappland eingesetzt.

Deutsche Elite-Kampfgruppe
‚Elite-Kampfgruppe‘ der Wehrmacht im vollen Einsatz: Die Einheit des Großvaters (in der Mitte in heftiger Umarmung durch einen Kameraden) des Autors im 2. Weltkrieg im aufreibenden Besatzungsdienst in Norwegen.

Aufgrund der kritischen Lage im Nordsektor der Ostfront, wo die Russen den deutschen Belagerungsring um Leningrad durchbrochen hatten, wurde die Umgliederung der 214. Infanterie-Division zum Einsatz an der Ostfront im Januar 1944 befohlen.
Zur Vorbereitung dafür wurde die Division nach Ostpreußen verschifft. Für den Einsatz an der Ostfront erhielt sie dort zur Auffrischung ab dem 13. Februar 1944 das Grenadier-Regiment 568, Reserve-Grenadier-Regiment 311 und I./Artillerie-Regiment der Schatten-Division (Ersatzheer) ‚Mielau‘.

Auf dem Weg zur Narwa-Front
Auf dem Weg zur Narwa-Front.

An der Narwa-Front in Estland kam sie im März 1944 zum Einsatz, wo sie die 227. Infanterie-Division in ihren Stellungen ablöste.

Kurz darauf verschlechterte sich auch die Lage in Galizien, sodass die Division im April 1944 zur 4. Panzerarmee der Heeresgruppe Nord-Ukraine nach Kowel verlegt wurde. Bis zum August 1944 wurde die deutsche Front bis an die Weichsel zurückgedrängt. Bis zum Oktober überschritten die Russen die Weichsel und die Division befand sich am russischen Baranow-Brückenkopf.

Diese exponierte Stellung wurde bis zum Januar 1945 verteidigt. In der darauf folgenden großen russischen Winteroffensive befand sich die 214. Infanterie-Division mitten im russischen Angriffszentrum in der Schlacht im großen Weichselbogen (12.-15.1.1945) und wurde beiderseits überflügelt und zerschlagen. Von der 214. Infanterie-Division verblieben lediglich kleinere Kampfgruppen, die sich nach Breslau in Schlesien zurückzogen.

Nur ein kleiner Teil der Soldaten konnte der Vernichtung entkommen und sollte in einem Bataillon in Schlesien, als Teil der Heeresgruppe Mitte, zur Wiederaufstellung der Division verwendet werden. Dazu ist es jedoch vor Kriegsende nicht mehr gekommen.

Mein Großvater geriet am 30. April 1945 in Kriegsgefangenschaft durch Soldaten der 2. polnische Armee, nur elf Tage bevor auch die letzte Heeresgruppe Mitte (Feldmarschall Schörner, gilt als der brutalste von Hitlers Generälen und wurde später wegen illegalen Todesurteilen an deutschen Soldaten verurteilt) in Böhmen kapitulierte und der 2. Weltkrieg in Europa beendet war.

Deutsche Feldpost Briefmarkebutton-goEr kam im Juli 1947 wieder zurück. Obwohl er im letzten Kriegsjahr seinen Posten bei der Werkstatt-Kompanie verlor und an der Ostfront als Kradmelder und ‚Frontschwein‘ dienen musste, beteuerte immer wieder, dass er niemals einen Menschen erschossen und immer ‚davor gehalten‘ habe.


Alle Foto-Seiten zum 2. Weltkrieg

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Vorkriegsdeutschland. Hier sind einige der in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg von einem Soldaten der Wehrmacht fotografierten Bilder. Zur Vergrößerung Read more
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Am Westwall 1939/40. Enstehung, Zweck und Geschichte des Westwalls (oder Siegfried-Linie) Der Westwall, von den Alliierten oft als Siegfriedlinie bezeichnet, Read more
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Vorbereitungen zum Einsatz in Norwegen im Jahr 1940. Die Vorbereitung einer neuen Division der Wehrmacht auf den Kampfeinsatz nach der Read more
Altmark im Jössingfjord
Unternehmen Weserübung, die Invasion von Norwegen und Dänemark im April 1940 durch deutsche See-, Land- und Luftstreitkräfte. Unternehmen Weserübung 'Unternehmen Read more
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Verschiffung nach Norwegen. Diese Bilder sind während der Verladung für die Verschiffung nach Norwegen im Hafen von Aalborg (Dänemark) fotografiert Read more
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Seetransport nach Norwegen. Truppen- und Nachschubtransporte zwischen Deutschland und Norwegen (1940–1945) Nachdem Deutschland am 9. April 1940 (Operation Weserübung) in Read more
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Kristiansand 1940
Kristiansand im Jahr 1940. Diese Bilder sind bei Kristiansand in Norwegen im Jahr 1940 durch einen Soldaten der 214. Infanterie-Division Read more
Schiffe in Norwegen
Der Schwere Kreuzer Admiral Hipper und andere Kriegsschiffe in Norwegen. Deutsche Kriegsschiffe in Norwegen Während des Zweiten Weltkriegs war Norwegen Read more
Norwegen 1941
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Landschaften Norwegen
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Sammlung von Bildern über Adolf Hitler und sein Weg in den Untergang. Hitler in Bildern Hitler war der Motor und Read more

