Vorbereitungen zum Einsatz in Norwegen im Jahr 1940.

Die Vorbereitung einer neuen Division der Wehrmacht auf den Kampfeinsatz nach der Mobilisierung 1939 war ein komplexer Prozess, der stark davon abhängte, zu welcher Aufstellungswelle die Division gehörte. Da die 1. Welle bereits als aktives Friedensheer bestand, betraf die „Neuaufstellung“ vor allem die Wellen 2 bis 4, die unmittelbar vor oder bei Kriegsbeginn aktiviert wurden.
Hier ist der Ablauf der Kampfeinsatz-Vorbereitung in Phasen unterteilt:
1. Personelle Auffüllung und Struktur (Die „Wellen“)
Nach dem Aufruf zur Mobilisierung (26. August 1939) wurden die Divisionen nach festen Plänen (Mobilisierungsplan) zusammengeführt:
* Stamm-Personal: Ein kleiner Kern aus aktiven Offizieren und Unteroffizieren des Friedensheeres bildete das Gerüst.
* Reservisten: Die Divisionen wurden mit Reservisten aufgefüllt.
* 2. Welle: Ältere Reservisten (Res. I), oft mit Weltkriegserfahrung, gut ausgebildet.
* 3. Welle (Landwehr): Ältere Jahrgänge (35–45 Jahre), oft mangelhaft ausgebildet.
* 4. Welle (Ergänzungsdivisionen): Jüngere Rekruten und Ersatzpersonal.
* Zusammenführung: Die Soldaten meldeten sich bei ihren zuständigen Wehrersatzdienststellen und rückten in die Kasernen ein.
2. Materielle Ausstattung und „Pferdeaushebung“
Ein kritischer Punkt der Vorbereitung war die Ausrüstung. Die Wehrmacht war 1939 weit weniger motorisiert, als die Propaganda suggerierte.
* Bewaffnung: Während die 1. Welle modernstes Gerät hatte, mussten spätere Wellen oft mit älteren Modellen (z.B. Gewehr 98 statt Karabiner 98k) oder tschechischem Beutegerät vorliebnehmen.
* Bespanntung: Da LKWs Mangelware waren, basierte die Logistik auf Pferden. Im Rahmen der Mobilisierung wurden tausende zivile Pferde und Wagen aus der Landwirtschaft „ausgehoben“ (requiriert). Die Divisionen mussten erst lernen, mit diesen zusammengewürfelten Gespannen umzugehen.
* Uniformierung: Oft wurden zunächst ältere Uniformstücke ausgegeben.
3. Die Ausbildungsphase (Truppenübungsplätze)
Sobald die Division personell und materiell grob aufgestellt war, folgte die Phase der Kohäsion. Eine Division war erst dann einsatzbereit, wenn die verschiedenen Waffengattungen (Infanterie, Artillerie, Pioniere, Nachrichtenabteilung) zusammenarbeiten konnten.
* Einzelschulung: Auffrischung der Schießfertigkeiten und der formalen Disziplin.
* Gefechtsausbildung: Üben des „Gefechts der verbundenen Waffen“. Besonders wichtig war das Zusammenspiel zwischen Infanterie und der artilleristischen Unterstützung.
* Marschübungen: Da die Divisionen zu Fuß marschierten, mussten die Männer an tägliche Marschleistungen von 30 bis 50 km gewöhnt werden, inklusive der logistischen Versorgung der Pferde.
* Dauer: Bei den Wellen, die nach September 1939 aufgestellt wurden (z.B. für den Westfeldzug), dauerte diese Phase meist mehrere Monate auf Truppenübungsplätzen (z.B. Sennelager, Grafenwöhr oder im besetzten Polen).
4. Erlangung der „Kriegsverwendungsfähigkeit“ (kv)
Der Divisionskommandeur musste dem zuständigen Wehrkreis oder Armeeoberkommando die Einsatzbereitschaft melden.
* Kriegsgliederung (KStN): Die Division musste der Soll-Stärke entsprechen.
* Eingewöhnung: Viele der älteren Reservisten mussten physisch wieder auf das Niveau von Frontsoldaten gebracht werden.
* Ideologische Schulung: Nationalsozialistische Führungsoffiziere (NSFO) gab es 1939 in dieser Form noch nicht, aber die politische Indoktrination durch die Kommandeure war fester Bestandteil der Vorbereitung.
5. Der Aufmarsch (Transport an die Front)
Der Übergang zum Kampfeinsatz erfolgte durch den strategischen Aufmarsch.
* Eisenbahntransport: Eine Infanterie-Division der Wehrmacht benötigte etwa 60 bis 80 Eisenbahnzüge, um verlegt zu werden. Dies erforderte eine präzise Planung durch die Transportkommandanturen.
* Bereitstellungsraum: Die Division wurde meist in einem Raum hinter der Front ausgeladen und marschierte nachts in ihre Ausgangsstellungen, um die Geheimhaltung zu wahren.
* Letzte Vorbereitungen: Ausgabe von scharfer Munition, Eiserner Ration (Notverpflegung) und die Verteilung von Kartenmaterial.
Zusammenfassung der Probleme 1939/40:
Für neue Divisionen der späteren Wellen war die Vorbereitung oft von Mangel geprägt. Es fehlte an Funkgeräten, Panzerabwehrkanonen (Pak) und motorisierten Zugmaschinen. Viele Divisionen, die im Winter 1939/40 für den Westfeldzug vorbereitet wurden, verbrachten die Zeit mit intensivem Training im „Sitzkrieg“, was ihre Kampfkraft letztlich massiv steigerte, bevor sie im Mai 1940 tatsächlich ins Gefecht geworfen wurden.
Hier sind Bilder aus Deutschland aus dem Jahr 1940, welche die Vorbereitungen für den Einsatz in Norwegen zeigen.
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