Hinweise zur 214. Infanterie-Division

Vorbereitungen 1940
Bereit zum Einsatz?

Am Tag der deutschen Mobilmachung, dem 26. August 1939, mussten die Kriegstagebücher aller Divisionen, Verbände und Dienstellen des Heeres an das Heeresarchiv Potsdam übergeben werden. Dort erhielten sie eine Kennzeichnung, welche anfangs mit dem Kriegsschauplatz begann (P für Polen, W für Westen) und nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges nur noch eine laufende Nummer war.
In dieser Reihenfolge wurden sie eingelagert, dann aber systematisch durch die Kriegstagebücher führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst. Diese Listen haben den Krieg überstanden, jedoch viele der eigentlichen Kriegstagebücher nicht.

Aus diesen sogenannten ‚Potsdam-Listen‘ geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden.
Zudem gingen Akten schon im Februar 1942 durch einen Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres verloren, welche nur zum Teil durch vorhandene Kopien ersetzt werden konnten.

Die nach Liegnitz ausgelagerten Kriegstagebücher der Divisionen gelangten durch eine Evakuierung per Eisenbahn Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden.
Dort wurden sie erneut aufgenommen und – mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen – verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.

Am Westwall
Uns ist alles einerlei, in 10 Tagen ist’s vorbei – Club der Reservisten.

Akten aus der Vorkriegszeit sind somit bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert, und zwar für die 7., 10. und 17. Infanterie-Division. Diese drei Divisionen kamen aus dem Wehrkreis VII (München), bzw. um dann im Jahr 1937 eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg), übernommen zu werden. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 sicherstellten.
Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts mehr vorhanden. Dasselbe triff zu für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.

Es folgt eine stichpunktartige Auflistung der bekannten Fakten zur 214. Infanterie-Division:

Befehlshaber der 214. Infanterie-Division

26. August 1939 bis 30. Januar 1940 Generalleutnant Theodor Groppe,
30. Januar 1940 bis 31. Dezember 1943 Generalleutnant Max Horn,
31. Dezember 1943 bis 15. Februar 1944 Generalmajor Carl Wahle,
15. Februar 1944 bis 28. Februar 1944 Generalleutnant Max Horn,
ab 28. Februar 1944 Generalleutnant Harry von Kirchbach.

Organisation der 214. Infanterie-Division

214. Infanterie-Division (WK IX, E 367 Hanau)
Am 26. August 1939 als Division der 3. Welle durch den Landwehr-Kommandanten Hanau mit
Infanterie-Regiment 355 (I.-III., Ausbildungs-Leiter Wetzlar) in Büdingen,
Infanterie-Regiment 357 (I.-III., Ausbildungs-Leiter Hanau) in Bad Orb,
Infanterie-Regiment 388 (I.-III., Ausbildungs-Leiter Aschaffenburg) in Aschaffenburg,
Artillerie-Regiment 214 (I.-IV.) und
den Divisions-Einheiten 214
aufgestellt.

Soldaten der 214. Infanterie-Division
Soldaten der 214. Infanterie-Division während der Ausbildung.

Die Aufstellung einer MG-Kompanie bei den Infanterie-Regimentern und die Abgabe der Pionier-Kompanien, sowie des II./Inf.Reg.355 zur Aufstellung des Infanterie-Regimentes 630 der 556. Infanterie-Division (Oberrhein) erfolgte am 8. Februar 1940. Diese wurde anschließend ersetzt.

Am 19. März 1940 wurde die IV. schwere Artillerie-Abteilung des Art.Regt. 214 der 256. Infanterie-Division unterstellt und am 1. Januar 1941 in IV./256. umbenannt.

Am 5. November 1940 erfolgte Abgabe des I./355, I./367 (als I. und II./357), Regimentsstab und die 1. Batterie des Artillerie-Regimentes 214 an die in Norwegen aufzustellende 199. Infanterie-Division.

Das verstärkte Infanterie-Regiment 388 (mit I./Artillerie-Regiment 214 und 2./Pionier-Bataillon 214) wurde 22. August 1941 nach Nordnorwegen bzw. Finnland geschickt und dort am 20. Mai 1944 zur selbständigen Grenadier-Brigade 388 und Artillerie-Abteilung 930. Die Division verfügte praktisch somit seit Herbst 1941 nur noch über 2 Regimenter zu je 3 Bataillonen und 2 leichte Artillerie-Abteilungen.

Am 13. Februar 1944 wurde die Umgliederung der Division für den Einsatz an der Ostfront angeordnet. Sie erhielt in Ostpreußen von der Schatten-Division Mielau (zuvor 1. Reserve-Division) das Grenadier-Regiment 568, das Reserve-Grenadier-Bataillon 311 und die I. Abteilung des Artillerie-Regimentes.
Die IV. Abteilung des Artillerie-Regimentes kam von der 255. Infanterie-Division, welche bei der 4. Panzer-Armee aufgelöst worden war. Da die Bataillone III./355 und III./367 aufgelöst worden waren, bestand die Division von nun an aus:

Grenadier-Regiment 355 (I., II.),
Grenadier-Regiment 367 (I., II.),
Grenadier-Regiment 568 (I., II. – von Schatten-Division Mielau),
Division-Füsilier-Bataillon 214 (aus Reserve-Grenadier-Bataillon 311),
Artillerie-Regiment 214 (I.-IV. – I. aus Artillerie-Abteilung Mielau, IV. aus IV./255) und
Divisions-Einheiten Einheiten 214.

In dieser Gliederung wurde sie Anfang 1945 im Weichselbogen zerschlagen. Zur Neuaufstellung kam es nicht mehr. An Einheiten für eine neue 214. Infanterie-Division wurden in Schlesien nur noch I./568 aus Volkssturm-Bataillon 26 der 4. Panzer-Armee und eine Panzer-Jäger-Kompanie 214 bereitgestellt.

214. Infanterie-Division angetreten
Soldaten der 214. Infanterie-Division angetreten.

Unterstellungsverhältnisse der 214. Infanterie-Division

Im Jahr 1939:
September: Reserve der 1. Armee, Heeresgruppe C (Westen; Saarpfalz)
Oktober-Dezember: XXX. Korps, 1. Armee, Heeresgruppe C (Westen; Saarpfalz)

Im Jahr 1940:
Januar: XXX. Korps, 1. Armee; Heeresgruppe C (Westen; Saarpfalz)
April-August: Gruppe XXI (Norden; Norwegen)
September-Dezember: XXXVI. Korps, Gruppe XXI (Norden, Norwegen)

Im Jahr 1941:
Januar – Mai: XXXVI. Korps, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)
Juni-Dezember: LXX. Korps, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)

Im Jahr 1942:
Januar – Dezember: LXX. Korps, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)

Im Jahr 1943:
Januar-August: LXX. Korps, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)
September-Dezember: Reserve, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)

Im Jahr 1944:
Januar-Februar: Reserve, AOK Norwegen (Norden; Norwegen)
März: Reserve, Armee-Abteilung Narwa, Heeresgruppe Nord (Ostfront; Narwa)
April-Juli: XXXXII. Korps, 4. Panzer-Armee, Heeresgruppe Nordukraine (Ostfront; Kowel)
August-September: LVI. Korps, 4. Panzer-Armee, Heeresgruppe Nordukraine (Ostfront; Weichsel)
Oktober-Dezember: LVI. Korps; 4. Panzer-Armee, Heeresgruppe A (Ostfront; Baranow)

Im Jahr 1945
Januar: LVI. Korps, 9. Armee, Heeresgruppe A (Ostfront; Baranow)
Februar: nur noch Reste bei der Heeresgruppe Mitte (Ostfront; Schlesien)

Die Unterstellungsverhältnisse sind nach den ‚Schematischen Kriegsgliederungen‘ jeweils nur für einen Stichtag pro Monat angegeben. Diese waren im Einzelnen:

Im Jahr 1940: 9. Juni, 21. Juli, 1. August, 13. September, 7. Oktober, 7. November und 12. Dezember.
Im Jahr 1941: 15. Januar, 10. Februar, 12. März, 5. April, 1. Mai, 5. Juni, 1. Juli, 7. August, 3. September, 2. Oktober, 4. November und 4. Dezember.
Im Jahr 1942: 2. Januar, 6. Februar, 10. März, 5. April, 11. Mai, 8. Juni, 4. Juli, 5. August, 2. September, 8. Oktober, 5. November und 1. Dezember.
Im Jahr 1943: 1. Januar, 3. Februar, 4. März, 9. April, 1. Mai, 1. Juni, 7. Juli, 5. August, 5. September, 4. Oktober, 8. November und 3. Dezember.
Im Jahr 1944: 15. April, 15. Mai, 15. Juni, 15. Juli, 31. August, 16. September, 13. Oktober, 5. bzw. 26. November und unvollständig 31. Dezember.
Im Jahr 1945: 19. Februar, 1. März, 12. April und 7. Mai.

Die ‚Schematischen Kriegsgliederungen‘ wurden erst am 8. Juni 1940 begonnen, jedoch bereits einige Wochen bevor auch das Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht ab August geführt wurde. Aus dem ersten Vierteljahr 1944 sind sie verloren gegangen.


Kriegsverbrechen der 214. Infanterie-Division

Am 20. November 1942 befahl Oberst Petri den Soldaten des III. Bataillons des Infanterie-Regimentes 355 die Erschießung von 14 britischen Kommandosoldaten, die sich während der alliierten Operation zur Sabotage des Schwerwassers in Norwegen nach einer Notlandung ergeben hatten und gefangen genommen worden waren.

In einem Kriegsverbrecherprozess nach Kriegsende wurde General Nikolaus von Falkenhorst, zu diesem Zeitpunkt Befehlshaber des AOK Norwegen, wegen der Weitergabe von Hitlers Kommandobefehls verurteilt.

Norwegische Schwerwassersabotage

Wasserkraftwerk Vemork
Das norwegische Wasserkraftwerk Vemork mit dem Schwerwasserproduktionsgebäude.

Die norwegische Schwerwassersabotage bezeichnet eine Reihe von Operationen während des Zweiten Weltkriegs, deren Ziel es war, Deutschland daran zu hindern, an das im Wasserkraftwerk Vemork in der Nähe von Rjukan, Norwegen, produzierte Schwerwasser (Deuteriumoxid, D₂O) zu gelangen. Schwerwasser war für die deutsche Atomwaffenforschung von entscheidender Bedeutung, da es als Moderator in Kernreaktoren verwendet werden konnte.

Hintergrund

– Werk in Vemork: Das Werk von Norsk Hydro in der Nähe von Rjukan, Norwegen, war die einzige Großanlage in Europa, die Schwerwasser produzierte.
– Deutsches Interesse: Nach der Besetzung Norwegens im Jahr 1940 übernahm Deutschland die Kontrolle über das Werk, um sein Atomwaffenprogramm voranzutreiben.

Die Sabotageaktionen

Es gab mehrere wichtige Operationen, die hauptsächlich von norwegischen Widerstandskämpfern mit britischer Unterstützung durchgeführt wurden:

1. Operation Grouse (Oktober 1942)
– Ziel: Vorbereitung auf die Ankunft britischer Kommandos durch Abwurf norwegischer Agenten mit Fallschirmen, um die Lage zu erkunden und eine Basis einzurichten.
– Ergebnis: Das Team landete erfolgreich und überlebte unter harten Winterbedingungen, während es auf die nächste Phase wartete.

2. Operation Freshman (November 1942)
– Ziel: Britische Luftlandetruppen sollten mit Segelflugzeugen und Pionieren landen, um die Anlage zu zerstören.
– Ergebnis: Die Operation schlug fehl; beide Segelflugzeuge stürzten aufgrund schlechten Wetters und Navigationsproblemen ab. Die Überlebenden wurden von den Deutschen gefangen genommen und hingerichtet.

3. Operation Gunnerside (Februar 1943)
– Ziel: Ein neues Team norwegischer Kommandosoldaten sollte sich mit dem Grouse-Team zusammenschließen, um in die Anlage einzudringen und die Anlagen zur Produktion von schwerem Wasser zu zerstören.
– Durchführung: In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1943 drang das Team in die Anlage ein, brachte Sprengstoff an und zerstörte wichtige Komponenten. Die Saboteure konnten ohne Verluste entkommen.
– Ergebnis: Die Operation war ein Erfolg und warf das deutsche Atomprogramm erheblich zurück.

4. Folgeaktionen
– Reaktion der Deutschen: Die Deutschen versuchten, die Anlage wieder aufzubauen und das verbleibende Schwerwasser nach Deutschland zu transportieren.
– Norwegischer Widerstand und Bombenangriffe der Alliierten: Es folgten weitere Sabotageakte und Bombenangriffe.
– Versenkung der SF Hydro: Im Februar 1944 versenkten norwegische Saboteure die Fähre ‚SF Hydro‘ auf dem Tinnsjø-See und zerstörten damit die letzte Lieferung von Schwerwasser.

Bedeutung

– Auswirkungen: Die Sabotage verhinderte, dass Deutschland genügend Schwerwasser für die Entwicklung einer Atombombe beschaffen konnte.
– Vermächtnis: Die Operationen gelten als eine der erfolgreichsten Sabotageaktionen des Zweiten Weltkriegs und unterstreichen die Wirksamkeit des norwegischen Widerstands und der Zusammenarbeit der Alliierten.

Die norwegische Schwerwassersabotage war eine Reihe entscheidender Operationen, die die nuklearen Ambitionen Deutschlands zunichte machten und den Mut und die Effektivität des norwegischen Widerstands und seiner alliierten Partner unter Beweis stellten.


Kradmelder und Kradschützen

Ostfront 1944
An der Ostfront wurde der Großvater des Autors als Motorrad-Melder eingesetzt.

Der Großvater des Autors bereits vor dem Krieg über ein Motorrad mit Beiwagen verfügte und zudem ausgebildeter KfZ-Mechaniker war, wurde er während seiner Dienstzeit in der Wehrmacht unter anderem als Kradmelder, Kradschütze und Kfz-Mechaniker verwendet. Lediglich in der letzten Kriegsphase mußte er auch als ‚gewöhnlicher‘ Infanterist dienen.

Kradmelder:
Der Begriff ‚Kradmelder‘ wird häufig mit der militärischen Verwendung in Verbindung gebracht, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs. Kradmelder waren Soldaten, die für den Einsatz von Motorrädern zu Kommunikationszwecken ausgebildet waren. Sie spielten eine entscheidende Rolle bei der Erleichterung der schnellen Kommunikation zwischen verschiedenen Einheiten auf dem Schlachtfeld.

Motorräder wurden wegen ihrer Schnelligkeit und ihrer Fähigkeit, sich in unterschiedlichem Gelände zurechtzufinden, geschätzt, sodass sie für die schnelle und effiziente Übermittlung von Nachrichten geeignet waren. Die Kradmelder waren für die Übermittlung von Befehlen, Aktualisierungen und anderen wichtigen Informationen zwischen Befehlshabern und Truppen zuständig. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Kommunikationsverbindungen in Situationen, in denen herkömmliche Methoden langsamer oder weniger praktisch gewesen wären.

Kradschützen:
‚Kradschützen‘ ist ebenfalls ein militärischer Begriff und trifft ebenfalls vor allem im Zusammenhang mit der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs auf.
Kradschützen waren Infanteristen, die zusätzlich zu ihrer Hauptaufgabe als Gewehrschützen für das Führen von Motorrädern ausgebildet wurden. Sie gehörten zu motorisierten Infanterieeinheiten und spielten eine vielseitige Rolle auf dem Schlachtfeld. Wie die Kradmelder nutzten auch die Kradschützen Motorräder zur schnellen Fortbewegung und wurden häufig zur Aufklärung, zum schnellen Einsatz und zur Flankensicherung eingesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs legte das deutsche Militär großen Wert auf mechanisierte und motorisierte Einheiten, und die Kradschützen waren ein Teil dieser Bemühungen, die Mobilität und Flexibilität auf dem Schlachtfeld zu erhöhen. Sie konnten schnell ein Gelände durchqueren, das für größere Fahrzeuge eine Herausforderung darstellte, und ermöglichten schnelle Manöver und Reaktionen auf veränderte Situationen.
Es ist erwähnenswert, dass die spezifischen Aufgaben und der Einsatz von Kradschützen im Laufe des Krieges und bei den verschiedenen Einheitsorganisationsformen unterschiedlich waren.

Am Westwall
Pause von Kradschützen während einer Übung.

Willi Helmas
Willi Helmas

button-go In zeitlicher Abfolge fotografierte Bilder eines Soldaten der 214. Infanterie-Division.


Quellenangaben und Literatur

Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 (Bundesarchiv-Militärarchiv und Arbeitskreis Wehrforschung)
Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 1-8 (Percy E. Schramm)
The Real Heroes of Telemark (Ray Mears)
The Winter Fortress (Neal Bascomb)

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